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Montag, 14.10.2019

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Wie Philipp Käfferlein aus Freienfels zu Pater Isaak wurde

Geistlicher feierte jetzt Heimatprimiz - Ausbildung in Österreich und Sri Lanka - 14.05.2019 11:06 Uhr

Pater Isaak Maria Käfferlein bei seiner Heimatprimiz: Der gebürtige Freienfelser hat sich aus freien Stücken dazu entschieden, in ein Kloster zu gehen. Künftig ist der 26-Jährige in einem neu gegründeten Zisterzienserkloster in Brandenburg tätig. © Foto: Rosi Thiem


Diesen Glauben mit anderen zu teilen, ist ihm wichtig. Daher freute er sich "sehr" auf die Primiz mit großem Programm am Wochenende. "Wenn man den Vergleich ziehen will, war die Weihe quasi die Hochzeit, die Primizfeiern sind die Flitterwochen, die Realisierung dessen, was durch die Weihe möglich ist", sagt der Mann, der unter dem bürgerlichen Namen Philipp Käfferlein in Freienfels aufwuchs, beim FC Fußball spielte und auch als Schiedsrichter aktiv war.

Das war in der Zeit, in der sein Weg hin zu Gott noch nicht zementiert war: "In der Pubertät ist das nicht gerade die coolste Berufswahl, das ist ja kein Mainstream-Job", sagt Käfferlein, der am 1. Mai 26 Jahre alt wurde. Aber auch in dieser Phase – "wie schon oft Kindheit" – habe ihn immer wieder die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt. Und welche Rolle Gott dabei spielt. "Das hat mich nie losgelassen, auch nicht, wenn ich abends aus der Disco heimkam." Bei diesen Gesprächen mit Gott habe er immer auch eine "Rückmeldung bekommen". Das führte zu der Erkenntnis: "Wenn er nicht präsent ist, ist alles doof".

Geprägt haben ihn dann jene sechs Monate, die er 2011 nach dem Abitur am Ebermannstädter Gymnasium in Sri Lanka verbrachte. Die Menschen dort litten unter dem schlimmen Folgen einer Tsunami-Katastrophe, viele waren traumatisiert vom Bürgerkrieg. Käfferlein half in einer von den Salesianern Don Boscos betrieben Berufsschule mit, unter anderem unterrichtete er Jugendliche in Englisch und Sport. Die Unterschiede zu Deutschland irritierten und berührten ihn zugleich: "Bei uns hast du alles, vom Auto bis zum Freundeskreis – die Menschen dort aber haben etwas, was hier oft fehlt: Freude im Herzen."

"Kein alter Sack"

Da war sie dann wieder, diese Nähe zu Gott. "Ich habe ihn gefragt, was willst du von mir?", sagt Käfferlein. Nach seiner Rückkehr war für ihn die Antwort klar, "dass der da oben eben kein alter Sack ist, der auf die Spaßbremse tritt, sondern genau das Gegenteil." Käfferlein begann ein Theologiestudium an der Hochschule Heiligenkreuz in Österreich, lernte das gleichnamige Stift und den Zisterzienserorden kennen.

Im Januar 2014 trat er seine Kandidatur an, seine Profess fand im August 2018 statt, wenige Tage später folgte für Käfferlein die Weihe zum Diakon.

Der 26-Jährige stammt aus einer gläubigen Familie. Aber darauf legen seine Eltern wert: Seinen Weg habe er allein gefunden. Auch wenn er schon als Kind regelmäßig den Gottesdienst besuchte und auch als Ministrant engagiert war. "Er wollte das aus eigenem Antrieb", betont sein Vater Michael (58), der Berufsschullehrer in Kulmbach war und aus gesundheitlichen Gründen bereits im Ruhestand ist.

Nur einmal habe er einen Anstoß gegeben, aufgrund eigener Erfahrungen bei Exerzitien im Evangelisationszentrum in Bad Soden: "Das hat mir so viel Positives gebracht, dass ich ihm geraten habe, da auch mal mitzumachen. Da war Philipp 15 oder 16." Der befolgte diesen Rat, "ich habe es nie bereut, das hat Wirkung hinterlassen". Das halbe Jahr in Sri Lanka war dann das entscheidende Kapitel, ist Philipp Käfferleins Mutter Sonja (50), von Beruf Erzieherin überzeugt.

Vor allem das Leben in der dortigen Klostergemeinschaft: "Zu seinen Aufgaben zählte es auch, sich mit um das Essen zu kümmern, da gehörte sogar das Schlachten von Hühnern dazu. Eine völlige neue Erfahrung für ihn."

Heimat spielt wichtige Rolle

Die Heimat spielt für Pater Isaak Käfferlein eine wichtige Rolle, "ein paar Mal im Jahr bin ich immer hier". Das wird auch so bleiben, versichert er. Der Kontakt zu den ehemaligen Fußballkollegen ist zwar "zwangsläufig" nicht mehr so intensiv. Aber zu einigen Klassenkameraden hält er noch engen Kontakt.

An seiner neuen Wirkungsstätte, dem Tochterkloster des Stifts Heiligenkreuz in Neuzelle, wird ihn das Thema Fußball aber weiter beschäftigen. Weil die Mönche auch für das Gemeindeleben zuständig sind, Käfferlein unter anderen für die Jugendseelsorge. Und für den Religionsunterricht, der in Brandenburg nicht verpflichtend ist, sondern auf freiwilliger Basis erfolgt.

Seine Hauptaufgabe sieht er auch im Gebet. Nicht, weil es traditionell zum Alltag von Mönchen gehört – "sondern weil ich glaube, dass du im ständigen Gespräch mit Gott wirklich etwas erreichen, etwas ändern kannst". So denken auch seine Eltern: "Unsere Söhne haben uns dazu gebracht, unseren Glauben zu vertiefen, das war nicht umgekehrt."

Denn auch Isaaks Bruder Lukas (24) studiert Theologie in Heiligenkreuz. Ob er seinem Bruder ins Kloster folgt, ist offen, "er ist noch in der Findungsphase, das muss er für sich selbst entscheiden, das ist aber bei der Hälfte der rund 300 Studenten dort nicht anders", sagt Mutter Sonja.

STEFAN BRAND

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