Donnerstag, 27.02.2020

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Waischenfelder Burschenverein leistet 2500 Stunden für Jugendraum

Der Waischenfelder Burschenverein steckte fast 2500 Arbeitsstunden in den Umbau des alten Klassenzimmers. - 13.02.2020 05:55 Uhr

Der Burschenverein Waischenfeld feiert die Eröffnung des Jugendraumes (von links): René Junk, Dominik Schrüfer, Stefan Heckel, Yannick Haas und Vincent Ninaus. © Foto: Julian Seiferth


Was noch vor sieben Monaten laut Schriftführer Yannick Haas ein "tristes Schulzimmer mit Neonröhren" war, ist heute ein stimmungsvoller, hochmoderner Veranstaltungsraum. An der Bar steht ein Brotzeit-Buffet, die Tische sind gedeckt, der Kühlschrank voll. Nur die Gäste verspäten sich: Der Burschenverein hat den Stadtrat eingeladen, der im Mai eine Förderung von 12  000 Euro in das rund 15  000 Euro schwere Renovierungsprojekt der jungen Männer gesteckt hatte (wir berichteten).

Als die Stadträte dann mit rund 20 Minuten Verspätung aus ihrer Sitzung auf der anderen Seite des Bischof-Nausea-Platzes erscheinen, wirken diese im positiven Sinne erschüttert. "Wir sind begeistert, dass die Jugend die Sache so aktiv in die Hand nimmt und ihren Raum gestaltet", sagt Bürgermeister Edmund Pirkelmann (BBS). Die finanzielle Unterstützung, die der Stadtrat dem Verein im Mai einstimmig zugesagt hatte, sei auch als ausdrückliche Unterstützung dieser Eigeninitiative zu verstehen gewesen. "Die haben die Arbeit der Stadt erledigt", ergänzt der Dritte Bürgermeister Kurt Neuner (BBN).

"Jetzt", sagt Pirkelmann und zeigt nach oben auf die neue Schallschutzdecke, "ist hier richtig Atmosphäre drin. Da können wir nur Danke sagen." Bis es soweit kam, war viel Arbeit nötig. Fast 2500 Arbeitsstunden hätten die Mitglieder des Burschenvereins in den vergangenen Monaten in die Renovierung gesteckt, erklärte der Vorsitzende Dominik Braun den Stadträten. Dazu kamen die verbleibenden Kosten von über 3000 Euro, die der Verein ebenfalls gestemmt habe. Bis auf den Gussasphalt im Boden hätten die Vereinsmitglieder alle Arbeitseinsätze selbst bestritten.

"Für den Gussasphalt brauchte es eine auswärtige Firma", sagt Schriftführer Yannick Haas. "Es gibt kaum noch Handwerker, die das machen."

Haas stellt auch klar, dass die Renovierung nicht nur sinnvoll, sondern dringend nötig war: "Das war nicht gesund. Wir hatten schwarzen Schimmel in den Ecken." In einer Präsentation zeigten die Vereinsmitglieder den Stadträten beispielhaft auch ein Bild von der Renovierung, auf der ein rund 50 Zentimeter langer, schwarzer Streifen an der Wand zu sehen ist. "An einer Wand haben wir den Putz und die Farbe zum Teil entfernt, andere haben wir komplett neu verputzt."

Gerade in der Ecke hinter dem Kühlschrank sei der Befall schlimm gewesen. "Da musste eine komplett neue Lösung her", so Haas. An der Problemstelle haben die Vereinsmitglieder nun Fliesen eingebaut, das sei pflegeleichter und hygienischer. Außerdem seien die Decke und der Boden völlig erneuert. "Es war im Grunde eine Kernsanierung", sagt der Schriftführer.

Der Waischenfelder Burschenverein hat bereits große Pläne für den vollmodernisierten Jugendraum. Ende Dezember gab es bereits eine interne Weihnachtsfeier. Bei dem Integrationsfestival der Gruppe um Claus Hempfling am 6. Juni soll der Raum mitgenutzt werden. Der Höhepunkt ist aber das Party-Wochenende zum 40-jährigen Bestehen des Burschenvereins. Um das Wochenende des 1. Mai soll es ein Schafkopfrennen, einen Festumzug und mehrere Konzerte im und um den Jugendraum geben. Darüber hinaus kann der Raum auch für private Veranstaltungen in Waischenfeld gemietet werden.

Wir sind begeistert, dass die Jugend

die Sache so aktiv

in die Hand nimmt

An einer Wand haben wir den

Putz und die Farbe zum Teil entfernt

JULIAN SEIFERTH

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