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Montag, 14.10.2019

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Wer zahlt für das marode Volsbacher Gotteshaus?

Die Gesamtkosten des Sanierungskonzeptes werden auf 610.000 Euro beziffert - 26.05.2019 10:00 Uhr

Die Pfarrkirche in Volsbach ist dringend renovierungsbedürftig. Nun hat die katholische Kirchengemeinde bei der Gemeinde Ahorntal einen Zuschuss beantragt. Die will aber abwarten, welche Summen von kirchlicher Seite fließen, ehe sie tätig wird.


"Solange wir nicht genau über die Gesamtkosten informiert sind, können wir da keinen Betrag zusagen", sagte Dritter Bürgermeister Johannes Knauer (CWU) bei der Gemeinderatssitzung. Es müsste auch erst geklärt sein, ob von anderer Seite Zuschüsse fließen. Als denkbaren Betrag von Seiten der Gemeinde nennt er 5000 Euro.

Ähnlich sieht es Manfred Herzing (FBA). "Wir müssen erst wissen, was von Bamberg und den verschiedenen Stiftungen kommt", sagte er. Erst dann, wenn man wisse, was noch als Restbetrag finanziert werden müsse, könne man eine Entscheidung treffen, wie viel von der Gemeinde zugeschossen werde.

Man dürfe nicht vergessen, dass man bei der Kirchenrenovierung in Oberailsfeld auch 10  000 Euro gegeben habe, erinnerte Marcel Dielesen (CWU). Thomas Nägel (CWU) erwähnte, dass vom Gemeinderat einst ein grundsätzlicher Fünf-Prozent-Zuschuss beschlossen wurde. Auch er appellierte, den Beschluss erneut zurück zu stellen und dann den zu finanzierenden Restbetrag in Relation zu einem Gemeindezuschuss zu setzen.

Monika Grüner-Schürer (FBA) schlug einen Zuschuss von zunächst 5000 Euro vor. "Und wenn das nicht reicht, können wir immer noch etwas dazugeben", sagte sie. Das sei ein guter Kompromissvorschlag, stimmte Bürgermeister Florian Questel (Grüne) zu. "Die Kirchengemeinde muss schon so viel schultern", war die Meinung von Manfred Richter (FWA) und sprach sich für 15  000 Euro Zuschuss aus.

"Entweder der Kapellenbauverein gibt etwas dazu oder es gibt feste Zuschüsse über das Bamberger Erzbistum", sagte Manfred Herzing (FBA). "Ich bin grundsätzlich dafür, dass wir etwas geben, aber es müssen erst die anderen Zuschüsse klar sein", sagte er.

Für die angesprochene 5000-Euro-Variante sprach sich auch Stephan Wickles (parteilos) aus. "Das halte ich für sinnvoll", führte er aus. Und so lautete auch der einstimmige Beschluss schließlich, dass die Gemeinde erst einmal einen Zuschuss von 5000 Euro leistet – und wenn danach immer noch Bedarf herrsche, solle das Thema noch einmal diskutiert werden.

"Die Innensanierung der Volsbacher Pfarrkirche soll nächstes Jahr nach dem Weißen Sonntag und bis Weihnachten durchgeführt werden", sagt Kirchenpfleger Jörg Neubauer auf NN-Nachfrage. Unter Federführung des Hollfelder Architekten Hartmut Schmidt gehe es um die komplette Sanierung der schadhaften Innenraumschale. "Dazu gehören die Altäre und Figuren ebenso wie die gesamte Elektrik und der Einbau einer Wandheizung, die an die Heizung des Pfarrhauses angeschlossen werden soll", erklärt er weiter.

Erzbistum trägt 65 Prozent

Die Gesamtkosten des Sanierungskonzeptes würden auf 610  000 Euro beziffert, so der Kirchenpfleger. Größter Zuschussgeber sei das Erzbistum Bamberg, das 65 Prozent der Kosten tragen werde. "Die verbleibenden 213  000 Euro müssen durch weitere Zuschussgeber und die Kirchengemeinde aufgebracht werden", sagt er. Eine Zusage gebe es seitens des Landesamtes für Denkmalpflege: 10  000 Euro. "Es laufen noch Anträge bei der Oberfrankenstiftung, der Bayerischen Landesstiftung für Denkmalschutz, bei der Gemeinde, beim Landkreis Bayreuth und bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz", so Neubauer. Er hofft, im Herbst mit den Ausschreibungen zu beginnen.

Nach dem Bau des Pfarrzentrums vor fünf Jahren und der Sanierung des Kirchendachstuhls sowie des Daches vor zwei Jahren stehe die verhältnismäßig kleine Pfarrei vor einem letzten finanziellen Kraftakt. "Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung sowie durch verschiedene Aktivitäten wie Kirchweih, Konzerte, Patenschaftsaktion für Innenausstattung der Pfarrkirche wird versucht, den Pfarranteil so abzudecken, dass die wohl erforderliche Darlehensaufnahme im überschaubaren Rahmen bleibt", meinte Neubauer abschließend.

FRAUKE ENGELBRECHT

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