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Samstag, 20.04.2019

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Wechselfehler mit Folgen für die SG-Handballer

Nach knapper Niederlage spitzt sich der Abstiegskampf für Auerbach/Pegnitz zu - 14.04.2019 20:37 Uhr

Durch einen Wechselfehler von Stephan Bruckmayer (in Blau, links) verlor die SG Auerbach/Pegnitz bitter gegen den TSV Mainburg (in Schwarz).


Noch lange nach Ende des Spiels haderte er mit der soeben vergebenen Möglichkeit, sich zumindest einen Punkt im Kampf um den Relegationsplatz zu sichern. Und während die Gäste sich und ihren Klassenverbleib feierten, standen und saßen die SG-Spieler konsterniert in der Helmut-Ott-Halle verteilt und starrten bitter enttäuscht vor sich hin.

Was war geschehen? Am Ende wusste keiner mehr so recht, wie es zu dem haarsträubenden Fehler gekommen war. Beim Stand von 22:22 und weniger als 30 Sekunden Spielzeit rannte Stephan Bruckmayer aufs Feld, nur um nach wenigen Schritten wieder in Richtung Seitenlinie zu eilen. Auch die aufmerksamen Zeitnehmer hatten die Aktion bemerkt und unterbrachen sofort. "Es gab durch den Abwehr-Angriff-Wechsel, den wir während des gesamten Spiels hatten, eine Spielertraube vor unserer Bank und als Maxi (Hofmann, Anmerkung der Redaktion) vom Feld kam und rief, ich solle raus, weil wir sonst keinen Kreisläufer hätten, bin ich eben losgerannt" so der niedergeschlagene Bruckmayer. "Ich habe nach zwei Schritten gesehen, dass schon sechs Feldspieler auf dem Platz standen, aber da war es auch schon zu spät. Ich glaube auch Maxi konnte in der Hektik die Spieler gar nicht alle sehen."

Die bittere Konsequenz der Aktion war zur Enttäuschung der gerade so richtig in Fahrt geratenen Tribüne eine Zeitstrafe gegen die SG und der Ballverlust an die Gäste. Die nahmen das Geschenk gerne an und nutzten fast mit dem Schlusspfiff eine heillos verwirrte blau-weiße Abwehr zum Siegtreffer. "Ich weiß nicht, wo in dem Moment meine Abwehr war", suchte Matthias Schnödt nach Gründen. Warum war er als einziger SG-Spieler auf seinem halbrechten Abwehrplatz und in der Nähe des Balles und warum tummelten sich alle anderen auf der linken Seite? So jedenfalls stand er allein gegen drei Angreifer, sodass Dominik Abeltshauser fast ungehindert den entscheidenden Treffer erzielen konnte.

Präzision fehlt

Dabei hätte es gar nicht zu diesem bitteren Ende kommen müssen. Der TSV Mainburg startete zwar besser in das Spiel und lag über fast die gesamte Spieldauer in Front, machte dabei aber nicht den Eindruck, er wolle mit aller Gewalt den Klassenverbleib schon jetzt eintüten. Die Schnödt-Sieben dagegen zeigte frühzeitig, dass sie gewinnen wollte und brachte die nötige Energie mit ins Spiel. Es fehlte allein an der nötigen Präzision. Trotz anfänglich etwas verhalten wirkender Angriffsbemühungen erspielte sich die SG einige gute Chancen, vor allen über Außen, die dann aber kläglich vergeben wurden. So zogen die Gäste ohne große Mühen und trotz eines gut haltenden Torwarts Max-Anton Seiffert bis zur 10. Minute auf 1:4 davon. Die SG kämpfte sich zurück, brauchte aber bis zur 24. Minute, um mit dem 9:10 den Anschluss wieder herzustellen, nur um gleich darauf erneut zwei Treffer hinzunehmen. Mehrmals vergab die SG beste Einwurfmöglichkeiten, sodass beim Stand von 11:13 die Seiten gewechselt wurden.

Die zweite Hälfte startete mit einem Tor für die SG und als Alexander Tannenberger in der 36. Minute per Strafwurf das 14:14 erzielte, hatte man das Gefühl, das Spiel würde nun in die gewünschte Richtung drehen. Doch im Anschluss ließ die SG erneut zwei Gegentore zu, ohne die eigenen Chancen zu nutzen.

Von fast allen Positionen wurden reihenweise die Bälle vergeben. Tannenberger, Bürger, Wislicenus, Schnödt, sie alle scheiterten in aussichtsreichster Situation. Dass die gegen Blau-Weiß sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter zur Beunruhigung im Team beitrugen, wollte Matthias Schnödt nicht abstreiten, aber auch nicht als Grund gelten lassen. "Ja, wir wurden mehrmals am Anpfiff und auch in der zweiten Welle unnötig ausgebremst, aber wir sind schließlich trotzdem im Spiel geblieben und hatten es selbst in der Hand."

In den letzten 20 Minuten kam Raul Adam, der für den verletzt ausgefallenen Valentin Kroher einsprang, ins Tor, brachte durch seine Erfahrung und einige Paraden sofort etwas Stabilisierung ins Team und spätestens als er einen Siebenmeter vereitelte und kurz darauf sogar einen abgewehrten Ball ins leere Tor der Gäste warf, hatte er nicht nur einen von Alexander Tannenberger vergebenen Strafwurf ausgemerzt, sondern auch die Tribüne endgültig zum Leben erweckt. Kurz darauf steht es 22:22, es sind noch 27 Sekunden auf der Uhr und Blau/Weiß hat den Ball. Der Rest ist bekannt.

Am Osterwochenende macht der Handball Pause, bevor es für die SG am Sonntag, 28. April, bei der HG Kunstadt zum vielleicht schon entscheidenden Duell um den Relegationsplatz kommt. Für Interessierte besteht schon jetzt die Möglichkeit, sich einen Platz im Fanbus (Abfahrt 13.15 Uhr am Place de Laneuveville) bei der Firma Cermak oder bei Peter Hackenberg zu sichern.

SG Auerbach/Pegnitz: Seiffert, Adam (1), Tannenberger (5/2), Schnödt (4), Bruckmayer, Weisser, Bürger, Wislicenus (3), Hofmann A., Hofmann Ma., Kraus, Schalanda (1), Edtbauer (3/1), Wilke (5).

TSV 1861 Mainburg: Möser H., Möser F., Joekel, Schmargendorf (1), Würfl, Covic (2), Von Horst, Fischbäck, May (4), Slouf, Heim, Mannel (2), Voves (5/3), Abeltshauser (9/2). 

VON HARALD WEIDMANN

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