Sonntag, 15.12.2019

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Zusammenarbeit zwischen Hirschbach und Königstein liegt auf Eis

Nachdem der Hirschbacher Gemeinderat die Anschaffung eines Salzsilos mit Königstein abgelehnt hat, liegt die interkommunale Zusammenarbeit weitgehend auf Eis. - 24.10.2019 07:55 Uhr

Zumindest gibt es ältere Menschen in der Gemeinde, die sich vorstellen könnten, ein solches Angebot zu nutzen, berichtet Hirschbachs Bürgermeister Hans Durst (SPD). Geplant ist, an einem Tag in der Woche die Bürger in den Ortsteilen von Hirschbach einzusammeln und an einem anderen Tag die in Königstein, um sie dann für Arzt- und Friseurbesuche sowie andere Erledigungen in die Stadt zu bringen.

"Ergänzend zum ÖPNV", wie Durst betont. Einen Neunsitzer, der als Bürgerbus zum Einsatz kommen könnte, hat die Verwaltungsgemeinschaft ohnehin. "Wir haben da schon viel Zeit investiert", berichtet Bürgermeister Durst, der den Stand der Planungen nun in der Dezember-Sitzung dem Gemeinderat vorstellen will. "Irgendwann müssten wir auch über die Kosten reden" und spätestens dann könnte es kritisch werden, mutmaßt der SPD-Politiker.

Prognosen zum Ausgang des Projekts Bürgerbus will er nicht wagen. Die bisherigen Versuche zur interkommunalen Zusammenarbeit mit Königstein seien "schon eher ernüchternd" gewesen. "Ich versuche, das inzwischen möglichst emotionslos zu sehen", sagt er. Aber man hat den Eindruck, dass ihm das nicht wirklich gelingt.

Sorge um Vereinnahmung

Die Sorge, von Königstein vereinnahmt zu werden, mache wohl viele Hirschbacher zu Bremsern der interkommunalen Zusammenarbeit, mutmaßt der Rathauschef. Die Sachargumente, warum der Gemeinderat jüngst parteiübergreifend die gemeinsame Beschaffung eines Silos für Streusalz mit nur zwei Gegenstimmen abgelehnt hat, leuchten ihm jedenfalls nicht ein. Schließlich gebe es ja schon jetzt ein gemeinsames Salzsilo mit Königstein auf dem Bauhof und die Versorgung des Winterdiensts habe bislang auch gut funktioniert.

Nur sei das Lager eben in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. Zwei Silos waren dazu angedacht, weil so immer eines entleert und das andere aufgefüllt werden könnte, wie Durst erklärt.

Doch die Hirschbacher Räte hätten mehrheitlich befunden, dass ein Salzsilo auf Gemeindegebiet stehen solle, weil die Abholung durch den Winterdienst sonst zu lange dauere. Für rund 22 000 Euro werde nun ein solches angeschafft und bei Eschenfelden aufgestellt.

Wie es jetzt mit der interkommunalen Zusammenarbeit der beiden Gemeinden weitergeht, ist für Durst – genauso wie für seinen Kollegen Hans Koch (CSU-EL) aus Königstein – völlig offen.

"Letztlich werden die Bürger bei der Kommunalwahl nächstes Jahr entscheiden, ob wir das weiter verfolgen sollen", sagt Durst, der erneut kandidieren würde, sofern seine Partei das will. Gegebenenfalls müsste so manches Vorhaben dann von Neuem begonnen werden.

Auf Augenhöhe

"Ich habe immer versucht, die kommunale Zusammenarbeit mit Königstein auf Augenhöhe voranzubringen – solange das noch möglich ist", resümiert Durst. "Mein Kollege in Königstein und ich haben große Hoffnungen in die interkommunale Zusammenarbeit gesetzt. Und ich bin auch immer noch der Meinung, dass beide Gemeinden profitiert hätten."

ASTRID LÖFFLER

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