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Weniger Ferienjobs wegen Corona

Die großen Firmen in der Region beschäftigen heuer weniger Ferienarbeiter. KSB Pegnitz ist die Ausnahme. - 30.07.2020 16:07 Uhr

Die 19-jährige Isabelle Sporer aus Kaltenthal macht Ferienarbeit in der Lackiererei bei der KSB. Dort grundiert sie Spiralgehäuse von Pumpen. Dieses Jahr hat sie ihr Abi beendet und will bald in Nürnberg oder Würzburg Grundschullehramt studieren. Einfach war es für sie nicht einen Ferienjob zu bekommen: „Ich hatte mich bei ZF in Auerbach und bei Klubert + Schmidt in Pottenstein beworben. Aber immer nur Absagen bekommen, was natürlich auch der Kurzarbeit geschuldet ist.

© Foto: Ralf Münch


Auf den Job-Portalen für Schüler und Studenten waren heuer sehr viel weniger Stellen ausgeschrieben. Die meisten Angebote in den Sommermonaten beziehen sich auf den sozialen Bereich und die Gastronomie. In der Region bieten traditionell die größeren Produktionsbetriebe Ferienjobs für junge Leute. Wie sieht es heuer damit aus, gibt es weniger Ferienjobs als sonst, weil viele Firmen ja nach wie vor Kurzarbeit angemeldet haben?

Für alle Studierenden, die in der Region nicht ganz so gut vernetzt sind, gibt es diverse Jobbörsen – vom Restaurant bis hin zu Unternehmen, die Unterstützung in der Produktion oder Logistik brauchen, ist alles dabei. Die meisten großen Unternehmen aus Pegnitz und Auerbach haben auch in diesem Jahr Ferienarbeiter eingestellt – oder tun dies noch ab nächster Woche.

Die Pegnitzer Firma KSB, Anbieter von Pumpen, Armaturen und zugehörigen Serviceleistungen, hat heuer circa 40 Ferienjobs an Schüler und ehemalige Auszubildende, die sich weiterbilden wollen, vergeben. Die jungen Leute arbeiten mit Beginn der Sommerferien und darüber hinaus, sagt Alexandra Leiner von der Konzernkommunikation. "KSB Pegnitz hat auf die Corona-Rahmenbedingungen mit Hygienekonzepten und organisatorischen Änderungen reagiert und ohne Unterbrechung oder Kurzarbeit produziert. Der Bedarf an Ferienhelfern ist in den Fachabteilungen dieses Jahr etwas geringer als im Vorjahr", erklärt KSB-Personalleiter Volker Plotz. Die Beschäftigung von Ferienarbeitern sei für KSB eine gute Möglichkeit, jungen Menschen einen Einblick in die Arbeitswelt zu geben sowie potenzielle geeignete Auszubildende kennenzulernen und zu gewinnen.

"Zudem halten wir so persönlich und fachlich Kontakt zu ehemaligen Auszubildenden, die sich weiterentwickeln möchten", betont Volker Plotz. Das Unternehmen bildet am Standort Pegnitz rund 60 Auszubildende in den Berufen Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker und Gießereimechaniker aus. Darüber hinaus werden duale Studenten in den Bereichen Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen ausgebildet. "Die hervorragenden Leistungen von Auszubildenden und Dualstudenten ist ein Ergebnis der KSB-Berufsausbildung, die schon mehrfach national und regional ausgezeichnet wurde", sagt Plotz.

Circa 50 jungen Frauen und Männern gibt in den Sommerferien der Automobilzulieferer ZF einen Ferienjob. "Die Studenten und Schüler werden in den Werken Auerbach und Bayreuth in Produktion und Lager vorwiegend in Schichtarbeit eingesetzt", teilt Miriam Feigt, Assistentin der Geschäftsleitung mit. Wegen der Corona-Pandemie habe sich heuer alles etwas verzögert, weshalb die meisten Ferienjobber erst am kommenden Montag beginnen. Leider könne man in diesem Jahr keine Bürojobs anbieten.

Auch bei Cherry in Auerbach, Hersteller elektronischer Geräte, gibt es Ferienjobs, wenn auch nur wenige. "Wir haben nur vier Schüler genommen, auch weil wir nicht so viele Möglichkeiten für Ferienarbeiter haben", erklärt Personalleiterin Sonja Scharl. Anders sieht es bei der Pegnitzer Firma Baier + Köppel aus. Weil sich das Unternehmen in Kurzarbeit befinde, stelle man momentan keine Ferienarbeiter ein, teilte Bert Pennekamp mit.

UDO FÜRST

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