Sonntag, 17.11.2019

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Wo Fahrschüler das Bremsen üben

Ausbilder Eduard Singer setzt sich für ein Tempolimit zwischen der B 85 und Horlach ein – der Stadtrat ist unschlüssig. - 30.09.2019 08:55 Uhr

Seit Jahrzehnten ist es für Pegnitzer Fahrschulen gängige Praxis, auf öffentlichen Straßen Hütchen aufzustellen, um dort mit ihren Schülern das Abbremsen und Ausweichen zu üben. Fahrlehrer Eduard Singer sorgt sich um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. © Ralf Münch


Seit Jahren wird, mit Genehmigung des Innenministeriums, auf öffentlichen Straßen geübt. Dabei hat jede Fahrschule einen eigenen Stammplatz. Ein Antrag von Fahrlehrer Eduard Singer, ein Tempolimit zwischen der Bundesstraße 85 und Horlach einzuführen, um die Sicherheit aller Beteiligten zu erhöhen, wurde vom Stadtrat nun zurückgestellt.

Bereits unter Alt-Bürgermeister Manfred Thümmler (CSU) hatten sich die Pegnitzer Fahrschulen getroffen, um diese Problematik zu besprechen. "Wir haben uns alle an einen Tisch gesetzt", erinnert sich Eduard Singer von Edi’s Fahrschule. "Da wurde darüber diskutiert, wie wir uns aufteilen und wer welche Straße bekommt." Edi’s Fahrschule erhielt die Strecke ab Horlach Richtung Bundesstraße 85. Dort darf man bis nach Horlach 100 Stundenkilometer fahren.

Der Vorschlag von Singer lautet: ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern, verbunden mit einem Zusatzschild "Fahrschulausbildung". Diese Änderungen würden, laut Singer, mehr Verkehrssicherheit bedeuten.

Seit Jahrzehnten ist es für Fahrschulen gängige Praxis, Hütchen aufzustellen und auf einer öffentlichen Straße mit ihren Schülern das Abbremsen und Ausweichen zu üben. Das kurzzeitige Aufstellen von Leitkegeln zur Markierung sei vom Innenministerium genehmigt. Nun gibt es drei Ausbildungsplätze in Pegnitz: Edi’s Fahrschule übt auf der Weinstraße bei Horlach Richtung B 85, Werner Groß stellt sich ebenfalls auf der Weinstraße bei Horlach auf – nur auf der anderen Seite in Richtung Stein – und die Fahrschule von Matthias Zeilmann sieht man auf der Norisstraße im Industriegebiet.

Tempolimit erhöht

Das Tempolimit in der Norisstraße habe sogar angepasst werden müssen, entsinnt sich Singer: "Da war damals noch ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern. Das musste aufgestockt werden auf 50 Stundenkilometer." Denn für eine Gefahrenbremsung, muss der Fahrschüler auf mindestens 50 Stundenkilometer beschleunigen. Doch im Fall von Eduard Singer und seinem Antrag ist sich der Stadtrat unsicher. So hinterfragte FWG-Sprecher Thomas Schmidt den Vorschlag. Einerseits, weil den Antrag nur eine Fahrschule gestellt hat. Andererseits, weil dann das ganze Jahr über das Tempo gedrosselt werde, aber eben nur an wenigen Tagen im Jahr wirklich geübt werde.

Sogar die Polizei habe Singer bereits auf die Gefahren an der Straße angesprochen: "Ein Polizist hat mich darauf hingewiesen, dass es sehr gefährlich ist, was ich da draußen mache. Was ist, wenn mal jemand über die Hütchen fährt, sich erschreckt und im Graben landet?" Zwar gab es bislang noch nie einen Unfall, aber irgendwann sei immer das erste Mal. Durch diese Aussage sei Eduard Singer erst ins Grübeln gekommen. Und weiter: "Der Polizist fügte hinzu: In Ihrer Haut möchte ich dann nicht stecken."

Es gebe eben keinen richtigen Platz, erklärt Werner Groß von der gleichnamigen Fahrschule: "Wir haben uns auf diese Aufteilung geeinigt. Da hat jeder seine Straße. Die Anwohner von Horlach sind grundsätzlich froh, dass wir dort unsere Übungen machen, weil dadurch nicht so schnell in den Ort reingefahren wird." Sicherlich sei die Idee eines einheitlichen Ausbildungsplatzes gut, aber erstens müsste der Platz sehr groß und breit sein und zweitens könne sich die Stadt wahrscheinlich das alles gar nicht leisten, sagt Groß. Dass sei allen Fahrschulen bewusst. Trotzdem würde auch er sich mit allen Fahrschulen gerne an einen Tisch setzen und die Thematik nochmal diskutieren.

"Toll wäre natürlich, wenn man bestehende Sachen nutzt", fügt Groß hinzu, "wie das Tadano Faun-Testgelände, da ist eine Riesenteerfläche. Das wird selten genutzt." Denn auch er kennt die Problematik mit den Hütchen. So sei zwar noch nie etwas passiert, aber auch seine Kegel wurden bereits von Autos überfahren. "Ich weiß nicht, warum das passiert. Man sieht die Hütchen dank ihrer Signalfarbe eigentlich ganz gut. Aber Schlimmeres ist bis jetzt noch nicht passiert."

Auch Matthias Zeilmann von der gleichnamigen Fahrschule, würde sich gegebenenfalls an einer Diskussion beteiligen: "Ich finde es zwar unnötig, denn wir haben unser eigenes Gelände, auf dem wir üben, bevor wir mit den Schülern auf der Straße fahren. Aber wenn die Stadt einlädt, werde ich mir das sicherlich überlegen."

MARTIN BURGER

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