Freizeitpark

Wiedereröffnung des Fränkisches Wunderlandes: Scheitert das Vorhaben nun doch?

14.10.2021, 06:00 Uhr
Seit Oktober 2013 ist die Westernstadt im Fränkischen Wunderland geschlossen und verfällt zunehmend. Bei Fotografen ist sie deshalb mittlerweile als ,Lost Place‘ ein beliebtes Motiv. Noch bis Ende November kann man Foto-Termine buchen, wie es danach weiter geht mit dem Gelände, ist im Moment völlig offen.

Seit Oktober 2013 ist die Westernstadt im Fränkischen Wunderland geschlossen und verfällt zunehmend. Bei Fotografen ist sie deshalb mittlerweile als ,Lost Place‘ ein beliebtes Motiv. Noch bis Ende November kann man Foto-Termine buchen, wie es danach weiter geht mit dem Gelände, ist im Moment völlig offen. © Foto: Kansas City Management GmbH

Auch die Marktgemeinde unterstützte die Pläne zur Wiedereröffnung als Themen- und Event-Park. Dennoch droht das Vorhaben nun daran zu scheitern, dass sich die Betreiberin und der Gemeinderat in einer zentralen Verfahrensfrage nicht einig werden.

Um das zu verhindern, hat sich zuletzt auch der FDP-Landtagsabgeordnete Sebastian Körber eingeschaltet. Nach einem Besuch bei Birgit Hübner schrieb er einen offenen Brief an die Gemeinde und forderte diese auf, "eine schnelle Entscheidung zum weiteren Vorgehen zu treffen, damit Planungssicherheit entsteht."

Verkauf oder Verpachtung?

Bei der ausstehenden Entscheidung geht es um die Frage der Eigentümerschaft. Ursprünglich gehörte die Fläche zur einen Hälfte der Marktgemeinde und zur anderen Hälfte der vormaligen Betreiber-Familie Schuster. Inzwischen ist sie vollständig im Eigentum der Gemeinde Plech. Und die möchte das Gelände des zukünftigen Event-Parks möglichst schnell verkaufen.

Eigentlich will das auch Birgit Hübner – nur nicht sofort. "Auf dem Weg zum Kauf sind einige Sachen nicht glatt gelaufen", gibt sie zu. Zweimal habe sie die nötige Finanzierung durch Investoren gehabt, doch jedes Mal kamen bürokratische Hürden dazwischen. Und dann kam auch noch Corona hinzu. Die Pandemie hat die Veranstaltungs- und Freizeitbranche viel gekostet. Aber auch in der Bürokratie sei durch Corona in den vergangenen zwei Jahren alles blockiert gewesen, sagt Hübner. Daher will sie nun "den schnelleren Weg gehen" und einen Pachtvertrag abschließen. Etwa drei bis fünf Jahre soll dieser nach ihrem Willen laufen. Währenddessen sollen die Investoren die nötige Zeit haben, um den endgültigen Kauf abzuwickeln.

Der Gemeinderat aber will das Gelände nicht verpachten. "Weil wir mit einem Verkauf sicherer sind", erklärt Bürgermeister Karlheinz Escher (ÜWG) knapp. Die Gemeinde werde mit dem Gelände nichts tun, bis ein Eigentümer steht. Körber sieht es umgekehrt: "Wenn ich nicht weiß, ob ich morgen meinen Park räumen muss, kann ich nicht planen", kritisiert er. Man könne nur Investoren für den Kauf gewinnen, wenn durch den Pachtvertrag sichergestellt sei, dass die mittelfristige Eröffnung des Event-Parks möglich ist. Daher versucht er nun, die Beteiligten zu Gesprächen zusammenzubringen.

Ein konkreter Termin stehe noch nicht, es seien noch einige Dinge dafür vorzubereiten, sagt Birgit Hübner, die gerade an einer Präsentation für den Gemeinderat arbeitet. Doch ewig warten will sie nicht mehr. Etwa vier bis sechs Wochen will sie dem erneuten Einigungsversuch geben. Gibt es dann keine Lösung, will sie ihre Pläne für das Wunderland endgültig beerdigen. "Ich habe sieben Jahre nichts anderes gemacht, habe meine ganze Existenz in das Projekt gehängt. Aber irgendwann kann man nicht mehr", begründet sie.

Teilweise Eröffnung möglich

Die Frage ist nun, wie viel Spielraum es in den Verhandlungen gibt. Für ihn persönlich sei der sofortige Kauf nicht zwingend eine rote Linie, meint Bürgermeister Escher, "aber das entscheide ich nicht allein." Er betont, dass die Gemeinde das Projekt keinesfalls verhindern wolle. "Wir haben seit 2014 gefühlt in jeder dritten Sitzung des Gemeinderats über das Wunderland gesprochen."

Auch Birgit Hübner weist den Eindruck zurück, dass es einen größeren Konflikt zwischen ihr und der Gemeinde gebe, es hänge nur an dieser einen Verfahrensfrage. Wenn diese gelöst werden kann, verrät sie noch, will sie schon zu Pfingsten 2022 einen ersten Teilbereich öffnen. Auf etwa 20 000 Quadratmetern soll dann Raum für Veranstaltungen, ein Bistro sowie ein Angebot für Kinder samt Wasserspielplatz und Go-Kart sein. Die nächsten Wochen müssen zeigen, ob es so kommt.

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