Montag, 19.04.2021

|

Wie ein Vorbacher Mittelfrankens bester Brauer-Azubi wurde

Nicolai Mosch hat kürzlich als Kammerbester seine Ausbildung beendet - 02.03.2021 08:55 Uhr

Mit Stipendien können die jungen Talente nun eine Weiterbildung, zum Beispiel zum Meister oder Betriebswirt, angehen. Im Bild der prämierte Brauer und Mälzer Nicolai Mosch.

01.03.2021 © Foto: Kaiser Bräu


Ein Kollege von der Kaiser Bräu, bei der Mosch seine dreijährige Ausbildung absolviert hat, habe ihnen immer wieder wertvolle Tipps gegeben. "Wir haben nichts nach Vorgabe gemacht und immer unser eigenes Rezept entwickelt", erinnert sich Mosch. Der Reiz seines Berufs ist für ihn ganz klar: "Das Schöne ist der Umgang mit einem Lebensmittel. Man sieht, was dabei rauskommt und kann die Qualität beurteilen."

Krisensicherer Beruf

Außerdem sei es ein krisenfester Beruf, schließlich würden Nahrungsmittel immer gebraucht. So bestätigt Braumeister Andreas Laus von der Kaiser Bräu GmbH & Co. KG ein anhaltendes Interesse potenzieller Lehrlinge. "Die Pandemie merken wir bei der Gewinnung der Azubis zum Glück nicht. Wir profitieren hier von Anzeigen in der Frankenpfalz-Ausbildungsbroschüre, in unserer Bierzeitung und auch den guten Kontakt zu den Schulen", resümiert der Leiter Ausbildung in der Kaiser Bräu.


Bier selbst brauen: Ein Haufen Arbeit und eine Menge Spaß


Interessenten sollten handwerkliches Geschick, Interesse und Verständnis für technische, biologische sowie chemische Zusammenhänge mitbringen, sagt Laus. Die Naturwissenschaften hätten ihn schon am Gymnasium in Eschenbach besonders interessiert, bestätigt Mosch.

An der dualen Ausbildung, die bei ihm den Besuch der Berufsschule im unterfränkischen Karlstadt am Main mit angeschlossenem Internat beinhaltete, findet er besonders die Verquickung von Theorie und Praxis gut: "Meistens hat man zuerst die Theorie gelernt und sie dann auch im Betrieb wirklich gesehen."

Für den heute 23-Jährigen war schnell klar, dass er nach dem Abitur erst mal eine Ausbildung anstrebt. "Erstens wollte ich mein eigenes Geld verdienen. Und da ich jetzt schon viel übers Brauen weiß, habe ich, glaube ich, eine gute Grundlage für ein Studium des Brauwesens und der Getränketechnologie", erklärt Mosch. Dieses beginnt er im September in Weihenstephan und will dann vorerst mal der Kaiser Bräu den Rücken kehren. 

Für Ausbilder Laus ist das kein Problem: Auch viele von Mosch‘ Vorgängern hätten sich nach ihrer Brauer-Ausbildung in Neuhaus zum Braumeister weitergebildet oder noch Getränketechnologie studiert. Laus freut sich vielmehr, wenn die jungen Leute einen guten Abschluss in der Tasche haben und beispielsweise Kammer- oder gar Landessieger werden. Außerdem halte man Kontakt zu jenen, die nicht mehr im Betrieb sind, "wie in der großen Brauerfamilie" üblich. 

Bilderstrecke zum Thema

Zehn fränkische Biere, die man 2020 getrunken haben muss

Vom Rotbier bis zum Hansla: Franken ist voll von gutem Bier. Doch welche darf man in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen? Wir haben die Übersicht!


Derzeit gibt es bei der Kaiser Bräu vier Auszubildende in dem Bereich. Und für kommenden September wurden ebenfalls bereits vier neue Ausbildungsverträge geschlossen. Deren Zahl richte sich immer nach dem Bedarf an Fachpersonal, betont Laus.

Denn: "Es ist uns ein besonderes Anliegen, alle Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung auch zu übernehmen." Dies werde sehr erfolgreich umgesetzt, Mosch beispielsweise arbeitet inzwischen mit anderen Gesellen zusammen im Gärkeller der Brauerei Am Auwald in Neuhaus.

