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Warum eine Auerbacher Schülerin Tschechisch lernt

Verena Gradl begeistert sich für außergewöhnliche Sprachen - 07.08.2019 15:00 Uhr

Die erfolgreiche Abschlussschülerin der Realschule Auerbach Verena Gradl markiert schon mal ihr neues Reiseziel auf der Weltkarte: Südkorea. © Foto: Barbara Schuster


Die Schülerin der Auerbacher Realschule, Verena Gradl, feierte kürzlich nicht nur ihren 16. Geburtstag, sondern auch ihren Abschluss nach der zehnten Klasse und eine eher seltene Qualifikation im Wahlfach Tschechisch. Am 4. Juli wurde der sprachbegabten Realschülerin im Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee das internationale Zertifikat für Tschechisch Niveau A1 verliehen.

Ein Talent für Sprachen

Voraussetzung für die Teilnahme an der Zertifikatsprüfung in Weiden ist ein zweijähriger Tschechischunterricht mit je zwei Wochenstunden. Pavel Hes, Tschechischlehrer an der Realschule des Zweckverbandes in Auerbach, merkte aber schon nach zwei Monaten einstündigem Unterricht pro Woche, dass seine Schülerin schnell aufnahm, was sie da hörte und ein Talent für Sprache besitze.

Dass sie aber die neue Sprache innerhalb nur eines Schuljahres so schnell lernen und beherrschen würde, damit rechnete selbst Verena nicht: "Als der Zettel wie jedes Jahr für die Wahlfächer nach Hause kam, schlug meine Mama vor, dass ich doch am Montag in der einen Stunde, in der ich an der Schule immer auf den Bus warte, doch Tschechisch als Wahlfach nehmen könnte. Ich dachte: Warum eigentlich nicht? Ausprobieren kann ich es ja mal. . .", erzählt die Abschlussschülerin.

Mutter im Zimmer ertappt

Ihre Mutter habe sie mal im Zimmer ertappt, als sie Koreanisch mit einer App auf dem Handy lernte. Da sei wohl bei ihren Eltern die Idee mit einer weiteren Fremdsprache entstanden. Zumal Verenas sehr gute Noten in Englisch und Französisch die Idee noch bestärkten.

"Ich bin das eigentlich ganz locker angegangen, war ja nur ein Wahlfach, dementsprechend habe ich zu Hause zunächst nicht viel für das Fach gelernt", sagt Verena lachend. Als ihrem Lehrer aber klar wurde, wie talentiert seine Schülerin war, spornte er sie zum Lernen an und bereitete sie mit Übungen und Lernstoff auf die Zertifikatsprüfung vor.

"Ich konnte schon immer viele Sachen in kurzer Zeit behalten. Als Kind habe ich oft mit meiner Oma Memory gespielt", erinnert sich Verena. "Und wenn ich mir was vorgenommen habe, will ich mir und auch den Lehrern beweisen, dass ich etwas gut kann. So kamen auch meine guten Noten in der Realschule zustande. Ich habe da schon Ehrgeiz entwickelt", berichtet die Schülerin.

Das ist Verenas Berufswunsch

Vor der Prüfung in Weiden, die sowohl im Schriftlichen als auch im Mündlichen erfolgt ist, sei sie sehr aufgeregt gewesen und rechnete danach nicht einmal mit einem so guten Erfolg. Das Ergebnis erhielt sie dann während der Abschlussprüfungen an der Schule im Juli. Von 100 Punkten erreichte sie, trotz Nervenkitzel, 94 Punkte. Eine echte Zusatzqualifikation für Verena, denn sie möchte später einmal Fremdsprachenkorrespondentin oder Dolmetscherin werden.

Ihren Traumberuf möchte sie gleich im Anschluss an die zehnte Klasse an der Weidener Sprachenschule erlernen. Dort werde sie eine zweijährige Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin machen. Danach könnte sie sich drei Jahre zur Europakorrespondentin weiterbilden oder durch die "Berufsschule plus" mit zusätzlichen Prüfungen und Unterrichtsstunden das Fachabitur machen, berichtet die Auerbacherin.

Aufenthalte im Ausland seien Pflicht ebenso wie die Ausbildung in einer ersten und zweiten Fremdsprache. Verena sagt von sich, dass sie ein offener, kommunikativer Mensch sei. Außerdem sei sie kreativ und musikalisch. Denn neben all dem Lernen hat Verena noch andere Leidenschaften. Sie fotografiert gerne, bringt sich selbst Klavierspielen bei und dreht Videos, zum Beispiel einen Aerobic-Film für den Kirchenthumbacher Sportclub, den sie bei Youtube eingestellt hat. Ihr Können beim Singen setzt sie mit der Band "L´spoir" (die Hoffnung) um. "Meine Freundin Emma Wittmann und ich singen moderne Kirchenlieder mit einem 70-jährigen Klavierspieler. Wir haben schon öfter bei Taufen oder Kommunionen gesungen", berichtet die Realschulabsolventin.

Antrieb: Neugierde

Ihr größter Traum sei, einmal nach Südkorea zu reisen und dort die Menschen und das Land kennenzulernen, erzählt die 16-Jährige. Durch Zufall habe sie koreanische Bands und deren Musik im Internet gefunden, das habe sie auf die Reiseidee gebracht. Entspannungsurlaub am Strand und ein paar Palmen sind Verena aber zu wenig. Sie möchte in Städte reisen und etwas über die Welt erfahren, betont sie. Angst habe sie keine, lacht sie, da sei die Neugierde viel zu groß. 

Barbara Schuster

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