Mittwoch, 13.11.2019

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"Was wären Feuerwehren und Kirchen ohne Mitstreiter?"

Beim Abend des Ehrenamtes in Königstein schlug Bürgermeister Hans Koch nachdenkliche Töne an - 28.04.2019 17:55 Uhr

Glückwünsche von Bürgermeister Hans Koch (Mi.) und Landrat Richard Reisinger (re.) gab es für den geehrten Feldgeschworenen-Obmann Georg Kolb (li.). © Klaus Möller


70 Vertreter aus Königsteiner Vereinen und Gruppen waren Hans Kochs Einladung nach Pruihausen gefolgt. Im Saal des Gasthofs "Jägerheim" hatte sich eine bunte Mischung der Generationen von jung bis alt eingefunden. Praktisch alles war vertreten, was sich derzeit im Gemeindeleben in den Bereichen Hilfsdienste, Kultur, Sport und Freizeit uneigennützig einbringt. In Vertretung aller für die Gemeinde ehrenamtlich Tätigen waren die Feldgeschworenen eingeladen. An ihrer Spitze steht Feldgeschworenen-Obmann Georg Kolb, der kürzlich für seinen 40-jährigen Dienst als Feldgeschworener von Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) geehrt wurde. Der Bürgermeister begrüßte unter anderem auch Landrat Richard Reisinger (CSU) und den zweiten Bürgermeister Klaus Hafner (CSU-EL) zu der Veranstaltung.

Fokussierung auf Materielles

Koch zeigte sich überzeugt davon, dass – trotz mancher Schwierigkeiten – alle Ehrenamtlichen ihren Einsatz gerne erbracht, damit Hilfe geleistet und Sicherheit verbreitet hätten. Die Gemeinde wolle daher ein herzliches "Vergelt´s Gott" sagen. Der Stellenwert der Ehrenamts verliere in der Gesellschaft jedoch immer mehr an Bedeutung, klagte Koch. Geschätzt würde zusehends nur die bezahlte Arbeit; das Ehrenamt sei aber unbezahlbar.

Die Bedeutung aller Ehrenamtlichen für ein lebenswertes Leben im gesamten Landkreis und in den Gemeinden illustrierte Koch mit der Frage: "Was wäre, wenn Parteien, Kirchen, Verbände, Vereine, die Feuerwehren und Hilfsdienste keine ehrenamtlichen Helfer mehr hätten?"

Viele wichtigen Institutionen unserer Gesellschaft, so Koch weiter, befänden sich bereits in einer Krise, die durch einen Mitgliederschwund und die abnehmende Bereitschaft für ehrenamtliche Arbeit zum Ausdruck käme. Gründe dafür sieht er im Wandel der Technik und der Wertvorstellungen. Aber auch gesetzliche Vorgaben im Datenschutz und Steuerrecht trügen dazu bei, die Freude am Ehrenamt zu nehmen. Deshalb habe er größten Respekt vor all jenen, die in einer ehrenamtlichen Funktion für die Gemeinde tätig sind. Sie seien wahre Vorbilder in einer Zeit, in der materielle Gesichtspunkte immer wichtiger würden.

Zwischen Frust und Freude

Landrat Richard Reisinger schloss sich den "philosophischen" Ausführungen des Bürgermeisters zum Ehrenamt uneingeschränkt an. Er könne aus eigener Erfahrung bestätigen, dass ein Ehrenamt durchaus Zusammenhalt beschere. Doch nicht nur die oft schwierige Besetzung von Vorstandsämtern bringe auch manche Frustration mit sich. Deshalb laute seine Bitte an alle Ehrenamtlichen: "Haltet durch."

Klaus Möller

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