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Zu Ehren des scheidenden Bürgermeisters: Königsteiner Marktrat pflanzt "Koch-Eiche"

Außerdem bekommt Königsteins Bürgermeister zum Abschied eine Gedenktafel vom Marktrat. - 27.04.2020 12:55 Uhr

Bürgermeister Hans Koch (Mi.) sagte in der jüngsten Marktratssitzung nicht nur den scheidenden Kollegen (v.li.) Klaus Hafner und Marco Brunner sowie Richard Pesold (v.re.) und Andrea Spieß Adé, sondern wurde auch selbst mit viel Beifall verabschiedet. © Foto: Brigitte Grüner


Die Korkeiche ist ein immergrüner Laubbaum, der besonders im westlichen Mittelmeerraum sehr häufig vorkommt. In Königstein gibt es dagegen bald ein Unikat. Die "Koch-Eiche" wird zu Ehren des scheidenden Bürgermeisters Hans Koch (CSU-EL) auf dem Naturbad-Gelände gepflanzt. "Es ist alles vorbereitet, aber wir warten noch auf das Ende der Ausgangssperre", sagte zweiter Bürgermeister Klaus Hafner (CSU-EL) bei der letzten Marktratssitzung der laufenden Wahlperiode.

Das Gremium habe entschieden, eine bleibende Erinnerung an die 24-jährige Amtszeit zu schenken. Die Pflanzung des momentan etwa drei Meter hohen Baumes soll mit einem kleinen Festakt verbunden werden, an dem auch interessierte Bürger teilnehmen können. Umtrunk und Imbiss schließen sich an. Wegen der Coronakrise überreichte Hafner deshalb nur das Schild aus Edelstahl, das neben der Koch-Eiche auf die Verdienste des langjährigen Rathauschefs hinweisen soll.

Die Ratsmitglieder zollten stehen Beifall, nachdem Klaus Hafner den politischen Werdegang mit allen ehrenamtlichen Funktionen in der Politik und den örtlichen Vereinen aufgezählt hatte. Auch auf die wichtigsten Projekte der Gemeinde in der Amtszeit Kochs ging er ein. Die Anlage eines Naturbads, die Sanierung des Steinstadels, die Gründung der Marktwerke, Straßensanierungen und Kindergartenausbau sowie der Bau von Windkraftanlagen gehören zu den wichtigen Maßnahmen. Viele Maßnahmen wurden in Kochs Amtszeit auch für die Städtebauförderung durchgeführt. Die aufgezählten Projekte wertete Hafner als "Spitze des Eisbergs", denn die damit verbundene Vorbereitung und Organisation könne man nur erahnen. Fingerspitzengefühl, Leidenschaft für die Heimatgemeinde und das Gespür, richtige und notwendige Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt in die Wege zu leiten, waren Markenzeichen von Hans Koch. Er habe es verstanden, alle Markträte in das Boot zu nehmen. Für Koch stand immer das Wohl der Gemeinde im Vordergrund. Dafür habe er auch persönliche und private Opfer gebracht, so Hafner. Ein Blumenstrauß für Gattin Marianne war ein sichtbares Zeichen des Dankes, denn sie hatte in den vergangenen 24 Jahren oft auf ihren Mann verzichten müssen.

Vor seiner eigenen Verabschiedung hatte Koch den ausscheidenden Mitgliedern des Marktrats mit Präsenten und einer Urkunde gedankt. Andrea Spieß (CSU) aus Pruihausen war sechs Jahre im Gremium und unter anderem in der Arbeitsgruppe "Jugendmarktrat" sehr aktiv. Marco Brunner (FWG) war seit Januar 2017 als Nachrücker dabei. Mit viel Herzblut sei Horst Luber (CSU) aus Loch, der entschuldigt war, für die Gemeinde tätig gewesen. Er war 18 Jahre im Marktrat und engagierte sich als Jugendbeauftragter für das Ferienprogramm. Als Wegbegleiter seit 1996 würdigte der Bürgermeister den CSU-Gemeinderat Richard Pesold. "Gemeinsam haben wir Höhen und Tiefen erlebt." Mit seiner ruhigen und sachlichen Art sei der dritte Bürgermeister stets eine gute Unterstützung gewesen.

Ein Dankeschön galt Klaus Hafner (CSU), der sechs Jahre der Stellvertreter im Rathaus sowie zwölf Jahre Energiebeauftragter war. Hans Koch würdigte die angenehme Zusammenarbeit, die Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, den Bürgermeister zu jeder Tageszeit zu unterstützen. Mitunter haben beide Männer "härter" diskutiert, jedoch immer im Sinne der Gemeinde. Hafner selbst sprach von einer spannenden Zeit. Es habe ihm viel Spaß gemacht, die Gemeinde zu entwickeln. Dem künftigen Rathauschef Bernhard Köller wünschte Hafner, der bei der Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidat der CSU angetreten war, viel Erfolg. Er bat die Kollegen um Akzeptanz seiner Entscheidung, auf das Mandat für die nächste Wahlperiode zu verzichten.

Das Schlusswort sprach Hans Koch, der nur noch wenige Tage als Bürgermeister im Amt sein wird. Ab 1. Mai ist er CSU-Marktrat. Sein Dank galt seiner Familie, ohne deren "Dahinterstehen" vieles nicht möglich gewesen wäre. Das Amt sei oft eine Belastung gewesen, doch der Wunsch, die Gemeinde vorwärts zu bringen, habe überwogen. Er habe vielleicht nicht alles richtig gemacht, habe Freunde verloren und dafür neue gefunden. Er freue sich, künftig nicht mehr nach Terminkalender leben zu müssen, und an Stammtisch auch mal den eigenen Senf dazu geben zu können. Dass der Markt Königstein im Landkreis einen hohen Stellenwert habe, sei der gemeinsamen Arbeit des Gemeinderates zu verdanken. Seinem Nachfolger sagte Koch jederzeit Unterstützung zu, wenn diese gewünscht werde.

BRIGITTE GRÜNER

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