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Weihnachtsfreude für todkranken Rentner

"Schmücken und Helfen": Journalist Thomas Knauber besucht als "Engel in der Not" bedürftige Menschen - 21.12.2018 17:36 Uhr

Zusammen mit Vertriebsleiter Armin Zapf (links) übergab Beka-Geschäftsführer Rudolf Brendel (r.) einen Scheck über 5000 Euro an Thomas Knauber für die NN-Aktion „Schmücken & Helfen“. Mit im Bild Klaus Altmann (2. v. re.). © Foto: Ralf Münch


Zusammen mit Vertriebsleiter Armin Zapf übergab Brendel einen Scheck über 5000 Euro an Thomas Knauber für die NN-Aktion "Schmücken & Helfen". Diese Aktion unterstützt seit Jahren arme und kranke Menschen. Thomas Knauber, früher Redakteur dieser Zeitung, ist in diesen Tagen dabei, die Spenden der Leser und Firmen direkt zu verteilen, von Haustür zu Haustür. Er fährt dafür von Königstein bis in die Fränkische Schweiz.

Er berichtete Brendel und Zapf von einem Fall vom Vortag: Er war bei einem Rentner, der äußerlich als Musterrentner gelten kann, reif für die Werbestrategen. Denn er hat ein immer lachendes, sympathisches Gesicht und ist groß gebaut. Aber wenn er aufsteht und laufen will, kommt das Drama: Binden liegen um die Füße, entzündete Haut hat Löcher, alle Muskeln sind steif. In seiner kleinen Wohnung entwirft er in kurzen Strichen sein Leben, das durch zwei Dinge erfolgreich wurde: Er war durch seinen fröhlichen Charakter überall beliebt, und er hatte gute Ideen, wie er in Notzeiten durchkommen könnte – zum Beispiel am Anfang einfach als Kellner, obwohl es überhaupt nicht sein Beruf war. Was ihm finanziell den Ruin brachte, war eine späte Ehe. Sie endete mit entleerten Konten.

Knauber besuchte auch einen anderen Rentner, bei dem er von Jahr zu Jahr ist. Diesmal sah er: Sein Alter schlug in den letzten zwölf Monaten herb zu. Der Mann kann nur noch gekrümmt am Tisch sitzen in seiner Billigwohnung. Der bittere Humor, der ihn immer trug, ist fast weg. "Diese Weihnachten", sagte er, "werden die schlimmsten."

Der Bayreuther Landrat Hermann Hübner unterstützt die NN-Aktion mit 500 Euro. © Foto: LRA


Wegen der Einsamkeit. Er kann kein Auto mehr fahren, weil die Versicherung zu teuer ist. Es steht im Hof. Sein Radius ist eingeschränkt auf 50 Meter um die Haustür. Mehr schafft er nicht. "Es ist die Pumpe." Das Rauchen. Er dreht sich eine dünne, wackelige Zigarette. Sie ist das End’ vom Lied, das Ende nach Jahren mit Nikotin. "Ich rauch’ ja schon fast nicht mehr."

Knauber warnt ihn vor der Zukunft, vor dem Altersheim. Dass er dafür gewappnet ist. "Das werden Sie nicht erleben", sagt der Rentner. "Ich räum mich vorher weg." Er hat vor 20 Jahren seine krebskranke Frau von Klinik zu Klinik gefahren, durch ganz Deutschland, und weiß, wie Kranke enden. Er will möglichst lange in seinen kleinen zugigen Zimmern bleiben, staubsaugen, putzen, Wäsche waschen. Damit seine Tage gefüllt sind.

Er bestaunt eine Bekannte, die auch in Rente ist und für ihn einkauft, alles zu Fuß. Sie läuft den Kilometer zu seiner Wohnung wie ein Wiesel. Er hat ihre Schritte von ihrem Fenster aus verfolgt, bewundernd. "Wie ein Strich zieht sie davon." Selbst hatte er es nie mit dem Laufen, weil er Mechaniker war und Rallyes fuhr. Das rächt sich jetzt. Es rächt sich bei sehr vielen Menschen, die Thomas Knauber besucht, dass sie mit ihrer Gesundheit ein Leben lang so locker umgingen – mit Rauchen und Alkohol, ohne Gymnastik oder Bewegung. Der "Musterrentner" fasst das Wesentliche eines guten Lebens in kurze Worte, als er Knauber verabschiedet: "Bleiben’S g’sund. Die Gesundheit macht alles möglich."

ZWenn Sie für Schmücken & Helfen spenden möchten, können Sie es auch nach Weihnachten direkt in der NN-Geschäftsstelle tun, oder auf das Konto "Freude für Alle" bei der Sparkasse Bayreuth, Nr. DE62 7735 0110 0038 0645 72 (BYLADEM 1 SBT). Eine Spendenquittung kommt, wenn Sie Ihre Adresse angeben. 

fca

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