Weniger aktive Brandschützer in Pegnitz

9.3.2017, 09:02 Uhr
Einschneidendstes Erlebnis der beteiligten Feuerwehrler war im abgelaufenen Jahr der Schulbusunfall zwischen Reisach und Penzenreuth. Schwierig war die Bergung des schwer verletzten Fahrers aus dem demolierten Schulbus.

Einschneidendstes Erlebnis der beteiligten Feuerwehrler war im abgelaufenen Jahr der Schulbusunfall zwischen Reisach und Penzenreuth. Schwierig war die Bergung des schwer verletzten Fahrers aus dem demolierten Schulbus. © Ralf Münch

Die Wehren versuchten, diesem Mitgliederrückgang entgegen zu wirken, erklärte er weiter. Mittlerweile gebe es im Stadtgebiet vier Kinderfeuerwehren.

Raab hatte alle fast 65 Kommandanten der 18 Ortsfeuerwehren zu einer Versammlung mit anschließendem Essen eingeladen. Zu den Gästen gehörten auch Vertreter des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes und der Polizei.

Bürgermeister Raab dankte zuerst den Floriansjüngern für ihren selbstlosen und ehrenamtlichen Einsatz und blickte dann auf das vergangene Jahr zurück. 2016 habe es "schreckliche Bilder" vom Zugunglück in Bad Aibling, vom Hochwasser im Mai oder den Gewaltakten in Würzburg, Ansbach und München gegeben.

Auf die Feuerwehr wartete eine große Bandbreite an Einsätzen, die die Frauen und Männer manchmal an ihre physischen und psychischen Grenzen brächten. Denn oft würden die Menschen mit Leid und Tod konfrontiert. Mittlerweile gibt es eine psychosoziale Beratung, die beim Verarbeiten helfe.

In Pegnitz war der Schulbusunfall bei Reisach das einschneidendste Erlebnis für die Feuerwehren. Bei den 237 Einsätzen trugen die Wehren aus Pegnitz und Trockau die Hauptlast. Insgesamt gingen die Einsätze um etwa 30 Prozent zurück im Gegensatz zu 2015. Trotzdem würden an die Feuerwehren immer höhere Ansprüche gestellt, aber die Feuerwehrschulen bilden aus. "Geht ruhig und nutzt die Angebote", forderte Raab.

Aber es habe auch eine Vielzahl erfreulicher Ereignisse gegeben. Die Pegnitzer Feuerwehr feierte 150-jähriges Jubiläum und richtete den 34. Tag der Feuerwehren aus. Heuer werde dieser in Willenreuth stattfinden.

Auch um die technische Ausstattung will sich die Stadt kümmern und weiter in Ausrüstung und Lehrgänge investieren: "Wir alle wissen, was wir an unseren Feuerwehren haben", sagte Raab. Ein Highlight war das Video der Pegnitzer Wehr über die Bildung der Rettungsgasse gewesen. Mittlerweile wurde es 2,7 Millionen mal gesehen. Viele Fernsehteams hätten darüber berichtet.

Personelle Änderungen

Es gab auch personelle Änderungen. Einige langjährige Kommandanten schieden altersbedingt aus, es steht ein Generationenwechsel an.

Verabschiedet wurden der ehemalige Kreisbrandinspektor Adolf Mendel und Kreisbrandmeister Andreas Mahlert. Auf diese beiden Männer hätten sich die Wehren immer verlassen können. Kreisbrandrat Hermann Schreck dankte den beiden für ihre gute Arbeit, aber auch den anderen Hilfsorganisationen für gute Zusammenarbeit.

Trotz rückläufiger Einsätze, dürfe man sich nicht dazu verleiten lassen, es ruhiger angehen zu lassen zu wollen. Denn es könne jederzeit eine Alarmierung kommen.

Auch der neue Kreisbrandinspektor Stefan Steger dankte seinen Vorgängern. Er wies auf Termine hin. Am 27. Mai ist der Jugendfeuerwehrtag in Plech, im August findet ein Zeltlager im Fichtelgebirge statt. Weiterhin gibt es sieben Leistungsprüfungen in Pegnitz. Erstmals führt eine Bildungsfahrt für Kommandanten nach Würzburg.

Fotografieren statt helfen

Polizeichef Roland Schmitt dankte den Feuerwehrleuten. Denn ein Feuerwehrmann helfe jedem. Schmitt sieht in der Gesellschaft einen Bewusstseinswandel. Viele Menschen machten Bilder, anstatt zu helfen.

Die Anforderungen an die Wehren hätten sich geändert. Früher wurden Brände gelöscht, dann kamen technische Dinge dazu und Hochwasser. Aber heute gebe es ganz neue Bedrohungen durch Gewalt- und Terrorakte. Auch Christian Bickel vom Technischen Hilfswerk freute sich über den Austausch zwischen den Einsatzkräften. Die Versammlung machte deutlich, dass die Stärkung des Ehrenamts oberste Priorität habe.

Keine Kommentare