Donnerstag, 14.11.2019

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Vor Kindergarten und Schule kommt Tempo 30

Beim Thema Geschwindigkeitsbegrenzung und -überwachung waren die Räte geteilter Meinung und entschieden sich für eine pragmatische Lösung. - 15.10.2019 20:55 Uhr

Immer wieder fordern Bürger in Plech die Einrichtung von Tempo-30-Zonen – vor allem in Wohngebieten sowie in Ottenhof und Bernheck.


Beschlossen wurde vorerst die Einrichtung von Tempo-30-Zonen rund um den Kindergarten und die Grundschule.

Auf Staatsstraße unrealistisch

Bürgermeister Karlheinz Escher (ÜWG) wollte zunächst eine "grundsätzliche Linie" ausloten, über Sinn und Notwendigkeit von Tempo30-Zonen sprechen. In Sachen Ottenhof winkte der Rathauschef jedoch gleich ab: Dies sei eine Staatsstraße und dort werde man eine 30-er-Zone nicht etablieren können.

Andreas Bojer (ÜWG) ergriff als Erster das Wort und plädierte für die grundsätzliche Einrichtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf allen Nebenstraßen: "Wenn wir irgendwo damit anfangen, dann kommen die nächsten Anträge." Man solle Nägel mit Köpfen machen, dann wäre das "Thema vom Tisch".

Tempo-30-Zonen wären eine sinnvolle Investition, fand Stefan Ditl (ÜWG) und ein "Signal an die Autofahrer." Plech habe Straßen, auf denen man bei vernünftiger Fahrweise nicht schneller als 30 fahre. Ditl nannte als Beispiele die engen Straßen Am Erzberg und die Schulstraße.

Traudl Pesahl (ÜWG) forderte zudem eine "ständige Kontrolle" der Geschwindigkeitsbegrenzungen; Heidi Gentsch (SPD) hielt im Bereich des Kindergartens gar eine verkehrsberuhigte Zone für angemessen. Zweite Bürgermeisterin Renate Pickelmann (ÜWG) formulierte eine "zwiegespaltene" Meinung: Man habe auf Gemeindegebiet kaum Durchgangs-, sondern vor allem Anliegerstraßen. "Ich finde es schade, wenn wir unsere Straßen mit Schildern zupflastern müssen." Und: Die Marktgemeinde sei nicht in der Lage, das zu kontrollieren. Auch Dritter Bürgermeister Reinhold Meyer (WV Ottenhof) sah eine Schilderflut aufziehen.

"Ich würde mit den Tempo30-Zonen sparsam umgehen", sagte Hans Herzog (CSU) und plädierte für eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Badstraße und eine 30er-Zone für Schulstraße und Erzberg, die dann gleichzeitig das gesamte Wohngebiet Am Vogelwasser/Kreuzsteinstraße umfasse. Heinz Stark (ÜWG) schloss sich dieser Meinung an.

"Unmenge von Schildern"

Auch Escher befürchtet "eine Unmenge von Schildern", wenn die Tempo-30-Zone aufs ganze Gemeindegebiet – ausgenommen der Hauptstraße – ausdehnt werde. Zudem hielt er eine Kontrolle für nicht machbar. Kritisch sah er den Vorschlag, verkehrsberuhigte Bereiche einzurichten. Dies erfordere umfangreichere Maßnahmen als das Aufstellen von Schildern. Man solle die Tempo30-Frage nicht an der Überwachbarkeit festmachen, merkte Herzog an. Franz-Xaver Schmidmaier (WG Bernheck) und Stefan Keck (CSU) wollen indes Tempo30-Zonen nur in den sicherheitsrelevanten Bereichen: "Der Ring um die Schule und der Bereich um den Kindergarten wären für mich ein absolutes Muss", so Keck. Mit Mehrheit, aber vier Gegenstimmen folgte der Rat schließlich Eschers Beschlussvorschlag. "Einfach zu machen", seien eine Tempo-30-Zone Am Erzberg, in der Bad- sowie Schulstraße. "Wir sollten das ausprobieren und schauen, was es bringt", skizzierte Escher.

KLAUS TRENZ

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