Vor Gericht: 21-jähriger Pegnitzer verkaufte Marihuana im Wiesweiherpark

17.6.2021, 07:55 Uhr
Ein 21-jähriger Pegnitzer handelte mit Marihuana. Nun musste er sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

Ein 21-jähriger Pegnitzer handelte mit Marihuana. Nun musste er sich vor Gericht verantworten. (Symbolbild) © dpa

Anfang des vergangenen Jahres war der zur Tatzeit als heranwachsend geltende junge Mann aufgeflogen, Beamte durchsuchten seine Wohnung in Pegnitz. In den Monaten zuvor hatte er laut Anklage unter anderem mit seinem Cousin 150 Gramm Marihuana von einem Dealer in Bayreuth zum Preis für zehn Euro pro Gramm angekauft. Weitere 150 Gramm tauschten in Pegnitz den Besitzer.

Zusätzliche 100 Gramm soll er von seinem Cousin gekauft haben. Damit war der 21-Jährige also nicht nur des Erwerbs und des Besitzes, sondern auch des Handeltreibens und der Veräußerung von Drogen angeklagt.


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Verantworten musste sich der Pegnitzer außerdem wegen eines Körperverletzungsdeliktes. Bei einer Clubparty in der Alten Brauerei soll er mit einem großen schweren Glasaschenbecher auf einen Studenten geworfen haben, der angeblich zuvor seine Freundin beleidigt hatte. Glücklicherweise verfehlte der Aschenbecher sein Ziel um Haaresbreite. Dieser wäre dennoch geeignet gewesen, eine schwerere Verletzung herbeizuführen, so Staatsanwalt Jan Köhler. 

Zum Prozessauftakt räumte der Angeklagte die Vorwürfe ein. Lediglich in einem der Anklagepunkte seien es nicht 150, sondern höchstens 15 Gramm Marihuana gewesen. Zwischen 25 und 50 Prozent des gesamten Rauschgiftes will er weiterverkauft haben, den Rest habe er selbst konsumiert. Mittlerweile sei er aber komplett clean.

Angeklagter ist clean

Schon vor der Hausdurchsuchung habe er aufgehört, Drogen zu nehmen. "Da erspart man sich einen Haufen Ärger", zeigte sich der Angeklagte geläutert.

Der Beschuldigte widersprach allerdings dem im Vorfeld von verschiedener Seite geäußerten Vorwürfen, dass er auch bekifft Auto gefahren sei. "Wir sind nicht ein einziges Mal unter dem Einfluss von Drogen mit dem Auto unterwegs gewesen", sagte der ebenfalls 21 Jahre alte Cousin. Dieser wurde wegen seiner Drogengeschichten schon verurteilt.

Ein weiterer Zeuge, ein 19-Jähriger, will aber genau das gesehen haben. "Am Wiesweiherpark haben sie zusammen konsumiert, dann sind sie mit dem Auto weggefahren", sagte der Zeuge. Der Zeuge verwickelte sich mehrfach in Widersprüche. So will er nur ein einziges Mal in der Wohnung des Angeklagten gewesen sein. Trotzdem habe er einmal gar keine Drogen gesehen, ein anderes Mal drei bis vier Gramm, und wieder ein anderes Mal eine größere Menge.

Auch die Geschichte mit dem Aschenbecher war nicht mehr so richtig aufzuklären. Er habe den Aschenbecher auf den Studenten geworfen, weil der zuvor seine Freundin beleidigt habe, gab er zu. Allerdings will er nicht auf den Mann gezielt haben. Er habe ihn vielmehr nur erschrecken wollen. Warum ihm der Student später in den Finger biss, wurde ebenfalls nicht geklärt, weil es nicht Gegenstand der Anklage war.

Der Student sagte genau das Gegenteil aus: "Völlig eindeutig, dass ich getroffen werden sollte", so der junge Mann. Allerdings stritt er den Biss in den Finger ab. Sicher war nur, dass der Aschenbecher danach in viele Teile zersprungen war.

Das Geständnis des Angeklagten wurde am Ende belohnt: Wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und wegen mehrerer Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde der Angeklagte nach Jugendstrafrecht zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

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