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ZF-Konzern setzt auf Mobilitätswandel

Mit der Ausrichtung will das Unternehmen zukünftiges Wachstum sichern - 29.03.2021 17:52 Uhr

Im Auerbacher ZF-Werk spielt die Elektrotechnik eine maßgebliche Rolle für den gesamten Technologiekonzern. Kürzlich konnte ein großer Auftrag an Land gezogen werden.

29.03.2021 © Foto: Brigitte Grüner


Zugleich habe die Corona-Pandemie die Geschäftszahlen von ZF geprägt. Der Konzernumsatz lag im Jahr 2020 mit 32,6 Milliarden Euro um elf Prozent unter dem Vorjahreswert von 36,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf minus 741 Millionen Euro.

Krise gemeinsam gemeistert

"2020 war ein ambivalentes Jahr. Doch wir haben gemeinsam die Krise gemeistert, den Wandel des Unternehmens weiter vorangebracht und uns substanzielle neue Aufträge in den strategisch wichtigen Feldern der Zukunftstechnologien gesichert", sagte der Vorsitzende des Vorstands von ZF, Wolf-Henning Scheider, der Bilanzvorlage.

Mit der zu Jahresbeginn erfolgten Gründung der Division Electrified Powertrain Technology, die konventionelle, Hybrid- und rein elektrische Antriebstechnologien für Pkw bündelt, habe ZF die Phase des Wandels hin zur E-Mobilität erfolgreich weiter beschleunigt, erläuterte Scheider: "Wir sind gut positioniert, um unseren Kunden das gesamte Spektrum der E-Mobilität aus einer Hand für alle Mobilitätsanwendungen anzubieten."

Kern des Produktprogramms seien die Wechselrichter (Inverter) als zentraler Bestandteil der Leistungselektronik. "In diesem Segment wollen wir Marktführer in Europa werden und unter den Top-Anbietern weltweit sein", betonte Scheider. Bis Ende 2020 hat ZF Aufträge für elektrische Antriebskomponenten mit einem Umsatzvolumen von 14 Milliarden Euro für die nächsten Jahre gewonnen; dieser positive Trend hat sich in den ersten Monaten dieses Jahres mit weiteren neuen Aufträgen fortgesetzt. Mit der Gründung der Division stärkt ZF darüber hinaus die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und verkürzt Abstimmungs- und Entscheidungswege.

Das Ziel einer einheitlichen, effizienten und die Kooperation fördernden Organisation verfolgt ZF auch im Nutzfahrzeugbereich. Das am 29. Mai 2020 übernommene Nutzfahrzeug-Technologieunternehmen Wabco, dessen Zahlen für den Zeitraum von sieben Monaten im Konzernabschluss enthalten sind, soll bis zum Ende dieses Jahres mit der bestehenden ZF-Division Nutzfahrzeugtechnik vereinigt werden.

Autonomes Fahren

Die langfristige strategische Neuausrichtung von ZF wird nun in den Bereichen Elektronik, Software und autonomes Fahren weiter forciert. Erstmals bietet ZF auch Softwareprodukte an, die Kunden unabhängig von der Hardware erwerben können. Der Konzern hat dazu ein Global Software Center gegründet, um die Entwicklung von Softwarelösungen zu beschleunigen und datenbasierte Produkt- und Dienstleistungsangebote in profitable Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dies birgt hohes Potenzial, da der Softwareanteil im Fahrzeug weiter zunehmen wird und immer mehr Komponenten mit Sensoren ausgestattet sind, die potenzielle Datenlieferanten sind. Das Global Software Center von ZF setzt die neuesten Methoden der Softwareentwicklung ein, zum Beispiel beim Programmieren der jüngst vorgestellten Middleware für die zentralen Hochleistungsrechner zukünftiger Fahrzeuge.

Stark gefragt sind neben Software auch Hardware-Komponenten wie der modulare Hochleistungscomputer ZF ProAI, da in den Autos der nächsten Generation leistungsstarke Zentralrechner viele kleine Steuergeräte ablösen. In seiner jüngsten Ausbaustufe wird ZF ProAI neue Standards bei der Digitalisierung und Vernetzung des Automobils setzen. ZF wird mehrere Millionen Exemplare der ZF ProAI sowohl an globale Pkw- als auch an Nutzfahrzeughersteller liefern.

"Unser Ziel ist, unsere Position bei Software und High Performance Computing durch eine umfassende Digitalisierungsoffensive zu sichern und weiter auszubauen. So wollen wir zu einem führenden Anbieter von zentralen Steuergeräten und Softwareprodukten werden", sagte Wolf-Henning Scheider.

Erfolge hat 2020 auch die Division Industrietechnik zu verzeichnen: Überaus gefragt waren beispielsweise die Produkte der Sparte Windkraft-Antriebstechnik. Der Umsatz dieses Geschäftsbereichs vervierfachte sich seit 2013 von etwa 230 Millionen Euro auf erstmals eine Milliarde Euro im vergangenen Jahr.

nn

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