Polizei- und Notarzteinsatz

Wegen Streckensperrung: Langes Warten am Pegnitzer Bahnhof

Volontärin beim Verlag Nürnberger Presse
Jana Vogel

Volontärin Lokalredaktion Pegnitz

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8.11.2021, 17:22 Uhr
So viele Menschen warten nicht oft vor dem Bahnhof in Pegnitz auf das Eintreffen eines Busses. Aufgrund einer Streckensperrung mussten alle Fahrgäste hier den Regionalexpress aus Bayreuth und Hof verlassen.

So viele Menschen warten nicht oft vor dem Bahnhof in Pegnitz auf das Eintreffen eines Busses. Aufgrund einer Streckensperrung mussten alle Fahrgäste hier den Regionalexpress aus Bayreuth und Hof verlassen. © Foto: Frank Heidler

Ein Polizei- und Notarzteinsatz war der Grund, weswegen die Bahnstrecke zwischen Pegnitz und Neuhaus gegen 6.45 Uhr gesperrt werden musste, heißt es von der Pressestelle der Deutschen Bahn in München. Damit strandeten zahlreiche Zugreisende auf der Fahrt zwischen Nürnberg, Bayreuth und Hof im Pegnitztal. Erst gegen 8 Uhr nahmen die ersten Busse im Schienennotverkehr Passagiere mit.

"In solchen Fällen setzen unsere Kollegen in der Leitstelle gemeinsam mit unseren Partnern im Busverkehr alles daran, möglichst schnell einen Ersatzverkehr mit Bussen zu organisieren", erklärt ein Pressesprecher der Bahn auf Anfrage. "Inwieweit und wie schnell dies möglich ist, hängt auch immer von der Örtlichkeit und Tageszeit ab."

Dies liegt daran, dass es keine spezielle Bereitschaft gibt, bei der Busfahrer auf Abruf bereitstehen. Stattdessen ist die Bahn auf die lokalen Transportunternehmen angewiesen. Diese könnten sich bei der Bahn als Kooperationspartner für bestimmte Gebiete registrieren lassen, erklärt Volker Hackenberg, Geschäftsführer bei Cermak Reisen. Die Auerbacher Firma gehört zu den Busunternehmen, die kurzfristig Fahrzeuge und Fahrer für den Schienenersatzverkehr bereitstellten. "Wenn es dann ein Problem auf der Strecke gibt, bekommt man einen Anruf von der Bahn und kann sagen, ob man gerade Kapazitäten hat."

Gerade zur Hauptverkehrszeit sind viele Busse ohnehin im Einsatz, beispielsweise für den Schülertransport. "Morgens ist es schwieriger, Fahrer zu finden, als zwischen 8 und 12 Uhr", weiß Hackenberg. Dann sind einige Fahrer gerade am Ende ihrer morgendlichen Tour und erklären sich bereit, die zusätzlichen Fahrten zu übernehmen.

Fahrer bestimmen die Route

Von der Deutschen Bahn erhalten die Busfahrer dann die Anweisung, welche Haltestellen sie anfahren sollen. Die Route dazwischen können sie selbstständig bestimmen. Zwischen Pegnitz und Neuhaus gebe es ohnehin nur eine Strecke, meint Hackenberg. Geht die Fahrt aber beispielsweise nach Nürnberg, können die Fahrer durchaus ihre eigene Erfahrung nutzen.

Wie oft die Firma Cermak Fahrten für die Bahn übernimmt, kann der Geschäftsführer schwer einschätzen: "Es kann sein, dass sie in der Woche dreimal anrufen, oder es kann sein, dass sie sich einen Monat lang nicht mehr melden." Dabei springen seine Fahrer nicht nur in Notfällen ein, sondern auch im Fall von Baustellen und anderen Sperrungen.

Am Montag waren die Busfahrer bis etwa 10.45 Uhr im Einsatz. Zwar konnte ein Teil der Züge über Weiden in der Oberpfalz umgeleitet werden. Die anderen Regionalexpresszüge wendeten jedoch in Pegnitz beziehungsweise Neuhaus. Mit vier Bussen wurden die Passagiere zwischen den beiden Bahnhöfen transportiert. Die meisten davon haben eine Kapazität von 45 bis 50 Sitzplätzen sowie etwa 20 Stehplätzen, schätzt Hackenberg. Dies ist deutlich geringer als die 122 Sitzplätze der zweiten und 24 Sitzplätze der ersten Klasse im Zug. So konnten nicht alle Bahnreisenden im ersten Bus nach ihrer Ankunft mitgenommen werden. Gemeinsam mit der längeren Fahrtzeit auf der Straße bedeutete dies für viele eine erhebliche Verspätung.

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