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Wenn der Amtsschimmel nur langsam trabt

Einige Auerbacher Stadträte haben keinerlei Verständnis für den Verwaltungsaufwand zur Ermöglichung eines Bauplatzes am Speckbachweg - 12.04.2019 09:00 Uhr

Im Gewerbegebiet Saaß läuft die Erschließung derzeit schon auf Hochtouren. Der Bebauungsplan wurde in der jüngsten Stadtratssitzung beschlossen. Über den Mehraufwand an Arbeitszeit und Kosten, die von amtlichen Vorschriften verursacht wurden, ärgerten sich gleich mehrere Auerbacher Stadträte.


Bürgermeister Joachim Neuß (FW) sprach von einer "langen Genese". Unter anderem musste eine hydrogeologische Untersuchung des künftigen Baugrunds gemacht werden, obwohl das Grundstück auf Flurnummer 840 im Flächennutzungsplan bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen ist.

Bedenken hatte es vom Bauamt und von der Unteren Naturschutzbehörde am Amberger Landratsamt gegeben, erläuterte der Rathauschef. Unter anderem ging es dabei um den Verlust von sogenanntem Retentionsraum am Speckbach. Die Rede sei von einem 4020 Quadratmeter großen Areal, das eine Parzelle ergeben wird. Ein nachgeborener Auerbacher möchte dort bauen. Die Planungskosten trage laut Übereinkunft der Bauwerber, so Joachim Neuß.

"Schade, dass man so etwas braucht", meinte beispielsweise Edmund Goß (SPD). Die amtlichen Vorschriften haben hier Arbeitszeit und Kosten verursacht. "Das kann nicht sein!" betonte auch Holger Eckert, Fraktionssprecher der Freien Wähler.

Fakt sei, dass es sich schon immer um ein Baugebiet handele. Trotzdem seien Steuergelder verbraucht worden, um ein komplettes Bebauungsplanverfahren durchzuführen. Es sei nun schon zum zweiten Mal vorgekommen, dass bei einem genehmigten Flächennutzungsplan zusätzlich ein Bebauungsplan gefordert wurde, bedauerte auch Martin Weiß (FW). "Das bedeutet extra Kosten für die Bürger." Josef Lehner (CUU) riet dazu, wachsam zu sein, da Bauwillige dank solcher Vorschriften der Behörden womöglich aus Auerbach verscheucht werden.

Vereinfachtes Verfahren

Die Aufstellung des Bebauungsplanes "Speckbachweg" mit einer Bauparzelle wurde vom Stadtrat schließlich einstimmig beschlossen. Die Aufstellung wird im vereinfachten Verfahren durchgeführt.

Mit dem Antragsteller wird ein Vertrag zur Übernahme der Planungskosten abgeschlossen. Der Auftrag für die Erstellung der Planunterlagen wird an die Landschaftsarchitektin Ursula Barth aus Ohrenbach erteilt.

Als Satzung beschlossen wurde der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Saaß. Eine erste Würdigung von Anregungen der Bürger und Behörden wurde bereits am 5. Dezember 2018 durchgeführt. Die damals beschlossenen Änderungen wurden in die Bauleitplanung eingearbeitet.

Eine weitere öffentliche Auslegung gab es vom 8. März bis 9. April. Bedenken von Bürgern gingen dabei allerdings nicht ein. Einige Stellungnahmen kamen von den Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereiche durch die Planung berührt werden.

In Absprache mit der Verwaltung wurde die Abwägung durch die Fetsch Landschaftsarchitekten durchgeführt. Aus einem Geheft, das den Stadträten, jedoch nicht der Presse zugestellt wurde, waren die Details ersichtlich.

Das Gremium folgte einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Den Würdigungen durch das Architekturbüro wurde damit ebenfalls zugestimmt. Gleichzeitig wurde der Bebauungsplan "GI/GE Saaß" als Satzung beschlossen.

Der Bebauungsplan mit den darauf enthaltenen Festsetzungen, Hinweisen sowie Vorschriften und der Begründung wird damit integraler Bestandteil der Satzung. 

VON BRIGITTE GRÜNER

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