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Wie Christina Wellhöfer Stadtrat, Verein und Geschäft meistert

Starke Frauen-Serie: "Ich könnte das nicht alleine stemmen." - 12.08.2019 09:00 Uhr

Unternehmerin, Vereinsvorsitzende, Kommunalpolitikerin: Die Wahl-Pegnitzerin Christina Wellhöfer ist bei all ihren Aufgaben eine Teamplayerin. © Foto: Klaus Trenz


Wenn Christina Wellhöfer von ihrem Leben erzählt, kommt immer wieder dieses Wort vor: Team. "Ich könnte das nicht alleine stemmen. Hinter allem, was ich mache, steht ein gutes Team", erklärt die 50-Jährige. Das sei so bei ihrem Geschäft, Wellhöfers Weinladen, in ihrer Stadtratsfraktion Pegnitzer Gemeinschaft (PEG) und in dem 2016 gegründeten Verein Unser Pegnitz, dessen Vorsitzende sie ist.

"Laden würde nicht laufen"

"Der Laden würde nicht laufen ohne meinen Mann und die Kinder. Jeder hat seinen Aufgabenbereich", sagt sie. Ihr Weg zum Weingeschäft ist an sich schon eine Geschichte. Wellhöfer, geboren in dem 3000-Seelen-Dorf Tauberbischofsheim in Baden-Württemberg wollte eigentlich ihr Leben lang Hotelfachfrau werden. Im Zuge ihrer Ausbildung in Rothenburg ob der Tauber lernte sie ihren späteren Mann kennen, kurz darauf ging es zumindest räumlich wieder auseinander – für sie nach Frankfurt am Main, für ihren Mann Christian nach München. "Wir konnten beide das machen, was uns wichtig war", erinnert sie sich. Nach Frankfurt sei dann aber ein Wechsel nötig geworden: "Hotelmäßig ist es dort klasse, aber über die Landschaft reden wir besser nicht."


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Nach einem Intermezzo in der Lüneburger Heide wollte Christina Wellhöfer sich weiterbilden. Zur Auswahl standen die Hotelfachschulen Hannover, Heidelberg und Pegnitz. Damals, 1992, habe sie sich ganz bewusst für Pegnitz entscheiden, das Konzept der Schule habe ihr zugesagt. Sie erinnert sich: "Ich war damals erst im zweiten Jahrgang der Schule. Wir waren noch nicht in dem schönen Gebäude von heute, sondern im Keller der Berufsschule." In der Zeit sollte sie auch ihre ersten Erfahrungen im Weingeschäft sammeln – durch einen Nebenjob im Weinlager Wiesent an der Brauhausgasse. 

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Landhotel im Spessart aufgebaut

1994, nach ihrer Schulzeit in Pegnitz, bauten die inzwischen verheirateten Wellhöfers mit einem anderen Ehepaar im Spessart ein kleines Landhotel auf. "Wir haben sechs Tage die Woche für 15 Stunden am Tag gearbeitet", sagt Wellhöfer. "Ich wusste nur noch, welches Wetter wir haben, wenn ich auf der Terrasse bedient habe." Nach einem Jahr entschieden die beiden: "Wenn schon so viel gearbeitet wird, dann machen wir es für uns." Beiden sei klar gewesen, dass es zurück nach Pegnitz gehen sollte. Nachdem in der Gegend kein passendes Hotel für die Hotelfachfrau und den Koch zu finden war, übernahmen sie das aus Altersgründen aufgegebene Weinlager Wiesent, zu deren Besitzern sie immer den Kontakt gehalten hatte. Eine recht spontane Entscheidung, allerdings auch nicht völlig aus dem Nichts, wie Wellhöfer sagt: "Eine Vorliebe für Wein hatte ich schon immer."


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Im Jahr 2006 bildete sie dann zusammen mit anderen Einzelhändlern aus der Innenstadt den Arbeitskreis Unser Pegnitz, der sich für den Erhalt des Angebotes in der Innenstadt einsetzt. 2016 wurde die Vereinigung zum Verein umgewandelt, Wellhöfer zur Vorsitzenden gewählt. Auch in diesem Fall spricht sie vom Vorstand als Team, ohne das die Arbeit nicht möglich wäre.

2013 sei sie schließlich von Wolfgang Nierhoff gefragt worden, ob sie für die PEG für den Stadtrat kandidieren wolle – was sie erfolgreich tat: "Es bringt nichts, nur zu motzen. Für seine Ideen muss man etwas tun." In der Männerdomäne Politik findet sie sich gut zurecht, auch ihre beiden männlichen Fraktionskollegen bezeichnet sie als "Teil eines tollen Teams".

"Das alles macht mir Freude"

Das rückständige Bild vom starken Mann, dem die Frau den Rücken freihält, lässt sich auf die Wellhöfers so nicht anwenden. "Mein Mann ist oft wie mein Sekretär", sagt Christina Wellhöfer lachend. Neben all der Arbeit ist sie Hausfrau und Mutter. Ob ihr das manchmal zu viel wird? "Nein. Das geht alles mit einem guten Team, Spaß und Sinn in dem was man tut. Das alles macht mir Freude." 

JULIAN SEIFERTH

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