Wie drei Gemeinden bisher ohne Corona-Tote durch die Pandemie gekommen sind

5.3.2021, 07:55 Uhr
Die Gemeinde Plech hat bislang keine Corona-Toten zu verzeichnen. Ebenso wie Plankenfels und Aufseß im oberfränkischen Verbreitungsgebiet der Nordbayerischen Nachrichten. Wir sprachen mit den drei glücklichen Bürgermeistern.

Die Gemeinde Plech hat bislang keine Corona-Toten zu verzeichnen. Ebenso wie Plankenfels und Aufseß im oberfränkischen Verbreitungsgebiet der Nordbayerischen Nachrichten. Wir sprachen mit den drei glücklichen Bürgermeistern. © Archivfoto: Brigitte Grüner

Als Verdienst der Gemeinde Aufseß will Alexander Schrüfer (WG Sachsendorf-Neuhaus) die vergleichsweise gute Corona-Lage in dem 1300-Einwohner-Ort nicht sehen. "Wir haben halt den Riesenvorteil, dass wir kein Altenheim haben", sagt Schrüfer. Schließlich habe es in diesen häufig lokale Ausbrüche gegeben, bevor es mit den ersten Impfungen losging.


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Dass von den bislang 36 Infizierten in Aufseß bereits 28 wieder genesen seien, ist in seinem Augen deshalb mehr Glück als eigenes Zutun gewesen. "Das war eine Glückssache", resümiert Schrüfer. Trotzdem ist der Rathaus-Chef voll des Lobes für die Bürger: "Sie sind sehr diszipliniert und distanziert. Mich wundert es ehrlich gesagt, dass sie immer noch so gut mitmachen. Denn von der Zeitspanne von über einem Jahr sind wir doch langsam so weit, dass es keiner mehr hören und sehen kann."

Dass auf dem Land vieles vereinzelter sei als in der Stadt, habe Aufseß ebenfalls in die Hände gespielt. Dem ländlichen Raum und der Wohnsituation schreibt auch der Plankenfelser Bürgermeister Harald Wich (CSU/WG) eine große Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus zu. "Wir haben keine Mehrfamilien-Wohnblocks, sondern überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser", beschreibt der Bürgermeister. "Und in den größeren Häusern wohnen meistens mehrere Generationen unter einem Dach."

Von den 17 Plankenfelsern, die sich bisher mit Covid-19 angesteckt hatten, sind inzwischen 15 wieder genesen. Bezogen auf die rund 890 Einwohner seien das keine allzu besonderen Werte, glaubt Wich. Wobei er schon froh ist, dass seine Gemeinde in der Corona-Statistik eher am hinteren Ende stehe. Auch er spricht von einer Glückssache, dass sich bislang zum einen eher wenige Menschen im Ort infiziert haben und zum anderen noch niemand mit oder an dem Virus verstorben ist.

"Man hat Platz, kann sich gut aus dem Weg gehen", schildert der Bürgermeister. Als weitere mögliche Einflussfaktoren auf die Corona-Verbreitung nennt er den Arbeitsort und die Freizeitgestaltung. "Wir hatten Glück, dass es bei uns noch wenige erwischt hat", sagt Wich, stellt aber auch klar: "Letztlich liegt es an jedem selbst, wie er mit der Pandemie umgeht, ob er zum Beispiel die Oma besucht oder Hinterhof-Partys feiert."

Als eine der wenigen Gemeinden im Landkreis Bayreuth gibt es gerade in Plech keine aktuellen Corona-Fälle. Auch sind dort bislang alle Erkrankten wieder genesen. Plechs Bürgermeister Karlheinz Escher (ÜWG) blickt trotzdem nüchtern auf die guten Corona-Zahlen in seinem Ort und erklärt: "Wir hatten relativ frühzeitig im März vergangenen Jahres schon die ersten Fälle in einer Familie. Längere Zeit hielt sich die Zahl konstant bei sieben. Im Herbst ging es aber dann auch in Plech mit den Zahlen nach oben bis zum derzeitigen Höchstwert von insgesamt 46 Erkrankten." Gleichzeitig seien teilweise etwa zehn Personen erkrankt gewesen, was für eine kleine Gemeinde wie Plech mit zirka 1300 Einwohnern doch schon ziemlich viel sei. 

"Ich hatte etwas Sorge", gibt Escher offen zu, der fast täglich die Statistiken – sowohl in den NN, als auch auf der Internet-Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) – verfolgt und sich dabei immer wieder über unterschiedliche Werte ärgert. "Seit ein paar Tagen ging die Zahl der aktuell Erkrankten kontinuierlich zurück auf Null", berichtet der Rathauschef. "Offensichtlich halten sich die Plecher Bürgerinnen und Bürger doch an die Regeln, worüber ich sehr dankbar bin." Derzeit seien auch einige Senioren bereits geimpft. Für Escher ist das ein Streif am Horizont: "Ich hoffe, dass das nun zügig weitergeht, und wir uns damit von Woche zu Woche sicherer fühlen können."

Weitere Orte im Landkreis Bayreuth mit bislang null Corona-Toten sind Bischofsgrün, Emtmannsberg, Gesees, Haag und Seybothenreuth. 

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