Montag, 23.11.2020

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Zerstörung des Pegnitztals befürchtet

Freundeskreis wendet sich gegen den Neubau der Eisenbahnbrücken - 12.01.2012 10:00 Uhr

Anneliese Urbat erläutert im NN-Interview die Ziele der Bürgerinitiative „Freunde des Pegnitztales“.

11.01.2012 © oh


Wer oder was sind denn die „Freunde des Pegnitztales“?

Anneliese Urbat: Wir sind eine Personengruppe, die heimatverbunden und zukunftsorientiert ist. In unserer Runde befinden sich Bürger aus der Region zwischen Behringersdorf und Pegnitz. Unterstützung und Zuspruch bekommen wir aber auch aus Nürnberg, Frankfurt, Berlin usw. Wir fühlen uns unserer Heimat, unseren Vorfahren und Nachkommen gegenüber verpflichtet, nicht tatenlos zuzusehen, wie dieses Kleinod Pegnitztal schleichend zerstört wird.

Wie kam diese Initiative zustande und wie ist der Zuspruch der Bevölkerung?

Urbat: Der erste Kontakt wurde nach der Präsentation der DB in Velden geknüpft, danach suchten wir weiter nach Gleichgesinnten. Im Laufe der Zeit sind immer mehr Personen dazugekommen und die Gruppe wächst weiter!

Sie beschreiben die Brücken als „Industriedenkmäler“. Warum?

Urbat: Wir wissen von der DB, dass es im Raum Südbayern nur noch 43 dieser Brücken gibt, 23 hier bei uns. Wer weiß, wie viele Brücken dieses Jahr noch verschwinden bei 30000 Baustellen. Die Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Brücken waren eine für diese Zeit herausragende technische Leistung. Wenn man bedenkt, dass sie auch nach 120 Jahren ihren Sinn und Zweck erfüllen, unterstreicht das ganz besonders den Wert dieser historischen Bauwerke.

Können die Brücken unter Denkmalschutz gestellt werden?

Urbat: Uns wurde vom Landesamt für Denkmalpflege versichert, dass diese Brücken unter Denkmalschutz stehen!

Auf den ersten Blick betrachtet, könnte man meinen, das historische Vermächtnis sei Ihnen wichtiger als die Sicherheit.

Urbat: Sicherheit und Lärmminderung sind für uns genauso wichtig. Doch muss man Dinge auch manchmal kritisch hinterfragen.

Was stört Sie an den neuen Brücken?

Urbat: Betonbrücken passen einfach nicht in das Landschaftsbild dieses malerischen Pegnitztals! Durch das Zurücksetzen der Widerlager erhöht sich die Spannweite der Brücken, wodurch der enge Charakter des Tals zerstört wird. Diese gigantische Baumaßnahme bedeutet einen massiven Eingriff in unser Landschaftsschutzgebiet und einen finanziellen Mehraufwand!

Sind die Brücken keinesfalls mehr sanierbar?

Urbat: Über die Möglichkeit einer Sanierung wurde seitens der Bahn noch nicht gesprochen. Wir fordern ein neutrales Gutachten und ehrlichen Informationsfluss!

Sehen Sie einen Kompromiss?

Urbat: Wir leben in einer Demokratie, Lösungen gibt es immer. Erst einmal müssen die Bürger dieses Tales wissen, für oder gegen was sie sich entscheiden. Wenn wir diese Brücken mit diversen Verbesserungen erhalten könnten, hätten wir auch die Möglichkeit, das Gesicht unserer Heimat zu erhalten und den touristischen Wert zu steigern!

 

Interview: ANDREA PITSCH

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