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Montag, 20.05.2019

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Windpark-Einnahmen bleiben weiter unter der Prognose

Städtische Anlage bei Buchau schwächelt nach wie vor — Vermessung der Rotorblätter der nächste Schritt - 29.01.2019 22:55 Uhr

Zwei der drei Windenergieanlagen, die sich über der Ortschaft Buchau im gleichnamigen Windpark drehen. Der Windpark bleibt auch im Jahr 2018 den vorläufigen Zahlen nach unter den prognostizierten Umsatzerlösen. © Foto: Klaus Trenz


Die beiden Windparks werden bei der Stadt im Eigenbetrieb Freizeit/Windpark geführt. Schon im Herbst vergangenen Jahres wies Kämmerer Wolfgang Hempfling bei der Halbjahresbilanz darauf hin, dass die Erlöse der drei Buchauer Windräder hinter den Erwartungen zurückbleiben. Und das hat sich bis zum Jahresende auch nicht geändert.

Abteilungsleiterin Sylvia Tennert legte dem Verwaltungsausschuss in der jüngsten Sitzung die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2018 vor, die einen Umsatzerlös von 1,42 Millionen Euro beschreiben. Das ist weniger als der Jahresabschluss 2017, der 1,47 Millionen Euro ausmachte. Nach dem Wirtschaftsplan müsste Buchau jedoch 1,6 Millionen Euro im Basisfall erlösen — was nicht dem Jahresgewinn entspricht. Dieser ergibt sich erst nach Abzug aller Kosten. Die dritte und letzte Windenergieanlage im Windpark Buchau ist am 18. März des Jahres 2016 in Betrieb gegangen.

Und für dieses Jahr 2016 gab es quasi auch eine Schonfrist, was die Umsatzerlöse angeht. Zum einen war das Betriebsjahr nicht vollständig, zum anderen gab es nicht unerhebliche Ausfallzeiten wegen der Inbetriebnahme, der Einlaufphase und der Mängelbeseitigung.

Dass die Anlage "nicht rund" läuft, zeigte sich dann erstmals im Jahr 2017. "Die Einnahmen lagen unter dem prognostizierten Wert", trug Tennert aus ihrer Übersicht den Stadträten vor, die das Papier in der Sitzung unter dem Punkt Anfragen und Bekanntgaben ausgehändigt bekommen haben.

Mängel seien an den drei Anlage nicht ersichtlich, sagte Tennert, die die beiden Windparks Buchau und Büchenbach verwaltet. Das hätten ein zertifizierter Gutachter nach der Gewährleistung genauso festgestellt wie die technische Betriebsführung der Firma Ostwind, die die Anlagen errichtet hat.

Um der Ursache der Mindereinnahmen trotzdem auf die Spur zu kommen, soll jetzt eine so genannte Blattwinkelvermesung beauftragt werden. Das bedeutet, dass überprüft werden soll, ober der Winkel der Rotorblätter optimal eingestellt ist, um diesen gegebenenfalls zu verbessern. Davon wird schließlich abhängen, ob die Stadt das eigentliche Windgutachten für die Buchauer Anlage überprüfen lassen wird. Dazu müsste ein Gegengutachten in Auftrag gegeben werden.

Nachverhandeln?

Stadtrat Hans Hümmer (FWG) schlug vor, doch gleich die Prognose überprüfen zu lassen und dann mit der Firma Ostwind nachzuverhandeln, was den Kaufpreis der Anlage angeht. Hümmer fragte die Verwaltung, ob in der Sache überhaupt schon mit der Firma gesprochen worden sei, was Sylvia Tennert verneinte.

Über den Planvorgaben liegt dagegen der Windpark Büchenbach mit seinen vier Anlagen. Unter der Prognose von einem Umsatzerlös von 2,48 Millionen Euro lag lediglich das Jahr 2016. Das Jahr darauf wurden 2,64 Millionen Euro erlöst und das Jahr 2018 schloss mit vorläufig 2,62 Millionen Euro ab. Die letzte der vier Anlagen in Büchenbach ist im Februar 2013 ans Netz gegangen. 

MICHAEL GRÜNER

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