Was aber lernen angehende Brauer und Mälzer? "Man ist für die Produktion von Bier zuständig und überwacht den gesamten Herstellungsprozess", erklärt Laus. Vorab werde dafür in der Mälzerei aus Gerste das Braumalz hergestellt, aus dem dann zusammen mit Wasser, Hopfen und Hefe Bier gebraut wird. "In der Ausbildung lernt der Brauer unter anderem die Würzeherstellung im Sudhaus und wie man die Gärung, Lagerung und Reifung steuert."

"Betriebseigenes Labor"

Das fertige Bier wird dann in Flaschen oder Fässer abgefüllt. Daneben erzeugen Brauer und Mälzer aber zum Beispiel auch Biermischgetränke und alkoholfreie Getränke, wie Limonaden und Fruchtsäfte. Die meisten Arbeiten werden mit Hilfe von Maschinen und Anlagen durchgeführt, die bedient, gereinigt und gewartet werden müssen. Das alles erfolge streng unter Einhaltung des deutschen Reinheitsgebotes von 1516, betont Laus. Ein sehr wichtiges Element der Ausbildung in der Kaiser Bräu sei ferner die Durchführung von chemisch-technischen und mikrobiologischen Analysen im Rahmen der Qualitätssicherung im betriebseigenen Labor. 

Bilderstrecke zum Thema

Von A wie Adler bis Z wie Zoigl: Spannendes zum Thema Bier

Begebenheiten und Spannendes von A bis Z zum wohl bekanntesten Getränk Bayerns - und natürlich auch Frankens: Was A wie Adler oder X wie Xanthohumol mit Bier zu tun haben, erfahren Sie hier.


"Als Azubi ist man in allen Abteilungen unterwegs – also im Sudhaus, dem Filterkeller, dem Gärkeller, dem Labor und der Füllerei", berichtet Mosch. Ein Teil der Ausbildung, zirka sechs bis acht Wochen, findet mit Unterstützung der regionalen Malzlieferanten in der Mälzerei statt. Relativ ungewöhnlich für die Branche sei, dass der Neuhauser Handwerksbetrieb komplett ebenerdig ist und große Fenster für viel Licht im Inneren sorgen, sagt Mosch. Bei Mittlerer Reife und Abitur gibt es die Möglichkeit, bei guten Leistungen die Ausbildung auf zwei oder zweieinhalb Jahre zu verkürzen.

Von Angesicht zu Angesicht

Messen und Videotelefonie zur Azubi-Gewinnung nutzt die Kaiser Bräu nicht. "Der persönliche Kontakt bei einem Vorstellungsgespräch ist unserer Meinung nach unersetzbar", unterstreicht Andreas Laus. Unter Einhaltung der Corona-Regeln hätten auch zuletzt alle Vorstellungsgespräche von Angesicht zu Angesicht stattgefunden. Ebenso werden die aktuellen Lehrlinge weiterhin vor Ort im Betrieb betreut.

Über alle Lehrberufe hinweg gab es 2020 in Mittelfranken insgesamt 52 Kammer-, 13 Landes- und fünf Bundessieger des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks.

Seit 70 Jahren werden auf diesem Weg die Besten der Besten bei der Gesellenprüfung ermittelt. Pandemie-bedingt wurden die Sieger zuletzt allerdings nicht durch wirkliche Wettbewerbe, sondern durch Notenvergleiche bestimmt. Mit Stipendien können die jungen Talente nun eine Weiterbildung, zum Beispiel zum Meister oder Betriebswirt, angehen. 

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 1

© Montage: Sabine Schmid

Sie sind ein Freund der fränkischen Bierkultur? Und schätzen die regionalen Privatbrauereien? Wunderbar. Aber erkennen Sie die Brauerei auch am Kronkorken? Testen Sie Ihr Wissen bei unserem Quiz!

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

© Achim Bergmann

© Achim Bergmann

Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

© Montage: Sabine Schmid

Lust auf ein weiteres Bier-Quiz?

Dann hier entlang!

ASTRID LÖFFLER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Neuhaus/Pegnitz