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Warme Worte für die sechs Ausscheider des Auerbacher Stadtrats

Sechs Auerbacher Stadträte gehören dem kommunalen Gremium künftig nicht mehr an. - 23.04.2020 16:56 Uhr

Die Stadträte und Ortssprecher (v. re.) Herbert Lehner, Wolfgang Meiler, Josef Stiefler-Ebert, Wolfgang Wiesent, Helmut Zerreis, Arthur Schriml und Eugen Eckert (Mitte) wurden von Bürgermeister Joachim Neuß (li.) am Mittwoch verabschiedet.

23.04.2020 © Foto: Brigitte Grüner


Fünf der sechs Mitglieder hatten sich heuer nicht mehr um ein Mandat beworben. Für den Michelfelder Johann Kaiser (CUU, zwölf Jahre im Amt) reichte es am 15. März nicht ganz. Er war für die jetzige Sitzung entschuldigt, ebenso wie die erkrankte Elisabeth Kolleng. Joachim Neuß hatte die Pflicht, seinen langjährigen Stellvertreter Herbert Lehner in den selbst gewünschten kommunalpolitischen Ruhestand zu entlassen. Er war 24 Jahre im Stadtrat. Adieu hieß es für Elisabeth Kolleng (SPD, 21 Jahre), Arthur Schriml (CSU, 18 Jahre) und Helmut Zerreis (CSU, sechs Jahre). Für Eugen Eckert, einen echten Veteranen der Kommunalpolitik, sei Einsatzfreude nicht nur eine Floskel, betonte Neuß. Er sei stets fachlich und menschlich eine Bereicherung in den Gremien gewesen und engagiere sich noch immer ehrenamtlich. "Ich bin jetzt etwas gerührt", sagte Eckert (CSU). Er sei stolz auf die Stadt und werde sich immer freuen, an vielen Projekten mitgewirkt zu haben.

Als "Shooting-Star der Kommunalpolitik" bezeichnete Neuß seinen Stellvertreter. Herbert Lehner (FW) sei eigentlich nie "nur Stadtrat" gewesen, sondern immer ein Stellvertreter des Bürgermeisters. Große Einsatzfreude, Loyalität, Glaubwürdigkeit, ein ausgleichendes Wesen und der Blick für das Wesentliche zeichneten Lehner aus. "Wir haben gemeinsam viel erreicht", wandte sich Herbert Lehner an das Gremium.

Die Leidenschaft für das Helfen und ein fürsorgliches Naturell zeichnen Elisabeth Kolleng (SPD) aus. Sie habe nicht nur geredet, sondern auch gemacht, betonte Neuß. Für Arthur Schriml (CSU) seien in seinen 18 Jahren als Stadtrat besonders die Bürgeranliegen wichtig gewesen. Diese brachte er in der Fragestunde vor und hakte auch nach, wenn die Verwaltung eine Antwort schuldig blieb. Schriml, der bayernweit auch ein gefragter Experte für das Thema "Patientenverfügung" sei, war wahrlich ein "Anwalt der Bürger", so Neuß.

Ausgeglichen und unaufgeregt, dabei aber auch bestimmt und fair war laut Bürgermeister der "Michelfelder mit Leib und Seele" Johann Kaiser (CUU). Er hatte klare Zielvorstellungen und verlor dabei weder Maß noch Mitte. Viel Elan habe Helmut Zerreis (CSU) vor sechs Jahren mit in den Stadtrat gebracht. "Auch er selbst dachte, das würde länger dauern."

Dann sei die berufliche Karriere dazwischen gekommen und er habe sich entscheiden müssen, zeigte der Bürgermeister Verständnis. Alle ausscheidenden Stadträte und Ortssprecher freuten sich über den Druck eines Motivs aus dem Sitzungssaal.

Auch die Ortssprecher wurden verabschiedet. In früheren Gemeinden, die keinen Stadtrat stellen, können die Bürger auf Wunsch einen Ortssprecher wählen. Wann aufgrund der aktuellen Corona-Krise und des Versammlungsverbots eine Ortssprecher-Wahl stattfinden kann, ist noch ungewiss. Fakt ist, dass Wolfgang Meiler, der 18 Jahre die frühere Gemeinde Ranna vertreten hat, aus Altersgründen aufhört. Er sei ein echter Ortsteil-Bürgermeister gewesen, der sich um vieles gekümmert und aktiv angepackt habe, sagte Neuß. Ebenfalls verabschiedet wurden Josef Stiefler-Ebert aus Nasnitz (9,5 Jahre) und Wolfgang Wiesent aus Degelsdorf (sechs Jahre).

Stiefler-Ebert habe mit Sachkenntnis, Herzblut und Ideenreichtum gepunktet und wäre wohl gerne länger als Ortssprecher aktiv gewesen, so Neuß. Doch Nasnitz bekommt mit Bernhard Ziegler (JAU) künftig einen Stadtrat. Wolfgang Wiesent, der auch beruflich sowie als Betriebsrat gefordert sei und sich zudem um die Auerochsen im Naturschutzgebiet kümmert, stellte sich nicht mehr zur Verfügung. "Die Bilanz für die Ortsteile Degelsdorf und Zogenreuth ist gut, Projekte laufen oder beginnen bald", sagte der Rathauschef. Martin Schleicher aus Hagenohe, seit zwölf Jahren Ortssprecher, würde das Amt wieder annehmen, wenn die Bürger der Altgemeinde Ranzenthal das wünschen.

Corona "killt" den Handschlag

Das Ende der guten Wahlperiode bezeichnete der Rathauschef als unerwartet harten Aufschlag. Gerade der Handschlag und direkte Absprachen, die neuerdings durch die Corona-Krise nicht mehr möglich sind, seien Kernelemente der Zusammenarbeit gewesen. Die Periode habe sehr positiv mit dem Festjahr "700 Jahre Stadt Auerbach" begonnen. Die gute Zusammenarbeit zog sich durch.

Meist sei an einem Strang gezogen worden. Unterschiedliche Meinungen wurden fair diskutiert. Die Arbeit im Stadtrat verlange Respekt und Wertschätzung. Er hoffe, dass die konstruktive Arbeit im Stadtrat auch in der nächsten Wahlperiode fortgesetzt werden kann, sagte Joachim Neuß.

BRIGITTE GRÜNER

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