Montag, 24.02.2020

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Wilde Verfolgungsjagd: Unfall mit drei Polizeiautos

Täter flüchtet bei Pegnitz zu Fuß — Einsatz von Hubschrauber und Hunden erfolglos - 08.03.2011 14:18 Uhr

Aus dem Audi flüchteten zwei Männer. Einer wurde verhaftet, vom zweiten fehlt jede Spur. © Polizei


Alles begann mit einer harmlosen Kontrolle. Die Verkehrspolizei wollte bei Bayreuth Süd ein Fahrzeug stoppen. Doch statt anzuhalten, beschleunigte der Fahrer. Der Grund war schnell klar: Das Auto, ein neuwertiger A6, sowie die Nummernschilder waren gestohlen.

Die Polizei forderte Unterstützung an. Gefolgt von mehreren Streifenwagen raste der Flüchtige auf der A9 in Richtung Süden. Nördlich von Körbeldorf wollte er die Beamten austricksen, dies endete mit einem Crash. „Der Fahrer zog nach rechts auf den Standstreifen und bremste stark ab, ein Polizeiauto überholte ihn und stellte sich quer. Der Audi rollte dann gegen den Streifenwagen“, schildert Jürgen Knauer, Pressesprecher der Oberfränkischen Polizei den Unfall.

„Dahinter gab es noch einen Auffahrunfall mit zwei Polizeiautos.“ Es entstand ein Schaden von 40000 Euro. „Das waren hochwertige Polizeiautos“, erklärt Knauer. Verletzt wurde niemand.

Drei Polizeiautos wurden bei der Verfolgungsjagd beschädigt. © Polizei


Doch die Verfolgungsjagd war noch nicht zu Ende: Die beiden Insassen rissen die Türen ihres gestohlenen Autos auf, kletterten über den Wildschutzzaun der Autobahn und rannten in ein nahes Waldstück, gefolgt von Polizisten. Einen der Täter erwischten sie sofort auf einer Wiese.

Dem zweiten Insassen gelang die Flucht. Die Polizei suchte mit Hunden, ein Hubschrauber kreiste über das Gebiet — ohne Erfolg. Auch einen Tag nach dem Vorfall fehlte von ihm jede Spur. 

Wie sich herausstellte, sind die Originalschlüssel und der Audi am 26. Februar in Brachwitz im Saalekreis in Sachsen-Anhalt bei einem Wohnungseinbruch gestohlen worden. Die angebrachten Kennzeichen aus Potsdam-Mittelmark gehörten nicht zu dem Audi und waren ebenfalls gestohlen.
 

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth erging am Dienstagvormittag gegen den festgenommenen 22-jährigen russischen Staatsangehörigen Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchdiebstahls, Diebstahls und Urkundenfälschung. Der Beschuldigte hatte außer seinem Fluchtversuch noch über seine Identität zu täuschen versucht, indem er nach seiner Festnahme unterschiedliche Personalien angab.

kfr

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