Donnerstag, 01.10.2020

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Wirtschaftsband: Neuer Kompensationsmanager will Flächen bündeln

Daniel Jentsch leitet das interkommunale Kompensationsmanagement des Wirtschaftsbandes. - 14.09.2020 07:55 Uhr

Diplomgeograph Daniel Jentsch ist der neue Kompensationsmanager des Wirtschaftsbandes A 9-Fränkische Schweiz. „Hauptaufgabe ist es, nicht klein-klein zu agieren, sondern Flächen zu bündeln und zusammenzufassen“, erklärt er.

© Foto: Ralf Münch


"Hauptaufgabe ist es, nicht klein-klein zu agieren, sondern Flächen zu bündeln und zusammenzufassen", erklärt er. Diese Handlungsweise beeinflusse schließlich auch die Kostenfrage. Für die einzelne Kommune sei es oft schwierig, entsprechende Flächen zu finden, da sei das Kompensationsmanagement ein hilfreiches Werkzeug.

Innovative Angebote

"Es gibt die gesetzliche Vorgabe, bei Eingriffen in die Natur, wie etwa durch die Versiegelung von Flächen bei Neubauten, Ausgleichsmaßnahmen zu schaffen, und wir machen den Investoren und Gemeinden die entsprechenden innovativen Angebote dazu", ergänzt Michael Breitenfelder, Geschäftsführer des Wirtschaftsbandes. So müsse nicht jede Kommune separat Ausgleichsmaßnahmen, wie beispielsweise die Schaffung von Streuobstwiesen, durchführen.

"Wir bieten ein Angebot, das größer denkt, das statt isolierter Einzelflächen Biotopverbünde schaffen will." So könne Naturraum bewahrt und geschützt werden.

Grundsätzlich sei das Flächenmanagement schon immer ein Bereich gewesen, das sich das Wirtschaftsband auf die Fahnen geschrieben habe, so Breitenfelder weiter. Er nennt beispielsweise die Stichwörter Gewerbeflächenpool und Vitalitätscheck. Nicht zu vergessen sei auch der Pflegeaspekt, sagt Anne Wendl vom Büro Landimpuls, die das Modellprojekt seit Anfang an begleitet. "Bisher haben die kleineren Ausgleichsflächen meist isoliert gelegen. Durch die Zusammenführung jetzt zu einem größeren Komplex ist es einfacher, einen Landwirt zu finden, der diesen im Auftrag des Wirtschaftsbandes pflegt", so die Diplomingenieurin für Landschaftspflege. Ein Geschäftsmodell quasi. "Damit leisten wir einen Beitrag, dass Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam existieren können", so Wendl.

"Die Kommunen müssen für versiegelte Flächen Ausgleichsflächen finden, und man braucht eine Person, die das hauptamtlich managt", fasst es Wolfgang Nierhoff, Pegnitzer Bürgermeister und Vorsitzender des Wirtschaftsbandes A 9-Fränkische Schweiz zusammen. Gefördert werde das Modellprojekt vom Amt für Ländliche Entwicklung.

Das Startkapital von 193 500 Euro laufe über zwei Jahre. Die ILE und das Amt für Ländliche Entwicklung seien starke Partner bei der Entwicklung der Region, sagt Anne Wendl. Und in Zusammenarbeit unter anderem mit der Unteren Naturschutzbehörde und den Landschaftspflegeverbänden werden neue Projekte entwickelt.

Drei bis vier Schwerpunktgebiete

Bei dem Modellprojekt habe man alle potenziellen Entwicklungen der Kommunen erfasst, so die erwartbaren Ausgleichsbedarfe ermittelt und drei bis vier Schwerpunktgebiete für den Ausgleich festgelegt. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen könnten auf diese Weise in ein interkommunales Gesamtkonzept "Landschaft und Landnutzung" eingebunden werden, so Breitenfelder.

Nierhoff freut es, dass dadurch Verfahren beschleunigt werden könnten, da Ausgleichsflächen ständig verfügbar seien. Ferner werde die ökologischen Wirksamkeit der Maßnahmen erhöht, der Flächenbedarf für Ausgleich und Ersatz verringert. "Durch nachhaltige Landbewirtschaftung ist eine effektive und kostengünstige Pflege möglich", ergänzt Jentsch und erwähnt die beabsichtigte Einrichtung eines Öko-Kontos.

"Durch vorratsorientierte und bereits im Vorfeld eines Eingriffes durchgeführte Maßnahmen zur Aufwertung einer Fläche ergeben sich ökologische Verzinsungseffekte. Damit ist später ein Absenken des Ausgleichsflächenbedarfs und die Bündelung von Flächen und Maßnahmen möglich", rundet der Projektmanager ab. Es gelte das Prinzip ,Qualität vor Quantität’.

FRAUKE ENGELBRECHT

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