17°

Mittwoch, 26.06.2019

|

zum Thema

Welcher Gourmet mag schon Sieben auf Kraut?

Kulturgut zerstört: Auf Speisekarten finden sich neuerdings nicht nur sechs oder zwölf Bratwürste - 31.05.2019 12:59 Uhr

Original nur Sechs auf Kraut: Der Chef des Nürnberger "Bratwursthäusle", Werner Behringer, präsentiert das fränkische Nationalgericht. © Roland Fengler


Neuerdings wird dieses Kulturgut, das jeden Gourmet dahinschmelzen lässt, massiv bedroht, um nicht zu sagen, schnöde zerstört. Ein Blick in die Speisekarten in und um Franken herum genügt, um die Auflösung der guten Sitten mit einem Blick zu erfassen. "Sieben auf Kraut" muss man da lesen, auch acht sollen sich auf der Beilage aalen, wer dann noch nicht satt ist, kann sich elf (!) einverleiben.

Heilige Bratpfanne, was ist da los in unseren Küchen? Rainer Heimler kann sich das auch nicht erklären. Als Vorsitzender des Schutzverbandes Nürnberger Bratwürste e.V. ist er so etwas wie der Gralshüter der fränkischen Speisekultur.

Nur die bekömmliche Variante

Die Sechs, die Neun und für die ganz Hungrigen sind auch die Zwölf auf dem Teller genehmigt, das war schon immer so, sagt Heimler: "Wer andere Zahlen anbietet, der outet sich als Ignorant."

Konsequenzen müsse der Gastwirt oder die Wirtin freilich nicht fürchten, "aber wir ziehen schon die Nase rauf", kündigt der Chef des Schutzverbandes an. Wer einst die Zahl Sechs als Richtmaß aller Fingerlinge festgelegt hat, weiß Heimler freilich auch nicht. Da gebe es "keine gesicherten Erkenntnisse".

Aber dass man wahlweise sechs, neun oder zwölf Würstchen dem Gast anbietet, sei nicht nur ein "altes Gewohnheitsrecht", es habe sich einfach "als vernünftig" erwiesen, sagt er. Denn es sind, man staune, die bekömmlichsten Varianten. In diesem Sinne: Wer seinen Gästen "Guten Appetit" wünscht, muss auch Sechs, Neun oder Zwölf liefern. 

Sieben, Acht oder Elf sind in diesem Fall keine Glückszahlen. Sie könnten Kummer machen.

Bilderstrecke zum Thema

Mit Bier und Blasmusik: Das sind die Bilder vom 8. Bratwurstgipfel

Der Bratwurstgipfel ist ein echter Besuchermagnet. Auch wenn heuer keine 20.000 Besucher in Pegnitz waren, ziehen die Veranstalter ein positives Fazit.Die kleinen Besucher konnten sich am naheliegenden Spielplatz austoben, während die Eltern und Großeltern sich durch rund 25 klassische und Kreativbratwürste probieren. Den Titel "Bratwurstkönig" sicherte sich in diesem Jahr Stephan Jamm aus Unterfranken.


 

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz