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Wolfgang Pietschmann hat in der Kultur viel bewegt

Gebürtiger Bayreuther hat Fränkischen Theatersommer mitbegründet - Im Alter von 71 Jahren gestorben - 25.06.2020 18:34 Uhr

Wolfgang Pietschmann 9.11.1948 - 13.6.2020 © Archivfoto: shf


Getreu dem Motto "Kultur schaffen, heißt etwas bewegen" hat Pietschmann über Jahrzehnte hinweg auf dem Kunstsektor viel erreicht. Er war ein Mann der Tat, der unerschrocken seine Ideen umzusetzen versuchte und oft auch Widerständen getrotzt hat.

Er brachte viel in sein kulturelles Wirken ein, was er früher als Hochleistungssportler mit großer Anstrengung, Begabung und Disziplin in Spitzenleistungen umsetzte.

Wolfgang Pietschmann wurde 1948 in Bayreuth geboren. Nach dem Studium und der Ausbildung in Augsburg und Frankfurt/Main war Pietschmann Lehrer für Kunsterziehung. Seit 1976 unterrichtete er an der Gesamtschule in Hollfeld, war Leiter von zahlreichen Workshops und Symposien.

Pietschmann war zudem Initiator und Organisator der jährlichen internationalen Hollfelder Kunstausstellungen im Wittauerhaus, in der Gangolfkirche und auf Schloss Freienfels. Die Kunstausstellung fand erstmals im Jahr 1978 statt, anlässlich der 650-Jahr-Feier der Stadt Hollfeld. Der Künstler war zudem Gründer und Konservator der Museumsscheune Fränkische Schweiz und zusammen mit Jan Burdinski Mitbegründer der Gangolfbühne und des Theatersommers Fränkische Schweiz (1993), des Vereins Hollfelder Kulturfreunde und Kunst&Museum Hollfeld (2000).

Darüber hinaus war Pietschmann Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler und im Bund Fränkischer Künstler. Die von Pietschmann geschaffenen Kunstwerke sind an zahlreichen Orten in der Region zu sehen. Zwei von Pietschmann geschaffene Skulpturen stehen im Naturkunstraum auf der Neubürg: das "Lebensrad" und der dreieinhalb Tonnen schwere "Richtungsgugger".

Das Lebensrad "Bewegung" wiederum wurde im Jahr 2007, als neuer Blickfang quasi, an der Therme in Obernsees aufgestellt: Wolfgang Pietschmann hatte sich im Vorfeld bereit erklärt, dem Zweckverband Therme Obernsees eines seiner Werke, das 1,60 Meter hohe und 1,4 Tonnen schwere Granitrad, das in der Mitte zwei Menschen symbolisiert, als kostenlose Leihgabe zu überlassen.

Thermenleiterin Katrin Dütsch und Geschäftsführerin Gabriela Leitl-Zecho von der Entwicklungsgesellschaft sowie Landrat Klaus-Günter Dietel hoben die Ergänzung zum "Lebensrad" auf der Neubürg hervor. Das Granitrad vor der Therme dokumentiert die Freude der Bewegung mit ihren vielfältigen Möglichkeiten.

 

Mit Förderpreis ausgezeichnet

 

In Hollfeld hat Wolfgang Pietschmann nachhaltig auf die Restauration der Gangolfkirche hingewirkt und sie als künstlerisches Forum entwickelt.

1991 wurde er durch die Kreissparkasse Bayreuth-Pegnitz mit dem Kunstförderpreis ausgezeichnet. Seine besonderen Verdienste auf dem Gebiet der darstellenden Kunst und seines kulturellen Engagements hat der Kreistag Bayreuth 1996 dann mit dem Hauptpreis des Kulturpreises des Landkreises Bayreuth gewürdigt.

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