Weiterer Rückgang der Schülerzahlen: Hotelfachschule vor Problemen

8.6.2021, 07:55 Uhr
Auch Werbemaßnahmen bei den einschlägigen Messen – wie hier in Nürnberg – brachten offensichtlich keinen durchschlagenden Erfolg bei der Zahl der Anmeldungen.

Auch Werbemaßnahmen bei den einschlägigen Messen – wie hier in Nürnberg – brachten offensichtlich keinen durchschlagenden Erfolg bei der Zahl der Anmeldungen. © Foto: Richard Reinl/Archiv

Eine eigens gegründete Strategiegruppe sollte die Hotelfachschule und die Berufsfachschule für Hotelmanagement besser bekannt machen und Schüler nach Pegnitz locken. Die Zahlen aber sprechen nicht gerade für einen Erfolg. Für die Hotelfachschule lagen insgesamt elf Anmeldungen für das kommende Schuljahr vor. Aber daraus wird nichts. Landrat Florian Wiedemann (FWG) holte sich bei Kultusminister Michael Piazolo in München eine Abfuhr.

Bei einer Sitzung der Strategiegruppe für die beiden Fachschulen war nämlich vereinbart worden, dass sich der Landrat nochmals mit der Bitte an München wendet, an der Hotelfachschule Pegnitz im Schuljahr 2021/2022 eine Klasse eröffnen zu dürfen.

Anmeldung im Wechsel

Piazolo machte in seinem Schreiben Ende April deutlich, dass er von der vereinbarten Regelung nicht abweichen werde. Diese sieht vor, dass abwechselnd an den Standorten Pegnitz und Bad Kissingen – dort gibt es eine staatliche Hotelfachschule – eine Klasse eröffnet werde. Damit geht in Pegnitz im nächsten Schuljahr nichts. Hintergrund dieser Regelung ist, die beiden Standorte der Hotelfachschulen Pegnitz und Bad Kissingen längerfristig zu sichern. Piazolo: "Diese Übereinkunft wurde zum Wohle beider Schulstandorte getroffen, damit in Zukunft am jeweiligen Schulort stabile Eingangsklassen im Zweijahresturnus gebildet werden können."

Für Pegnitz heißt das konkret, dass die Hotelfachschule im kommenden Schuljahr lediglich in der Fachstufe mit 13 Studierenden fortgeführt werden kann. Die Schule hat die Interessenten bereits darüber informiert und den Fortbildungsbeginn im Schuljahr 2022/2023 angeboten beziehungsweise darauf hingewiesen, dass sie sich auch in Bad Kissingen bewerben können.


Gnadenfrist für die Pegnitzer Hotelfachschule


Auch bei der Weiterbildung zum Gastronom hakt es. Das bereits im März vergangenen Jahres in München vorgelegte Konzept wurde aus fachlichen Gründen immer noch nicht genehmigt. Das Kultusministerium verlangte eine Nachbesserung. Diese hat die Hotelfachschule dann auch im Oktober der Regierung von Oberfranken übermittelt. Aber es geht nichts weiter. In der Überarbeitung ist darauf hingewiesen worden, dass die Abschlussprüfung für den theoretischen und praktischen Teil der Meisterprüfung noch mit der IHK abgestimmt werden müsse. Nach Aussage der Regierung von Oberfranken liege dazu keine weitere Äußerung vor.

Unabhängig davon, dass hier ganz offensichtlich der Amtsschimmel wiehert, liegen der Schule für die Ausbildung zum Gastronom keine konkreten Anmeldungen vor. Es gab lediglich wenige Anfragen bei der Schule.

Für die zweijährige Berufsfachschule für Hotelmanagement liegen dem Ausblick auf das neue Schuljahr zufolge lediglich zwei Anmeldungen vor. Das heißt, die Fachschule wird ab September nur in der BFSII mit 13 Schülern fortgeführt. Für die dreijährige Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement haben sich bisher zwar sieben Schüler angemeldet. Aber: Diese neue Sparte startet in Pegnitz nur dann, wenn sich mindestens 16 Teilnehmer melden. Dies zumindest will der Ausschuss für Kultur und Soziales dem Kreisausschuss beziehungsweise dem Kreistag empfehlen.

Reduzierte Stunden

Mit dem Wegfall der Eingangsklassen ändert sich auch die Personalplanung nicht unerheblich. Die Rede ist von einer Reduzierung um 36 Wochenstunden. Eine Lehrkraft, die 24 Wochenstunden unterrichtet, tritt Ende August 2021 in die Altersrente ein. Für die übrigen Lehrkräfte bedeutet die Personalreduzierung entsprechende Minderstunden.

Dagegen besteht im fachpraktischen Unterricht sowie im Bereich Mathematik ein Ersatz- und Neubedarf von acht Wochenstunden, die die vorhandenen Lehrkräfte nicht abdecken können. Mathe ist in der dreijährigen Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement aber ein Prüfungsfach zum Erwerb der Fachhochschulreife.


FWG-Antrag: Defizitäre Hotelfachschule schließen


Gegenwärtig wird dieser Bereich von einer nebenamtlich tätigen Lehrkraft unterrichtet, die aber nicht mehr als fünf Wochenstunden geben darf. Und eine Lösung kann die Verwaltung den Mitgliedern des Ausschusses nicht präsentieren. "Inwieweit hierfür geeignetes Personal gewonnen werden kann, ist derzeit noch offen", heißt es in der Vorlage nicht gerade verheißungsvoll.

Die Kreisverwaltung kommt zu dem Fazit, dass der Rückgang der Klassenzahlen sowie auch der Schülerzahlen dazu führen wird, dass die finanzielle Belastung des Landkreises Bayreuth, die im Haushalt 2021 auf rund 650 000 Euro veranschlagt ist, nochmals deutlich zunehmen wird. Konkrete Aussagen zu den Zuschüssen zu den Personalkosten für Lehrer seien außerdem derzeit nicht möglich. Die Verwaltung rät den Ausschussmitgliedern, dass eine Klasse für das Hotel- und Tourismusmanagement nicht eröffnet werden sollte, wenn bis zur nächsten Sitzung des Kreistags die Mindestzahl von 16 Schülern nicht erreicht werde.

Keine Kommentare