Dank eines zwölfjährigen Jungen

Weidenseeser Weiher von wuchernden Wasserpflanzen befreit

16.9.2021, 13:00 Uhr
Lukas Weidinger ist zufrieden. Auf seine Anregung hin gab es an einem Weidenseeser Weiher eine Landschaftspflegemaßnahme.

Lukas Weidinger ist zufrieden. Auf seine Anregung hin gab es an einem Weidenseeser Weiher eine Landschaftspflegemaßnahme. © Foto: Klaus Trenz

Im August vergangenen Jahres legte er dem Stadtrat von Betzenstein bei einer Sitzung eine von ihm und Freunden gesammelte Unterschriftenliste vor, mit der Bitte, dem Weiher am westlichen Ortseingang ein Augenmerk zu schenken. "Der ist so zugewachsen, da sieht man gar nichts mehr", sagte der damals Elfjährige. Der bereits von der Verwaltung entsprechend formulierte Antrag ging glatt durch.

Die Stadt beantragte eine Landschaftspflegemaßnahme, die jetzt umgesetzt wurde. "Das ging echt schnell", freute sich der junge Mann nun und durfte gleich mit bewundern, welches ungewöhnliche Gerät dafür eingesetzt wurde.

Erwin Martin hat seine Teichmähmaschine selbst konstruiert und auch zusammengebaut.

Erwin Martin hat seine Teichmähmaschine selbst konstruiert und auch zusammengebaut. © Foto: Klaus Trenz

Mit seiner Teichmähmaschine, die einem Schaufelraddampfer gleicht, schnitt Erwin Martin aus Etzelskirchen mit einem Mähwerk zunächst die Wasserpflanzen unter Wasser ab und schaufelte sie dann mit einem Rechen ans Ufer, wo sie vom städtischen Bauhof aufgenommen und abtransportiert wurden.

Motor aus einem Minibagger

Der Kraftfahrzeugmechaniker in Rente hat seine Maschine, die an einen Traktor mit Schaufelrädern erinnert, selbst konstruiert und zusammengebaut. Der Motor eines Minibaggers liefert die Kraft, die mit Bioöl gefüllte Hydraulik bewegt die Gestänge für den Ausleger am Edelstahl-Mähboot. Weil das alles auch noch recht schnell und schonend für Fische geht, ist Martin ein gefragter Mann. Entfernt wurde nur die so genannte Krebsschere, eine Wasserpflanze, die man sogar im Handel kaufen kann und die wohl eher für einen Zierteich gedacht ist. Sie ist in Norddeutschland heimisch und "kommt in der Gegend eigentlich nicht vor". Das sagt Gudrun Reeb vom Landschaftspflegeverband Fränkische Schweiz. Die Pflanze sei im Sinn des Artenschutzgesetzes besonders geschützt und stehe sogar auf der roten Liste. Aber: Da sie auf einem Drittel des Weihers weiter stehen darf, sei die Mahd vertretbar und auch mit der Naturschutzbehörde abgesprochen.

Dass die Krebsschere den Weiher wieder schnell für sich in Beschlag nimmt, befürchtet Reeb nicht. Die Maßnahme werde wohl "zehn bis 15 Jahre" Bestand haben. Die Krebsschere ist auch ein Indikator für ein gesundes, nährstoffarmes Gewässer. Weil sie auf starke Schwankungen und Verunreinigungen empfindlich reagiert. Und nährstoffarme Gewässer stünden immer besonders im Fokus des Landschaftspflegeverbands und des Naturschutzes.

"Jetzt kommt wieder Luft und Licht ans Wasser", sagt Reeb. Zur Pflegemaßnahme gehört auch, dass man den Uferbereich verflacht. Damit Kleinlebewesen und Amphibien besser an das Wasser herankommen.

Hier hat auch Lukas seine Ohren gespitzt, beobachtet er doch liebend gerne Tiere. "Nicht zu glauben, was man mit einer Unterschriftensammlung erreichen kann", freut er sich.

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