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Sonntag, 17.01.2021

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Weggeworfene Plastikflaschen: Auerbacher Müllwerker müssen nacharbeiten

Es geht mitunter wild durcheinander: Deckel und Schraubverschlüsse gehören nicht in Altglascontainer - 14.01.2021 16:48 Uhr

Diese Container auf dem Netto-Parkplatz betreut eine Firma aus Traunstein. In Auerbach nimmt auch das Rote Kreuz vor dem BRK-Heim Altkleider in einem entsprechenden Container entgegen. Das Bild entstand vor wenigen Tagen.

14.01.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Man sieht sie beim Blick in einen Altglascontainer immer wieder: Flaschen mit Schraubverschlüssen aus Metall oder Kunststoff, Spiegel, zugeschraubte Marmeladengläser, selbst Plastikflaschen werden eingeworfen. Für die Müllentsorger ist das kein Spaß. Diana Scheerschmidt, Sprecherin der Veolia Umweltservice GmbH, spricht von so genannten Fehlwürfen in den Altglascontainern. Dazu zählen beispielsweise auch Trinkgläser oder Spiegel, aber auch Kunststoffflaschen und Restmüll.

Möglich ist eigentlich nur die Entsorgung von unverschlossenen Verpackungsgläsern. "Alle Schraubverschlüsse von Gläsern sollten möglichst von den Flaschen getrennt und separat über die Gelbe Tonne entsorgt werden", betont Scheerschmidt.

In den Wertstoffhof

Im Amberg-Sulzbacher Land gibt es die gelbe Tonne nicht, die Verschlüsse können am Wertstoffhof in den Behältern für Mischkunststoffe oder Metall entsorgt werden. Sind im Altglascontainer Verschlüsse enthalten, müssen diese in einem technisch aufwändigen Verfahren vom restlichen Glas entfernt werden, erklärt die Veolia-Sprecherin.

Ein großer Zeitaufwand für die Mitarbeiter der Abholfirma sind die neben und auf den Containern abgestellten Flaschen. Auch Verschlüsse gehören nicht rein.

14.01.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Das Unternehmen betreut vom Standort in Hahnbach aus rund 550 Altglascontainer im gesamten Landkreis Amberg-Sulzbach. Zwölf Standorte entfallen auf das Gemeindegebiet von Auerbach. Die Container werden am jeweiligen Standort je nach Bedarf und Füllgrad mithilfe eines Kranfahrzeuges getrennt nach Farben geleert. Sind die Container voll, nehmen einige Menschen ihr Altglas nicht wieder mit, sondern deponieren es auf oder neben den Behältern. Mitgenommen wird dieses Altglas bei der Leerung auch, allerdings ist der Aufwand hoch.

Appell an die Bürger

Die Fahrerinnen und Fahrer müssen die zusätzlichen Flaschen händisch in die Glascontainer füllen. Danach wird der gesamte Container noch einmal mit dem Kranfahrzeug geleert, erklärt Diana Scheerschmidt die Vorgehensweise. Veolia appelliert daher an die Bürger, ihr Glas an einem anderen Standort zu entsorgen, sofern die nächstgelegenen Container bereits voll sind. "Es stehen dafür ausreichend Glascontainer im Landkreis zur Verfügung."

Altkleider werden im Raum Auerbach bei regelmäßigen Haussammlungen von den Ehrenamtlichen der Rotkreuz-Bereitschaft abgeholt. Zusätzlich stehen sechs Altkleidercontainer zur Verfügung: Fünf am Wertstoffhof und einer vor dem BRK-Heim am Behälterweiher. Diese Sammelbehälter werden auch regelmäßig einmal pro Woche ausgeleert. Diese Aufgabe, die rund zwei bis drei Stunden dauert, übernehmen meist Christine Biersack, Ewald Fellner und Georg Friedl.

Immer wieder Restmüll

Leider befinde sich in den Containern immer wieder Restmüll, bedauert zweiter BRK-Vorsitzender Daniel Sertl. Aber auch Tapetenreste, Plastikflaschen, kaputtes Spielzeug und sehr verdreckte und kaputte Kleidungsstücke wurden schon gefunden. "Ohne Handschuhe geht nichts beim Entleeren."

Auch komme es immer wieder vor, dass Kleidersäcke vor den Containern abgestellt werden. Meist seien diese zu voll oder zu schwer, oder die Leute haben wohl schlichtweg keine Lust, diese einzuwerfen, vermutet Sertl. Andere Anlieferer stellen ihre Kleidersäcke dann ebenfalls vor dem Container ab, weil sie den Eindruck haben, dieser sei bereits voll. Von den Ehrenamtlichen des BRK werden bei jeder Entleerung alle Kleidersäcke mitgenommen, auch wenn sie außen liegen. "Sind diese nass, werden sie bei uns zum Trocknen zwischen gelagert", berichtet der zweite Vorsitzende. Kleidercontainer anderer Organisationen seien für das BRK aktuell keine Konkurrenz.

Nicht wöchentlich kommen offenbar die Mitarbeiter des Aktionskreises Ostafrika e.V. (AKO) mit Sitz im oberbayerischen Traunstein zum Entleeren ihrer Container. Der gemeinnützige Verein unterstützt laut Internetseite Projekte in Tansania. Geld- und Sachspenden fließen vor allem in die Bereiche Gesundheitswesen, Grundversorgung sowie Bildung und Ausbildung. Der AKO hat drei Container zur Sammlung von Kleidung und Schuhen auf dem Parkplatz eines Auerbacher Supermarktes aufgestellt. Diese waren in den vergangenen Tagen nicht nur proppenvoll. Vor den Containern lagerten zusätzlich diverse Mülltüten, die ebenfalls auf Abholung warteten.

Ob tatsächlich immer Altkleider und Schuhe in den Tüten ist, und wie oft die Container geleert werden, konnten die Nordbayerischen Nachrichten nicht in Erfahrung bringen. Auch ist unbekannt, ob Schuhe und Kleidung direkt nach Ostafrika geschickt oder zugunsten eines Projekts in Tansania zuvor verkauft werden. Trotz zweimaliger schriftlicher Anfrage gab der Aktionskreis Ostafrika e.V. keine Auskunft.

BRIGITTE GRÜNER

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