Von wenig erfreulich bis zweifelhaft

Wie CSU-Politiker aus der Region die schlechten Umfragewerte sehen

11.9.2021, 16:00 Uhr
Wohin geht es für die CSU und den Unionskandidaten Armin Laschet bei der Bundestagswahl am 26. September? Die aktuellen bayerischen Umfragewerte für die Partei verheißen nichts Gutes.

Wohin geht es für die CSU und den Unionskandidaten Armin Laschet bei der Bundestagswahl am 26. September? Die aktuellen bayerischen Umfragewerte für die Partei verheißen nichts Gutes. © Foto: Jana Vogel

Die Wahrheit wird am Ende in der Wahlurne liegen", antwortet der Pegnitzer Ortsverbandsvorsitzende Stefan Krieg, als er zu den historisch tiefen Umfragewerten der CSU von 28 Prozent gefragt wird. "Sie sind schon besorgniserregend, aber wir haben noch Zeit bis zur Bundestagswahl", findet er. Deshalb sei er optimistisch gestimmt. Auch, weil die Partei mit der Direktkandidatin im Wahlkreis, Silke Launert, eine gute Ausgangslage habe.

Ein Ansporn weiterzumachen und Stärke zu zeigen, sind die derzeitigen Umfragewerte für die Auerbacherin Birgit Barth. Es sei eine motivierende Herausforderung, gegen die schlechten Zahlen anzukämpfen. "Luftsprünge habe ich natürlich nicht gemacht", kommentiert sie, während sie auf dem Weg zum CSU Parteitag in Nürnberg ist. Die derzeitige Stimmung in der Partei empfindet die stellvertretende Ortsvorsitzende als "positiv kämpferisch". Ihr sei es wichtig, dass die Wähler sich eine eigene Meinung bilden und sich bei der Stimmabgabe nicht von Trends und Umfragen leiten ließen, weil diese nicht repräsentativ seien. "Das wäre gefährlich", meint sie. Wichtig sei, dass man wählen gehe: "Die Zweitstimme ist die Heimatstimme."

"Das aktuelle Umfragetief der Union ist aus Sicht meines CSU-Ortsverbandes alles andere als erfreulich", bringt es Waischenfelds Bürgermeister Thomas Thiem auf den Punkt. Eine komplett neue Bundesregierung mit einer anderen Ausrichtung, als es viele in 16 Jahren gewohnt waren, sei nicht mehr auszuschließen. Es stehe eine spannende Wahl und danach eine spannende Zeit bevor, so Thiem weiter. "Wir werden auf örtlicher Ebene vor allem unsere Bundestagsdirektkandidatin nach besten Möglichkeiten unterstützen, da sie aufgrund ihres hohen Einsatzes für unsere Region in den vergangenen Jahren ein sehr gutes persönliches Wahlergebnis absolut verdient hat", so der Ortsvorsitzende.

"Mit dem Auftritt im ZDF am Donnerstagabend hat unser Bundeskanzlerkandidat Armin Laschet spitzenmäßig gepunktet hinsichtlich Sachlichkeit, Menschlichkeit, Fachwissen und Detailkenntnisse", ist die Ansicht der Pottensteiner CSU-Ortsvorsitzenden Birgit Haberberger. Mit dem Parteitag am Freitag und Samstag in Nürnberg erhoffe sie sich weiterhin einen Aufschwung der Umfragewerte, da der Kanzlerkandidat und der CSU-Vorsitzende, Ministerpräsident Markus Söder, gemeinsam mit einer guten Mannschaft für Berlin antreten, so Haberberger weiter.

Zudem könne man die Wahl nicht nur an einem Spitzenkandidaten festmachen, sondern müsse auch die Mannschaft dahinter sehen, ebenso die direkten Abgeordneten vor Ort. "Da sind wir mit Silke Launert bestens vertreten", sagt Haberberger. Sie sei für den Ausgang der Wahl sehr zuversichtlich, dass die Menschen Sicherheit und Stabilität wählten. Dafür stehe die CDU/CSU.

Ähnlich sieht es Stephan Ertl aus Neuhaus/Pegnitz: "Die breite Bevölkerung weiß, dass es besser ist, wenn die Christsozialen regieren. Ich gehe davon aus, dass die Werte wieder besser werden", sagt der Ortsverbandsvorsitzende. An Infoständen habe er schon von Bürgern gehört, dass sie lieber Söder als Kanzler gesehen hätten. "Ich erinnere sie aber daran, dass unser Direktkandidat Ralph Edelhäuser sich für den Wahlkreis, das Nürnberger Land, einsetzt und sie die Erststimme ihm geben sollten", so Ertl weiter. Er ist sich sicher, dass es am Wahlsonntag eine Überraschung geben wird. Denn er bezweifelt die Aussagekraft der Umfragen.

Keine Aussage zum Umfragetief treffen wollte der Schnabelwaider CSU-Ortsvorsitzende Julian Hofmann. Seine Kollegin aus Creußen, Petra Preißinger, war nicht erreichbar.

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