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Donnerstag, 17.10.2019

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Wird Hundekot in Pegnitz immer mehr zum Ärgernis?

Bürger regen sich über das rücksichtslose Verhalten mancher Tierbesitzer auf - 17.05.2019 08:31 Uhr

Hunde dürfen ihr Geschäft hier nicht verrichten: Ein Verbotsschild, an das sich erfahrungsgemäß nicht alle Hundebesitzer halten. © Foto: Roland Weihrauch/dpa


Zu drastischen Maßnahmen griff beispielsweise eine Familie in der Rosengasse. Weil immer wieder Hundehaufen auf dem Gehweg vor ihrem Haus lagen, gingen die Pegnitzer dazu über, diese mit Holzstäbchen und Fähnchen zu markieren. Eine Bekannte aus der Hauptstraße übernahm dieses System. Erfolg habe es aber keinen gebracht, berichtet die Dame, die anonym bleiben will. Die Fähnchen seien stillschweigend verschwunden oder in ihrem Garten gelandet.

Einmal habe sie auch ein Schild aufgestellt mit dem Hinweis, dass der Gehweg keine öffentliche Hundetoilette sei. "Aber auch das wurde nicht geduldet. Das war nach zwei Tagen wieder weg", sagt die Pegnitzerin, die Hunde mag, wie sie betont, und sich über das Verhalten mancher Halter gleichwohl nur wundern kann.

"Pegnitz hat aus meiner Sicht kein gesteigertes Hundekotproblem, da sich die meisten Hundehalter an die gemeinschaftsdienlichen Spielregeln halten", sagt Bürgermeister Uwe Raab auf Nachfrage dazu. Allerdings berichtet er auch von "durchaus kontroversen Diskussionen" über das Thema im Stadtrat, die zur Aufstellung von insgesamt fünf Hundetoiletten geführt hätten.

Diese stillen Örtchen für Vierbeiner stehen am Kellerberg, am Wiesweiher, am Radweg bei der Guyancourtbrücke, am Radweg Hainbronn-Weidlwang und an der Hotelfachschule bei der Abzweigung nach Troschenreuth. Damit und mit der Möglichkeit, die Hundekotbeutel in jedem der insgesamt rund 85 öffentlichen Abfallbehälter im Stadtgebiet zu entsorgen, gebe es "eine gute Infrastruktur", findet der Bürgermeister.

Trotzdem landen die Kotbeutel vereinzelt in privaten Mülltonnen, mitunter sogar in Biotonnen, wie das Landratsamt Bayreuth auf Nachfrage bestätigt. Das erlebte unter anderem die Familie in der Rosengasse, die ihre Biotonne zur Entleerung an die Straße gestellt hatte.

Dass in dem Fall die Müllabfuhr den ganzen Abfallbehälter stehen ließ, habe aber nicht an diesem einzelnen "Fehlwurf" gelegen, sagt Herbert Retzer vom Büro des Landrats und erklärt: "Bei kleinen Fehlwürfen, wie einem Hundekotbeutel oder einem kleinen Stück Alufolie, bekommen die Bürger einen Hinweiszettel an ihre Tonne, in welchem sie auf die korrekte Mülltrennung hingewiesen werden."

In dem konkreten Fall sei es aber so gewesen, dass sämtlicher Biomüll in Plastiktüten verpackt gewesen sei, stellt Retzer klar. Dies gehe nicht – selbst wenn es sich dabei um im Handel angebotene kompostierbare Plastikbeutel gehandelt hätte. Denn diese seien für die Müllmänner nicht von herkömmlichen Plastiktüten zu unterscheiden und für die Kompostieranlage in mehrfacher Hinsicht problematisch.

Das Landratsamt Bayreuth ist für etwa 18 500 Biomüll-Behälter im Kreis zuständig. Vor deren Entleerung prüft ein Mitarbeiter des Landratsamts stichprobenartig den Inhalt. Wegen falscher Befüllung werden je nach Gemeinde zwischen drei und fünf Prozent der Tonnen stehen gelassen. Die Bürger werden dann aufgefordert, die Fehlwürfe bis zur nächsten regulären Abfuhr wieder auszusortieren.

Keine BAW-Beutel für Biomüll

Neben herkömmlichen Plastikbeuteln verwenden manche Biotonnennutzer auch Sammelbeutel aus sogenannten biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW), die im Handel erhältlich sind. Aufgrund der für eine Biomüllsammlung im Haushalt günstigen Materialeigenschaften – vor allem Reißfestigkeit und Dichtigkeit – werden diese Produkte gern benutzt. Was viele aber nicht wissen: Diese BAW-Beutel sind nach der Abfallwirtschaftssatzung im Landkreis Bayreuth – wie auch in vielen Kommunen – für die Biomüllsammlung nicht zugelassen.

Dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe: Erstens sind BAW-Beutel von herkömmlichen Plastiktüten kaum unterscheidbar, die Müllmänner wissen also nicht, ob sie die Tonne leeren dürfen. Zweitens müssen diese kompostierbaren Beutel aussortiert werden, weil Versuche damit gezeigt haben, dass sie innerhalb des üblichen Verrottungszeitraums meist nicht vollständig (rückstandsfrei) abgebaut werden können.

Und drittens könne es zu "verfahrenstechnischen Problemen" kommen: einem Materialstau durch Verheddern der Folienbeutel in den Förderschnecken auf der zentralen technischen Anlage, erklärt das Landratsamt. In der Biotonne hätten deshalb Kunststoffe jeglicher Art nichts zu suchen. Zur Biomüllverpackung empfiehlt das Amt Sammelbeutel aus Papier. Es bestehe auch die Möglichkeit, die Bioabfälle in Zeitungspapier einzuwickeln.

Zum Schutz vor Feuchtigkeit könnten im Hausmülleimer schon Plastikbeutel verwendet werden. Diese müssen allerdings nach Entleerung des Inhalts in die Biotonne separat im Restmüll entsorgt werden.

ASTRID LÖFFLER

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