Marktgemeinderatssitzung

Zoff wegen Kinderkrippe in Königstein

14.9.2021, 08:00 Uhr
Die Frage, ob die Interims-Kinderkrippe in der Grundschule oben oder unten eingerichtet werden soll, führte in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung zu teilweise ziemlich heftigen Diskussionen.

Die Frage, ob die Interims-Kinderkrippe in der Grundschule oben oder unten eingerichtet werden soll, führte in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung zu teilweise ziemlich heftigen Diskussionen. © Foto: Klaus Möller

Bei einer Begehung des Schulhauses am Jahresanfang mit Olga Keil vom Kreisjugendamt boten sich zwei Lösungen an: Die Einrichtung der Krippe im ersten Stock oder im Untergeschoss. Die Marktgemeinde legte nun in der Septembersitzung einen Antrag für den Bau der Interims-Krippe – vermutliche Nutzungsdauer maximal zwei Jahre – im ersten Stock vor.

Plan nicht vorgelegt

Das gefiel der CSU-Fraktion grundsätzlich nicht, da sie die Untergeschossvariante bevorzugt, auch wenn dort mehr Kosten für die Einrichtung anfallen würden. Bei dieser Lösung müssten die ein- bis dreijährigen Kinder nicht über die Treppen in den ersten Stock gebracht werden. Zudem beklagte Koch, dass dieser Plan dem Gemeinderat vorher nicht zur Entscheidung vorgelegt wurde. Außerdem hätte man in dieser doch sehr dringenden Angelegenheit viel zu viel Zeit verstreichen lassen. Ebenso bei der Herstellung des Einvernehmens mit dem Grundschulverband Königstein-Hirschbach, das erst bei der Sitzung des Verbandes am Donnertag zuvor eingeholt wurde.

Die Einwände der CSU nehme er zur Kenntnis, erwiderte der Bürgermeister. Die Stockwerkslösung sei in Übereinstimmung mit der Vertreterin des Kreisjugendamts getroffen worden. Treppen gebe es überall im Schulgebäude; und außerdem sei es eben eine Interimslösung für ein bis zwei Jahre bis zur Fertigstellung eines Neubaus. Die Kinder in der Krippe müssten auch schlafen, ergänzte Doris Lehnerer (FWG); und in den oberen Räumen wäre dafür einfach mehr Ruhe.

Trotz der Differenzen gab es am Ende einen einstimmigen Beschluss für diesen Bauantrag. Die Sache müsse jetzt vorankommen und man wolle keine Zeit mehr verlieren, begründeten die CSU-Vertreter ihre Zustimmung. Koch bestand am Ende darauf, in das Sitzungsprotokoll aufzunehmen, dass er dem Bauantrag aus zeitlichen Gründen zustimme, damit den Kindern und deren Eltern keine weiteren Nachteile entstünden.

Keinerlei Diskussionen gab es vor dem Beschluss, als Träger öffentlicher Belange gegen den Vorentwurf des Bebauungsplans "Industriegebiet Grafenwöhr Hütten/Nord" keine Einwände zu erheben.

Ab Januar wird es in Königstein einen Nachfolger für Dr. Ruslan Muratov geben, gab Köller bekannt. Weiter informierte er über den Rückbau der Messstelle des Wasserwirtschaftsamts in Königstein, an der in der Vergangenheit Probemessungen durchgeführt wurden. Ein Lastenaufzug im neuen Teil des Steinstadels kann mit Mitteln aus der Städtebauförderung in den nächsten Wochen gebaut werden. Eine Vertretung der Regierung wird das mit staatlichen Zuschüssen verwirklichte Projekt "Stadelreihe" demnächst besuchen.

Doris Lehnerer verwies auf die beiden Vorträge im neuen Steinstadl/Stadelreihe im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche: Am 22. September geht es um 14 Uhr um Vergesslichkeit, am 24. September um 15 Uhr um die Kommunikation mit demenzkranken Menschen. Offene Hilfen rund um die Themen Leben, Wohnen und Arbeiten mit Behinderung bietet ebenfalls im Steinstadel Katrin Lang von Regens Wagner. In Zusammenarbeit mit dem Markt berät sie vom 7. Oktober ab jeden zweiten Donnerstag von 15.30 bis 17 Uhr.

Hans Koch erinnerte abschließend an das für Oktober im oberpfälzer Königstein geplante "Dreikönigstreffen" mit Gästen aus den Gemeinden Königstein in Hessen und Sachsen.

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