Donnerstag, 14.11.2019

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"Zeit zum Streiten haben wir in 60 Jahren nicht gehabt"

Diamantene Hochzeit: Alois und Erika Kreuzer blicken zufrieden auf 60 gemeinsame Ehejahre zurück - 05.09.2019 12:00 Uhr

Erika und Alois Kreuzer aus Plech blicken zufrieden und voller Stolz auf 60 gemeinsame und gut gemeisterte Ehejahre zurück. „Zeit zum Streiten hatten wir gar nicht“, sagt der Jubelbräutigam und seine Frau nickt zustimmend. © Foto: Klaus Möller


Die "Diamantene" ist ein nicht alltägliches Jubiläum. Scheidung und Trennung gehören oftmals zum Alltag und vielen Eheleuten ist es nicht vergönnt, das Alter für die Jubelfeier zu erreichen. Doch Erika und Alois Kreuzer aus Plech haben heute allen Grund zur Freude: Sie dürfen dieses besondere Fest feiern.

Dabei hat das Schicksal ganz schön mitgespielt: Denn Ehemann Alois stammt aus dem sudetenländischen Endersdorf und landete nach dem Krieg über Umwege mit Vater und Mutter sowie seinen fünf Geschwistern im oberfränkischen Plech. Seine Ehefrau Erika kommt ursprünglich aus Berlin und wuchs im Fränkischen bei Pflegefamilien auf. Die Wege des gelernten Ofensetzers und der Näherin kreuzten sich 1958 das erste Mal beim Kirchweihtanz in Neudorf. Danach boten immer wieder Veranstaltungen des Trachtenvereins Pegnitz Gelegenheit sich zu treffen.

Nach eineinhalb Jahren, 1959, heirateten die beiden; standesamtlich in Plech, kirchlich in Bernheck. Entsprechend der Zeit wurde bescheiden und im kleinen Rahmen im Haus der Eltern des Bräutigams gefeiert. Seinem beruflichen "Zigeunerleben" – er arbeitete jahrelang überall in Deutschland – bereitete der Bräutigam jetzt ein Ende und gründete in Plech als Ofensetzer und Fliesenleger einen Handwerksbetrieb, der florierte. Seine Braut gab ihren Beruf auf und widmete sich voll und ganz der Familie und sorgte mit für einen reibungslosen Ablauf im Betrieb ihres Mannes.

Zwei Mädchen, Waltraud und Sonja, sowie drei Buben, Thomas, Peter und Hermann, schenkte Erika ihrem Alois. Zur Freude der Jubilare leben vier ihrer Kinder in Plech. Ihr ganzer Stolz sind aber die acht Enkelkinder, um die sich die Familie inzwischen vergrößert hat.

Das Eheleben der diamantenen Brautleute war natürlich durch das kommunalpolitische Engagement des Bräutigams geprägt. Drei Perioden war Kreuzer Bürgermeister, davor sechs Jahre Gemeinderat. Das Amt des Bürgermeisters bekleidete er auch noch, als er 1996 mit 65 Jahren nach 54 Arbeitsjahren in den beruflichen Ruhestand ging. 2002 kam dann der kommunalpolitische Ruhestand. Aber die Entwicklung seiner Gemeinde Plech verfolgt er immer noch mit großem Interesse.

In den 17 Jahren danach hat es für die beiden vor allem dank der Familie und der täglichen Zeitungslektüre keine Langeweile gegeben. Mit Hilfe ihrer Tochter Sonja verpflegen sich beide, so gut es eben geht, noch selbst. Die Gartenarbeit bleibt aus gesundheitlichen Gründen seit ein paar Jahren auf der Strecke. Trotz einiger körperlicher Einschränkungen machen die Jubilare mit ihrem Elektromobil immer noch Ausflüge auch in die weitere Umgebung. Besonders zieht es den Jubelbräutigam dabei in die Fränkische Schweiz, die ihm nach der Vertreibung aus dem Sudetenland zur ersten Heimat in Bayern geworden ist.

Mit der Ehe habe es doch gut geklappt, meint der Jubilar mit Blick auf seine ihm zunickende Frau. Große Probleme habe es nie gegeben. Bei der Erziehung der Kinder habe es wohl mal Meinungsverschiedenheiten gegeben; aber an einen großen Krach könne er sich nicht erinnern. Jeder habe in der Familie und im Geschäft sein Ressort gehabt; und Zeit zum Streiten hätte man da gar nicht gehabt. "Vernünftig miteinander umgehen!" Mit dieser Devise seien sie gut durch die vergangenen 60 Ehejahre gekommen, meint der Jubilar zurückblickend.

Ein ruhiges Fest mit der gesamten Familie und Freunden wünschen sich beide für ihre Diamantene Hochzeit. An ihrer "Grünen Hochzeit" vor 60 Jahren spielte überraschend die Blaskapelle Pegnitz auf. Vielleicht gibt es ja wieder so eine Überraschung.

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