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Freitag, 24.05.2019

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Was wird aus dem Betzensteins Freibad?

Nach fast einem halben Jahrhundert ist die beliebte Freizeiteinrichtung dringend sanierungsbedürftig - 14.05.2019 23:40 Uhr

Nach 45 Jahren ist das Freibad Betzenstein dringend sanierungsbedürftig. Wo das dafür benötigte Geld herkommen soll, steht allerdings noch in den Sternen.


Wetterbedingt verursacht die wichtigste Betzensteiner Freizeiteinrichtung jährlich bis zu 120 000 Euro Betriebskostendefizit, obwohl die Besucherzahlen für eine Stadt dieser Größe mit rund 30 000 bis 40 000 Besucher in einer Saison für den Stadtrat zufriedenstellend sind.

Das ist ein großer Ausgabeposten, der den kleinen Betzensteiner Haushalt über Gebühr belastet. Dass man in diesem Jahr die Eintrittsgelder erhöht hat, ändert daran nicht viel. Seit dem Bau ist nicht viel in die Technik investiert worden, so Claus Meyer, sei insgesamt gesehen angesichts ihres Alters noch gut in Schuss, aber eben veraltet.

Vor allem die Beckenwasserheizung bedarf eines Austausches, das die alte Technik vor allem zu viel Strom frisst. Eine energetische Sanierung der Heizung wäre dringend notwendig, um das wichtigste Merkmal des Freibads zu erhalten: beheiztes Wasser mit angenehmen Temperaturen. "Viele Firmen und Ehrenamtliche engagieren sich für das Freibad", sagt Meyer, aber da gehe es im Prinzip nur um optische Maßnahmen.

Claus Meyer rechnet mit bis zu 400 000 Euro Kosten, wenn das Freibad energetisch saniert und damit wirtschaftlicher werden soll. Das ist ein zu großer Brocken für die Stadt vor allem angesichts der Investitionen, die man die nächsten Jahre alleine für den Turnhallenneubau ausgeben muss. "Der Wille ist da, aber wir schaffen das nicht, jeder hängt dran, aber es ist für uns eine große Nummer", so Meyer Eine Förderung aus München für die Sanierung von Freibädern gebe es bis dato nicht – und der Landkreis investiere lieber in andere Freizeiteinrichtungen.

Jetzt sieht man einen kleinen Hoffnungsschimmer. Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler (FW), Rainer Ludwig aus Kulmbach erklärte bei einem Ortstermin am Montag mit FW-Kreisvorsitzenden Florian Wiedmann, Meyer und einem Großteil des Stadtrats, dass der Freistaat Bayern wohl die Förderung von Freibadsanierungen in den Landeshaushalt mit einstellen wird.

Dafür würden sich die mitregierenden Freien Wähler bei den jetzt anstehenden Haushaltsberatungen einsetzen. Allerdings seien wohl 20 Millionen Euro im Jahr Fördergelder "ein Tropfen auf den heißen Stein". Und unter welchen Voraussetzungen dann gefördert werden soll, sei noch völlig unkonkret. Angesichts der vielen Freibäder in Bayern "gehört da noch eine Null mit dran", erklärte Plechs Bürgermeister Karlheinz Escher, der ebenfalls Interesse an einem Ortstermin zeigte.

Jedenfalls sagte Ludwig seine Unterstützung zu. Sobald das Förderprogramm aufgelegt wird, werde er gemeinsam mit der Stadt Betzenstein einen entsprechenden Antrag auf Förderung stellen. Dabei sollen die Bedeutung des Freibads für die Stadt, aber auch für die Region betont werden und deren schulischer beziehungweise pädagogischer Aspekt für die Jugend. Immerhin, so Meyer, werde das Freibad nicht nur von Betzensteinern, sondern von Menschen aus den angrenzenden mittelfränkischen Landkreisen gerne besucht.

Touristische Attraktion

Das Freibad sei nach wie vor die zentrale touristische Attraktion in Betzenstein und ergänze sich gegenseitig auch mit dem angrenzenden Kletterpark und dem Campingplatz. "Wir haben hier kein Luxusproblem, sondern das Freibad ist eine wichtige Einrichtung für die Stadt", meinte dazu Stadtrat Uli Strauß.

InfoDas Freibad in Betzenstein wird am kommenden Samstag, 18. Mai, wieder geöffnet. Am Mitwoch, 31. Juli, wird dort die BR-Radltour Station machen. 

KLAUS TRENZ

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