25°

Montag, 14.06.2021

|

Wald im Naturschutzgebiet Grubenfelder Leonie wird klimagerecht

In den früheren Grubenfeldern Leonie soll ein naturnaher Mischwald entstehen - 11.05.2021 16:44 Uhr

Dieses ist das jüngste Kalb der in diesem Jahr neugeborenen Auerochsen. Weitere Geburten werden noch erwartet.

11.05.2021 © Foto: LBV


Das Naturschutzgebiet wurde bislang weitgehend sich selbst überlassen. Dies war dem Eigentümer, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), wichtig. Nun wurden jedoch einige Bäume entlang des Rad- und Fußweges gefällt. Peter Eckert, der LBV-Ortsvorsitzende, nennt dafür gute Gründe. Zum einen seien die Bäume aus Gründen der Wegesicherheit entfernt oder gekürzt worden. "Dabei lassen wir gerne einen Teil des Stammes stehen, da dieser von vielen Insekten bis zum Specht genutzt wird."

Fichten kommen raus

Außerdem betreibe der LBV schon seit Jahren auf der Gesamtfläche einen Waldumbau zu einem naturnahen Mischwald, der mit dem Klimawandel besser zurechtkommen soll. Dazu werden immer wieder hauptsächlich Fichten entnommen, da diese stark von Trockenheit und Borkenkäfern bedroht sind, erklärt Eckert. Die Vogelschützer bauen beim Waldumbau vorrangig auf die natürliche Nachverjüngung durch schon vorhandene Laubbaumarten. Neupflanzungen seien im Naturschutzgebiet erst nach Rücksprache und Genehmigung der Naturschutzbehörden erlaubt, so der Ortsvorsitzende.

Bilderstrecke zum Thema

Atemberaubende Schönheiten: Die Fränkische Schweiz von oben

Aus bis zu 2.500 Metern Höhe blickte Tom Schneider, Fotograf aus Ebermannstadt, bei einer Fahrt mit einem Heißluftballon auf Dörfer, Natur und wunderschöne Ecken der Fränkischen Schweiz und des Landkreises Forchheim.


 Der LBV hat das frühere Bruchgebiet der Grube Leonie 1995 erworben. Im Sommer 2000 wurden die ersten Heckrinder in den Grubenfeldern angesiedelt. Sie sind Rückzüchtungen der ausgestorbenen Auerochsen, des Wappentieres der Stadt. Spaziergänger freuen sich stets, wenn die Herde vom Wanderweg aus in den Blick kommt. Aktuell leben 51 Heckrinder auf der Fläche. Sieben davon sind neugeborene Kälber. Weitere Geburten werden noch erwartet, weiß Peter Eckert.

In diesem Teich war eine Biberfamilie, die einige Zeit im Naturschutzgebiet lebte, der Baumeister.

11.05.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Als Ehrenamtlicher vor Ort hilft der Degelsdorfer Wolfgang Wiesent dem LBV. Er kenne die Tiere inzwischen schon fast "beim Vornamen", so der Vorsitzende. Wiesent schaffe es auch immer wieder, die Tiere problemlos in den Fangstand in der Nähe des Degelsdorfer Schützenheimes zu treiben, um die tierärztliche Versorgung zu sichern. Neu zum Team gekommen sei Anja Weiss. Sie laufe regelmäßig den Zaun ab, um etwaige Probleme schnell zu erkennen und Ausbesserungen in die Wege zu leiten.

Auch Pferdehaltung

Ebenfalls auf der Weide im Naturschutzgebiet leben zurzeit zwei Exmoorponys. Die scheuen Tiere wurden erst vor kurzem von der Veterinärin des LBV untersucht. "Schon seit längerer Zeit wollen wir am Konzept unserer Pferdehaltung etwas ändern, da die tierärztliche Betreuung der Pferde sehr aufwändig ist", erklärt Peter Eckert. Im Laufe der nächsten Monate werde sich wohl ein Ergebnis zeigen.

Ausgedünnt wurde vom LBV der Wald im Naturschutzgebiet Leonie neben dem Rad- und Fußweg nach Degelsdorf. Viele Stämme blieben für Insekten oder baumbrütende Vögel stehen oder liegen.

11.05.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Anders als viele andere Tierhalter sind die LBV-Verantwortlichen nicht besorgt wegen der in der Region lebenden Wölfe. Da die Rinder auch wehrhaft sein können, habe der Verein wenig Angst vor dem Wolf, sagt der Vorsitzende. Auf den Wildkameras im Gelände seien bislang ohnehin noch keine Wolfssichtungen festgestellt worden. "Und sollte sich der Wolf mal wirklich ein Jungtier holen, gehört das zum natürlichen Leben im Naturschutzgebiet einfach dazu."

Bilderstrecke zum Thema

Wandel der Zeit: Die Fränkische Schweiz vor 80 Jahren

In unserer Bildergalerie finden sich 28 historische Bilder von Wilhelm Heinz. Zu sehen sind Ansichten von verschiedenen Orten in der Fränkischen Schweiz, aber auch typische Felsmassive oder traditionsreiche Gasthäuser.


 In jüngster Zeit hat die Ortsgruppe des LBV auch die Kinder- und Jugendarbeit forciert. Dazu wurde die "Auerochsenbande" gegründet. Diese ruhe allerdings wegen der Corona-Pandemie. Das letzte Treffen war im Oktober 2020. Wer sich für die Naturschutzarbeit des LBV-Nachwuchses interessiert, kann sich auf der Internetseite www.auerochsenbande.de über das Programm informieren. "Wir hoffen, bald wieder aktiv werden zu können", sagt Peter Eckert. Das Projekt "Ochsentour" werde momentan virtuell vorbereitet und soll baldmöglichst auch real umgesetzt werden.

BRIGITTE GRÜNER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Auerbach