Montag, 28.09.2020

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Vorwurf der sexuellen Belästigung: Ermittlungen gegen Pegnitzer Jugendpfleger

Stadt Pegnitz hat den Jugendpfleger bereits freigestellt - 11.09.2020 18:24 Uhr

Die Staatsanwalt bestätigt Ermittlungen gegen einen Pegnitzer Jugendpfleger. Seine Anwältin beteuert kein Fehlverhalten. Bürgermeister Wolfgang Nierhoff will sich zu der Personalangelegenheit nicht äußern, das Jugendamt auch nicht.

© Archiv


Harte Vorwürfe gegen den Jugendpfleger der Stadt Pegnitz: Gegen ihn wird wegen sexueller Übergriffe und sexueller Nötigung ermittelt. Dies bestätigt Eik Launert, Staatsanwalt aus Bayreuth. Die Ermittlungen stünden ganz am Anfang. "Völlig an den Haaren herbeigezogen", sagt ein am Verfahren Beteiligter. Auch seine Anwältin betont: "Es gibt kein Fehlverhalten."

Der Mann sprach sehr freundlich mit der Redaktion am Telefon. Und verwies auf seine Anwältin, Eva Blaurock. Sie sagt: "Es gibt kein Fehlverhalten meines Mandanten. Es gibt eine arbeitsrechtliche Streitigkeit. Einzelheiten kann mein Mandant aus Verschwiegenheitsgründen nicht nennen. Er wurde weder von Polizei noch von der Staatsanwaltschaft informiert, dass es ein Ermittlungsverfahren gegen ihn gebe. Es ist ihm auch nichts bekannt, was den Straftatbestand einer sexuellen Nötigung darstellen kann." Sie hat jetzt den Auftrag, die Staatsanwaltschaft anzuschreiben, um die Sache aufzuklären.

Anzeige Mitte August

Die Anzeige gegen den 41-Jährigen, der auch kirchlich aktiv ist, sei Mitte August bei der Staatsanwaltschaft in Lörrach erstattet worden, so der Staatsanwalt. Von einer "erwachsenen Person". Wo es zu den angeblichen Übergriffen gekommen sein soll, ist nicht bekannt. Was genau dem Mann vorgeworfen wird, auch nicht. Im Moment ermittelt die Kripo Bayreuth. Bei der Stadt Pegnitz ist der Mann im Moment nicht im Dienst. Nach Informationen der Redaktion kam die Anzeige gegen den Mann auch nicht aus den Reihen der Stadt. Bürgermeister Wolfgang Nierhoff von der Pegnitzer Gemeinschaft (PEG) sagt dazu nur einen einzigen Satz: "Es ist eine Personal-Angelegenheit, zu der ich nichts weiter sagen werde." Ob der Mann vom Dienst freigestellt wurde oder entlassen wurde, steht nicht fest. Am Verfahren Beteiligte nennen es eine notwendige Reaktion.

Das zuständige Kreisjugendamt am Landratsamt Bayreuth kennt den Vorgang. Schriftlich teilt es mit, dass es sich "zum gegenwärtigen Zeitpunkt in dieser Sache nicht äußert". Weiter heißt es in der Mitteilung: "Es handelt sich derzeit in erster Linie um eine Personalangelegenheit der Stadt Pegnitz." Außerdem sei "nach unserem Kenntnisstand" der Mann "aktuell auch nicht mehr als Jugendpfleger im Landkreis tätig".

Feuerwehr schweigt

Bei einer Feuerwehr im Umland, wo der Mann aktiv ist, schweigt man. Der Vorsitzende stutzt beim Anruf des Reporters, verweist dann aber sehr höflich an den Bürgermeister von Pegnitz. Dort solle man anrufen. Er gibt auch keine Auskunft darüber, ob der Mann weiter in der Jugendarbeit der Feuerwehr tätig ist.

Der Mann war seit genau fünf Jahren als Jugendpfleger angestellt. Er gilt teils als "Pädagoge mit Leib und Seele" und als "einfach guter Mensch". Politisch stand er aber in der Kritik mancher Stadträte. Man warf ihm fehlende Konzeption vor. Außerdem fühlte sich das Gremium nicht ausreichend informiert. Allerdings kritisierte er auch den Stadtrat. Er war vorher bei einer sozialen Organisation beschäftigt und war im Feuerwehrdienst.

OTTO LAPP UND MICHAEL GRÜNER

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