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Mittwoch, 26.06.2019

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Wandern und Müllsammeln vor der eigenen Haustüre

Unter dem Motto "Aufheben" lädt der Bund Naturschutz am 1. Mai zum Großreinemachen - 29.04.2019 07:55 Uhr

Regelmäßig sind die Mitarbeiter des Bauhofs damit beschäftigt, im Stadtgebiet den Müll, den andere weggeworfen haben, einzusammeln. Einen Teil des Unrats heben auch Mitglieder des Bund Naturschutzes auf – freiwillig. © Ralf Münch


"Ich habe immer eine Tüte dabei, wenn ich spazieren gehe", sagt Thomas Knauber, Vorsitzender des Bund Naturschutzes (BN) in Pegnitz. Darin sammelt er den Müll, den er so rumliegen sieht. Die Idee dazu stammt von einem befreundeten Kanadier, der Visitenkarten hatte, auf denen stand "Botschafter des guten Willens", erzählt Knauber. Dieser Kanadier hätte auch immer eine Tüte zum Abfallsammeln dabei gehabt.

Zu wenige Mülleimer

Es ist einiges, was Knauber findet: von Flaschen angefangen über Düngebeutel und Planen der Landwirte bis hin zu Bonbonpapieren. "Ich bin vor einiger Zeit mit einer Bekannten jede Woche einen halben Tag gewandert und habe Unmassen an Müll jedes Mal gefunden. Das waren bestimmt drei Beutel immer", erinnert sich Knauber. Besonders schlimm sei es am Körbeldorfer Weg und auch am Bushäuschen beim Stadtgarten. "Es fehlen Mülleimer in der Stadt", sagt Knauber. Im Wiesweiherpark gebe es zwar einige, aber insgesamt seien es zu wenig.

Deshalb hat er sich mit den BN-Vorsitzenden aus Pottenstein und Creußen, Karl-Heinz Peters und Marianne Abel, zusammengetan. Gemeinsam rufen sie am Mittwoch, 1. Mai, zum „Aufhebetag“ auf. Die Idee dazu kam vom neuen BN-Vorsitzenden Peters. „Mein Sohn hatte eine ähnliche Aktion von Studenten in Kassel erlebt“, erzählt er. Nun wolle er das auch hier anstoßen und das Bewusstsein der Bevölkerung anregen.

"Da bietet sich der 1. Mai, ein klassisches Datum, an dem gewandert wird, an", findet Peters. Von Beruf ist er Hausmeister und wisse, was "Aufheben" bedeute. Wenn er unterwegs sei, habe er immer im Blick, wenn etwas rumliegt und räume es zumindest auf die Seite, sodass kein Radfahrer oder Gehandicapter behindert werde. Oder er suche eben nach dem nächsten Mülleimer oder nehme den Unrat mit. Auch Peters kritisiert, dass die Kommunen die Anzahl der Mülleimer reduziert hätten.

Als Wegewart habe er auch schon öfter festgestellt, dass Abfalleimer fehlten. Peters hofft nun, dass die Aktion gut angenommen wird. In Pottenstein sei die Resonanz bei anderen Vereinen darauf schon positiv gewesen. "Wir wollen die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren", sagt Peters. "Das soll eine große Welle werden." Deshalb seien die BN-Ortsgruppen auch gut miteinander vernetzt. Es seien weniger die Einheimischen, die den Müll hinterließen als vielmehr die Touristen. Peters Ziel: "Wir wollen das in den Griff bekommen."

Andere Perspektive

Auch die Creußener BN-Ortsvorsitzende hofft, dass am Mittwoch viele etwas aufheben. "Beim Laufen sieht man mehr, als wenn man mit dem Auto entlangfährt", sagt Abel. Auch sie ist der Meinung, dass die Kommunen wieder mehr Mülleimer aufstellen müssten, um das Problem etwas einzudämmen. Alles Mögliche hat sie schon gefunden, wenn sie unterwegs war, etwa Plastikflaschen und ganze Pfandbehälter.

Ein Schwerpunkt im Creußener Raum sei das Bahnhofsgelände, aber auch der Bürgerwald. Hier werde häufig in größeren Mengen Müll entsorgt. "Die Aktion ,Aufheben‘ soll sich bei der Bevölkerung einprägen", sagt Abel. Man wolle das Selbstverständnis der Bevölkerung wecken. 

Frauke Engelbrecht

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