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War es ein Wolf? Familie aus der Fränkischen Schweiz entsetzt über Blutlache in Gehege

Mehrere Tiere sind tot - Experten nehmen ihre Arbeit auf - 27.02.2021 17:04 Uhr

Christian Leißner beklagt drei gerissene Rotwildtiere und vier Mufflons.

27.02.2021


Landwirt Christian Leißner tut sich schwer, seine Emotionen im Zaum zu halten, bleibt aber ruhig im Ton: "Das Gehege war immer ein Ort der Entspannung, man konnte einige Tiere sogar streicheln. Jetzt ist es ein Ort, der Angst macht." Noch am Freitagnachmittag hatte er seine Tiere gefüttert, am nächsten Morgen gegen 10 Uhr bemerkte er, dass etwas nicht stimmt und entdeckte die ersten toten Tiere: "Ich habe meinen Augen nicht getraut."

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Auf dem Gelände zeigt sich ein grausliches Bild: Die teilweise ausgeweideten Tierkadaver sind auf dem ganzen Gelände verstreut, es liegen Fellfetzen und Gedärme und nahe einem Mufflon ein herausgerissenes Herz herum. Mehrere Blutlachen zeugen von der erbarmungslosen Jagd auf die Tiere, die keine Chance hatten und nicht entkommen konnten.

Raubtier grub sich unter dem Zaun hindurch

Auf dem Gelände verstreut liegen die Tierkadaver. 

27.02.2021


Ob es sich um einen einzelnen Wolf gehandelt hat oder um mehrere, kann Leißner zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Das wird das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) aufgrund von DNA-Spuren und Gentests tun müssen, dem von zwei Ehrenamtlichen des Netzwerks Große Beutegreifer die Spuren zugeschickt werden. Sie nahmen am Samstag Spuren an den getöteten Tieren auf.

Das Tier hat sich offenbar unter dem zwei Meter hohen, geflochtenen Gehegezaun Zugang zum Gelände verschafft. Drei Stellen hat Leißner gefunden, wo der Wolf versucht hat, sich unten durch zu graben. An einer Stelle, wo das Erdreich etwas lockerer ist, hatte er Erfolg. An einer Stelle ist der Zaun beschädigt. Fellfetzen am Zaun weisen darauf hin, dass es ein Rotwildhirsch geschafft hat, den massiv wirkenden Zaun zu durchbrechen. "Hier kann man sich die Todesangst vorstellen, in der sich die Tiere befunden haben", so Leißner.

Zwei ehrenamtliche und geschulte Mitglieder des Netzwerks Große Beutegreifer sichern DNA-Spuren an den getöteten Tieren.

27.02.2021


Wo sich das Tier befindet, weiß der 37-Jährige noch nicht. Er geht davon aus, dass sich der Hirsch große Verletzungen zugezogen hat und deshalb wohl auch verenden wird. Die restlichen Tiere haben sich auf einer Anhöhe im Gelände zurückgezogen. Leißner hat die Herde in Augenschein genommen, traut sich aber noch nicht, sich ihr zu nähern. Die Tiere seien "total verstört und verängstigt". Es könnte also sein, dass sich darunter noch weitere verletzte Tiere befinden, der Schaden noch größer wird.

Provisorische Sicherung des Geländes

Es ist nicht der finanzielle Schaden, den die Familie Leißner bedrückt, sondern das Gefühl, dass in dieser Nacht etwas zerstört worden ist "an dem das Herz hängt", so Christian Leißner: "Die Tiere haben uns vorher aus der Hand gefressen". Und es ist ein Gefühl einer gewissen Ohnmacht. "Auf die Schnelle" wird er jetzt versuchen, den Zaun irgendwie unter Strom zu setzen, weiß aber nicht, ob das funktioniert und in der kurzen Zeit, bis die Nacht kommt, machbar ist.

Landwirt Christian Leißner, zeigt das Loch, das der Wolf offenbar gegraben hat und somit auf das Gelände gelangt ist.

27.02.2021


"Einen komplett wolfssicheren Zaun kann ich mir nicht leisten", sagt er. Vielleicht tun es Wildkameras, die umgehend Signale auf ein Smartphone schicken. Davon wird Leißner aber eine ganze Reihe brauchen, immerhin ist der Zaun mehrere Hundert Meter lang. Jetzt geht bei ihm die Angst um, dass weitere Tiere zum Opfer werden. Die Nacht, so sagt er, wird er jedenfalls mit einer Wärmequelle auf dem Gelände verbringen. Im "Familienrat" wird dann demnächst besprochen, ob ein Wildtiergehege auf langfristige Sicht "überhaupt noch Sinn macht".

Klaus Trenz, amh

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