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Waischenfelder spielt seit 40 Jahren Kirchenorgel

Der 59-jährige Waischenfelder Stadtorganist Josef Weis feiert sein Goldenes Orgeljubiläum. - 24.06.2020 14:55 Uhr

Der Waischenfelder Stadtorganist Josef Weis mit seinem Sohn Raphael, der sich auch schon für das Orgelspielen interessiert, an der Kirchenorgel der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer in Waischenfeld. © Foto: Thomas Weichert


In Corona-Krisenzeiten ist es allerdings schwierig, dieses Jubiläum mit einem großen Fest und einem Orgelkonzert zu feiern. Weis, der im Musikverein Waischenfeld auch das Tenorhorn spielt, ist aber schon froh, dass Gottesdienste wieder stattfinden dürfen und er dort wieder Orgel spielen kann. Wer den musikalischen Werdegang des Waischenfelder Stadtorganisten betrachtet, stößt auf verschiedene Stationen, die ihn zu einem Vollblut-Organisten werden ließen. Als sechstes Kind wurde Josef Weis am 25. Dezember 1960 im unterfränkischen Arnstein in eine musikbegeisterte Gastronomenfamilie hineingeboren.

Den ersten Unterricht am Klavier erhielt er schon als Kind von seinem Onkel Heinrich Schäfer. 1974, also im Alter von 14 Jahren, führte ihn zusätzlich sein Bruder Martin Weis, der selbst begeisterter Blasmusikant ist, in das Tenorhorn-Spiel ein. In der Blaskapelle Gramschatz musizierte Josef Weis dann meistens bei kirchlichen Anlässen mit dem Tenorhorn.

Ein Jahr später, 1975, bestand er die Aufnahmeprüfung zum Orgelunterricht bei Kirchenmusikdirektor Georg Buchholz. Seine Ausbildung zum Organisten sollte dann bis 1980 dauern.

Es war im November 1979, als die Organistin der Pfarrkirche in Gramschatz wegen Krankheit ausfiel.

Josef Weis sprang ein und spielte erstmals während eines Gottesdienstes die Kirchenorgel. 1980 wurde Weis dann zum Organisten in Grammschatz berufen. Weshalb er heuer auch sein 40-jähriges Jubiläum als Organist feiern kann. Lange sollte Weis jedoch nicht mehr in Unterfranken bleiben, denn es verschlug in seine neue oberfränkische Heimat nach Waischenfeld.

Hier ergab es sich dann beim Parkfest der Pfarrei St. Johannes der Täufer, das die neue Kirchenorgel eingeweiht werden konnte, die Weis seitdem spielt. Es war geradezu ein Glücksfall für Waischenfeld, wo man damals einen Organisten suchte.

Im Jahr 2001 legte Weis dann die D-Prüfung für Organisten erfolgreich ab. Den Theorieunterricht dafür erhielt er vom damaligen Regionalkantor Georg Schäffner, einem der besten Organisten Deutschlands, der noch heute die Orgeltasten in der Basilika von Gößweinstein drückt.

Das praktische Wissen vermittelte ihm der Bayreuther Musiklehrer Michael Funke. Von 2005 bis 2007 wagte sich Weis dann an die noch anspruchsvollere C-Prüfung. Unterrichtet wurde er in dieser Zeit von Regionalkantor Christoph Krückl aus Bayreuth. Dieser konnte im Jahr 2009 zum 25-jährigen Jubiläum der Waischenfelder Kirchenorgel zusammen mit Weis auch ein großartiges Orgelkonzert am Pfingstsamstag in der Waischenfelder Pfarrkirche feiern.

 

Alte Meister

 

Der damalige Waischenfelder Pfarrer Wolfgang Dettenthaler zeigte sich begeistert von diesem Konzert mit alten Meistern wie Händel, Haydn oder Mendelssohn, aber auch zeitgenössischen Komponisten. Dettenthaler schreib damals im Pfarrblatt: "Unsere Orgel verdient es, dass man einen Blick auf sie richtet und ihre Klangfülle bewusst wahrnimmt. Ein Vierteljahrhundert begleitet sie nun die Gottesdienste, sie ist den Pfarrmitgliedern von vielen freudigen und traurigen Anlässen her bekannt."

Zeitgleich mit der Orgel konnte Weis damals sein 25-jähriges Organistenjubiläum gebührend feiern. Über seinen Organisten Josef Weis schreib Pfarrer Dettenthaler damals: "Er ist stets interessiert, neue und alte Orgelstücke zu entdecken, die er mit Freude in den Gottesdienst einbringt. Erstaunlich ist sein profundes Wissen über Orgelkunde und Organisten im allgemeinen. Die Pfarrei hat in Josef Weis einen hochmotivierten Orgelspieler, der viel zeit und Herzblut in seine Kunst legt."

Josef Weis spielt seit 1984 aber nicht nur die Orgel in seiner Heimatpfarrei Waischenfeld, sondern auch in verschiedenen Pfarreien des Pfarreienverbunds "Fränkische Schweiz Nord" – überall dort, wo er gebraucht wird.

Sein Lieblingsinstrument ist aber nicht die Orgel in der Stadtpfarrkirche, sondern die Wolf-Orgel in der Waischenfelder Stadtkapelle St. Laurentius und St. Michael, die schon wesentlich älter ist.

Er ist interessiert, neue und alte

Orgelstücke zu

entdecken

THOMAS WEICHERT

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