Waischenfeld: Der Herbst verabschiedet den trockenen Sommer

26.9.2018, 11:00 Uhr
Die Gärtnerei Schrüfer in Gößweinstein: Gärtnermeister Konrad Schrüfer berät Kundin Hildegund Müller gerne bei der Auswahl zur Herbstbepflanzung.

Die Gärtnerei Schrüfer in Gößweinstein: Gärtnermeister Konrad Schrüfer berät Kundin Hildegund Müller gerne bei der Auswahl zur Herbstbepflanzung. © Rosi Thiem

"Die Beete sind abgeräumt, das im Mai Gepflanzte sieht oft nicht mehr schön aus, die Pflege und Düngung war durch die Trockenheit im Sommer sehr anspruchsvoll und die Kundschaft möchte jetzt frische Pflanzen für den Herbst", sagt Wiedow. Stark nachgefragt werden gerade Gräser, winterfeste Callunen und Stiefmütterchen. Aber auch Efeu. Im Gemüsebeet kann noch Feldsalat gepflanzt werden. Kohl- und Krautsorten halten etwas Frost aus und können bis zum Verzehr im Beet bleiben.

Ein Platz im Haus

Die Gärtnermeisterin rät, Kräuter jetzt noch zu ernten und dann zurückzuschneiden, so kommen die "Mehrjährigen" wie Thymian, Salbei, Zitronenmelisse und Rosmarin gut durch den Winter. "Im Frühjahr treiben sie alle wieder aus." Den Kräutern hat die Trockenheit des Sommers wenig geschadet. Beim einjährigen Basilikum, der frostempfindlich ist, empfiehlt es sich, wenn weiterhin geerntet werden soll, einen Platz im Haus auf der Fensterbank zu finden.

Rosen können nun zurückgeschnitten, gehackt und leicht mit Erde beträufelt werden. Rosen fordern die Winterruhe ein, um Kraft für das neue Frühjahr zu sammeln. Die Fachfrau rät außerdem, Ballenhortensien im Herbst zurückzuschneiden. Wer das im Frühjahr tut, bekommt keine oder eine verspätete Blüte. Die Alliumgewächse sollten im frühen Herbst gesteckt werden, da sie frostempfindlicher sind. Dank jetzigen Einsteckens können sie noch kraftvoll anwachsen.

Spinat fürs Frühjahr

"Jetzt kann noch Feldsalat gesät oder gleich als Jungpflanze aus der Gärtnerei gepflanzt werden, mit dem Vorteil, das Unkraut fern zu halten," so Konrad Schrüfer von der gleichnamigen Gärtnerei in Gößweinstein. Ebenso ist es möglich, Spinat für das Frühjahr zu säen.

Für anderes Gemüse ist die Aussaat zu spät: "Man darf sich nicht täuschen lassen. Wegen der langen Trockenheit denkt man, der Sommer dauert noch 100 Jahre, doch das kann abrupt ins Gegenteil umschlagen," so der Gärtnermeister.

"Neue Kraft fürs Folgejahr"

Für die Beete rät er zur Gründüngung, so könnte zum Beispiel die Phacelia als Aussaat erfolgen. "Das ist für den Gartenboden gut und gibt neue Kraft für das Folgejahr: Es steht Stickstoff im Frühjahr zur Verfügung mit einem organischen Dünger. Die Erde trocknet nicht aus, die krümelige Struktur bleibt erhalten. Rasen- und Gemüsereste auf den Beeten können, wenn sie gesund sind, mit eingearbeitet werden. Mit Mehltau befallene Pflanzenteile dazu nicht verwenden, sondern auf den Kompost werfen", sagt Schrüfer.

Er gibt den Tipp, auf diese Pflanzen im Kompost Kalkstickstoff zu geben, der in einer Umwandlungsphase Bakterien abtötet und für die Gesundung vom Boden wichtig ist, auch für das Gewächshaus. "Dieser Kalkstickstoff wird nicht ausgewaschen und bleibt im Boden — gleich für das Frühjahr." Die Gärtnerei Schrüfer hat für Tulpenzwiebeln eine Faustregel: Doppelt so tief wie die Zwiebel ist, muss sie im Herbst bis November in die Erde gesteckt werden. Später gesteckte Zwiebeln bilden keine guten Wurzeln aus.

Wegen des trockenen Sommers fragen die Kunden von Christine Kraus in der Waischenfelder Gärtnerei Wolf drei Wochen früher nach der Herbstbepflanzung.

Wegen des trockenen Sommers fragen die Kunden von Christine Kraus in der Waischenfelder Gärtnerei Wolf drei Wochen früher nach der Herbstbepflanzung. © Rosi Thiem

Lieblingsstücke — Gärtnerei Wolf, so heißt die Gärtnerei von Christine Kraus in Waischenfeld. "Die Kunden kommen heuer drei Wochen früher — Grund dafür ist der heiße Sommer. Die Sommerblumen sind verblüht oder haben Pilzkrankheiten und werden jetzt ausgetauscht. Die Kundschaft freut sich auf das Natürliche im Herbst mit einem Farbspektrum von Bordeauxrot, Lila, Orange und silbrigen Tönen und möchte einen zarten Schwung vor die Haustüre bringen", sagt Kraus.

Richtige Lagerung ist wichtig

Im Hochbeet habe man jetzt Platz und könne noch Feldsalat säen, der je nach Witterung noch komme, meint sie. Spätestens im Frühjahr kann man ihn genießen. Grabbepflanzungen werden im Oktober verstärkt nachgefragt: Winterharte Callunen, Stiefmütterchen in allen Farbschattierungen, Gräser und Heuchera. "Die Heuchera, auch Purpurglöckchen genannt, verliert im Winter die Blätter nicht und es gibt sie in tollen Farben," so Kraus.

Zur richtigen Lagerung von Dahlien meint die Fachfrau: Nach dem Abblühen einfach bis zehn Zentimeter vom Boden weg abschneiden, mit der Grabegabel vorsichtig herausnehmen und grob abschütteln. Die Knollen zusammen lassen und in luftdurchlässigen Kisten kühl, dunkel und frostsicher bis zum Frühjahr aufbewah-ren.

 

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