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Dienstag, 01.12.2020

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Vorzeitiger Abpfiff im Fußballkreis Pegnitzgrund

Spielleiter Max Habermann zieht die Reissleine, obwohl auf Bezirksebene am Wochenende noch gekickt wird. - 29.10.2020 18:13 Uhr

Natürlich meint Christian Springer, Trainer von Jahn Forchheim, in dieser Szene den Schiedsrichter, der länger nachspielen oder früher abpfeifen soll – aber es passt auch zur aktuellen Situation: Für die Fußballer im Kreis Erlangen/Pegnitzgrund ist die Uhr für das Kalenderjahr 2020 abgelaufen.

29.10.2020 © Foto: Sportfoto Zink/Thomas Hahn


Bei ihm habe ein kompletter Spieltag angestanden, andernorts seien es Nachholspiele gewesen. "Da ist es nachzuvollziehen, wenn die Kollegen sagen, dass jedes absolvierte Spiel mehr ihnen hilft. Aber bei einem kompletten Spieltag sei das regelrecht Wettbewerbsverzerrung, wenn der angesichts der aktuellen Umstände noch angesetzt wird", sagt Habermann.

Denn da eigentlich die ganze Region in Bezug auf Corona die Ampel auf "Rot" stehen hat, könne ja jeder Verein ohne Angaben von Gründen seine Partien absagen – ob nun wirklich die Sorge wegen der Pandemie, ein eigener positiver Fall, Personalnöte oder zunehmend schlechte Platzbedingungen dahinter stünden.

Schon in der vergangenen Woche habe er drei Tage lang sieben bis acht Stunden am Telefon verbracht; am Ende seien 63 Prozent aller Spiele ausgefallen. Jetzt käme noch der Dauerregen und Kälte hinzu, da habe er den kompletten Spieltag abgesagt, weil die Absagen-Quote "eher noch gestiegen" wäre, wie er vermutet. Für ihn ist damit das Fußballjahr 2020 gelaufen, im Dezember setze er sicherlich keine Paarungen mehr an.

Wenn sich das Infektionsgeschehen nach dem erneuten Lockdown im Amateursport wieder beruhige und man im März die Runde fortsetzen könne, reiche die Zeit wohl aus, um Meister und Absteiger zu ermitteln – zum Thema "Ligapokal" gab er keinen Kommentar ab.

Auch bei den Junioren im Kreis Erlangen/Pegnitzgrund ist Zapfenstreich. Kreisjugendleiter Tobias Körner hat alle Spiele auf 2021 verlegt. Dann geht es statt der neuen Runde zunächst weiter mit der normalen Runde und der Ermittlung der Meister und Absteiger. Die Verlegung betrifft auch Entscheidungsspiele. So hätte am Samstag das erste der beiden Finals um den BOL-Aufstieg zwischen den Kreisliga-Gruppensiegern TSV Ebermannstadt und SG Pegnitz stattfinden sollen – auch dieses Duell ist vertagt.

Dass beide aufsteigen, schließt Körner allein schon aus rechnerischen Gründen aus: "Diese Anzahl kann die BOL ja überhaupt nicht aufnehmen! Denn gegebenenfalls gibt es solche Konstellationen ja auch in Neumarkt/Jura und/oder Nürnberg/Frankenhöhe – und wir können ja nicht anstatt drei Aufsteiger wie sonst plötzlich sechs oder sieben in die BOL abgeben."

HOLGER PETER

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