Lärmemissionen

Wegen Schießlärm: Messaktion in Auerbach gestartet

11.9.2021, 11:00 Uhr
Lauter Geschützdonner aus dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr belastet die Anwohner seit Jahrzehnten. Jetzt wird gemessen. Das Bild entstand beim Manöver „Dynamic Front 21“ auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

Lauter Geschützdonner aus dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr belastet die Anwohner seit Jahrzehnten. Jetzt wird gemessen. Das Bild entstand beim Manöver „Dynamic Front 21“ auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. © Foto: Archiv/Jürgen Masching

Am 31. August startete die langfristige lärmtechnische Überwachung. Vorangegangen war dem eine zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung und den Anrainergemeinden getroffene Vereinbarung zur Durchführung einer Messkampagne (die NN berichteten ausführlich). Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Beschwerden aus der Bevölkerung über den Übungsbetrieb gekommen war, fand im Juli die zweite Informationsrunde der Bundeswehr zum Übungsbetrieb und Lärmimmissionen des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr in Auerbach statt, bei dem die Bundeswehr zusagte, "die Messungen auszuweiten, um ein besseres Gesamtbild zu erhalten.

Des Weiteren wird beabsichtigt, eingehende Beschwerden zu Fluglärm bei der Flugbetriebs- und Informationszentrale der Bundeswehr beim Luftfahrtamt der Bundeswehr sowie zu Schießlärm bei der Öffentlich-rechtlichen Aufsicht in München jeweils gebündelt zu bearbeiten und zu bewerten, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundeswehr.

Mobile Messanhänger

Fünf mobile Messanhänger wurden Ende August an den mit den Bürgermeistern und Anwohnern der Gemeinden Auerbach, Kirchenthumbach, Eschenbach, Freihung und Königstein vereinbarten Messpunkten durch die Immissionsmessstelle der Bundeswehr aufgestellt. "So konnte die am 30. August begonnene Großübung der Gaststreitkräfte "Saber Junction 21" von Anfang an messtechnisch begleitet werden", so Andreas Schmidt-Dannert Leiter der Öffentlich-rechtlichen Aufsicht vom Kompetenzzentrum Baumanagement München.

Nach einer ersten Fernanalyse könne laut Bundeswehr festgestellt werden, dass alle Systeme einwandfrei und ohne technischen Probleme in Betrieb genommen werden konnten. Die Auswerteeinheiten inklusive Software sowie die Bedieneinheit zur Fernabfrage der aufgezeichneten Messdaten laufen stabil, die Datenzugriffe sind möglich. Zuvor galt es jedoch noch einiges zu koordinieren und zu tun, so Edwina Gramotke vom Kompetenzzentrum Baumanagement der Bundeswehr in München. Gramotke ist zuständig für die Überwachung und Bewertung von Lärmemissionen militärischer Einrichtungen in Bayern.

Zuletzt war sie dazu einige Tage in der Region Grafenwöhr und berichtete von ihren Eindrücken. "Die Mitarbeiter der Immissionsmessstelle haben im Schichtdienst arbeiten müssen, damit alles rechtzeitig fertig wurde".

Punkte schon festgelegt

Im Verlauf der Planung zur Messkampagne konnten durch Eingaben von Bürgern bereits mögliche relevante Messpunkte identifiziert werden.

"Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten erfolgte problemlos, schnell und zielführend, so die Bundeswehr. Alle beteiligten Bürgermeister zeigten sich hilfsbereit und äußerten sich positiv hinsichtlich der Messung. Die Gemeinden sowie die Anwohner zeigten sich interessiert und sicherten proaktive Unterstützung zu2, heißt es.

Schmidt-Dannert weist darauf hin, dass auch für den unter amerikanischer Kommandantur stehende Truppenübungsplatz Grafenwöhr die gleichen Regeln für das Lärmmanagement zu Grunde gelegt werden, wie sie auch auf Truppenübungsplätzen der Bundeswehr verbindlich sind. Praktisch werden die Immissionen beim Schießbetrieb gemessen und mit den einzuhaltenden Lärm-Richtwerten abgeglichen.

"Da in der nächsten Zeit wieder mit einer Zunahme des militärischen Übungsbetriebs zu rechnen ist, freut es uns sehr, dass die zugesagten regelmäßig Messungen in den Anrainerkommunen begonnen haben", bestätigte auf Nachfrage der Bundewehr Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß.

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