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Freitag, 27.11.2020

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Zwei Preise für Ökoprojekte aus dem Kreis Bayreuth

Elbersberger Familie Trautner und die Ahorntaler Ministranten beschäftigen sich mit dem Klimawandel - 11.10.2020 17:37 Uhr

Die Volsbacher Ministranten Michael Polster, Sinya Ritter und Kilian Wohlfahrt sowie Pater Mathew Anyanwu, Innungsobermeister Bernd Zeilmann und Dritter Bürgermeister Reinhold Schoberth zeigen ihr Projekt.

07.10.2020 © Foto: Ralf Münchh


„Es war sehr interessant, das Projekt umzusetzen“, sagt Sinya Ritter (14) aus Pfaffenberg, „wir haben uns mit der Technik und Nigeria auseinandergesetzt.“ Die Ministranten aus Volsbach, Poppendorf und Oberailsfeld haben zusammen mit ihrem Pfarrer, dem Nigerianer Matthew Anyanwu, und Innungsobermeister Bernd Zeilmann einen „intelligenten Energieknoten“ entwickelt. Dieses autarke, transportfähige und durch Sonnenlicht gespeiste Gleichstromnetz soll im Heimatland des Pfarrers auf einem Kindergarten eingesetzt werden.

Der Strom wird durch eine Solarpaneele erzeugt, in einer Batterie gespeichert und von dort an den Verbraucher abgegeben. „In Nigeria gibt es wenig Strom, nur wenige haben Notstromaggregate, da hatten wir die Idee zu diesem Projekt“, sagt Michael Polster (12) aus Freiahorn. „Es war total spannend“, ergänzt Kilian Wohlfahrt (13) aus Hintergereuth. Anfang November soll der Energieknoten in einem Container mit weiteren Hilfsgütern nach Nigeria verschifft werden.

3500 Euro Preisgeld

„Ich bin total stolz auf meine Ministranten“, sagt Pfarrer Anyanwu. Die Kinder hätten sich seit zwei Jahren mit dem Thema auseinandergesetzt und seien dadurch für den Klimawandel und dieEnergiewende sensibilisiert worden. Wofür das Preisgeld in Höhe von 3500 Euro verwendet werden soll, werde demnächst mit allen Ministranten besprochen.

Familie Trautner aus Elbersberg hat für ihr Plusenergiehaus den Bürgerenergiepreis gewonnen. Thilo und Simone Trautner mit Sohn Nick haben viel dafür investiert.

07.10.2020 © Foto: Frauke Engelbrecht


Sein 1985 erbautes Haus in Elbersberg hat Thilo Trautner nach und nach in ein sogenanntes Plusenergiehaus umgewandelt. Das Hauptaugenmerk fällt dabei auf den großen Degar-Tracker, der im Vorgarten steht. „Diese Photovoltaikanlage richtet sich durch Sensoren nach dem Sonnenlicht aus“, erklärt er. Sie erzeuge 50 Prozent mehr Strom als eine Anlage, deren Paneelen nur nach Süden ausgerichtet sind. „Bei starkem Lichteinfall stellt sich die 25 Quadratmeter große Fläche senkrecht“, so Trautner. Der Turm liefere 3,825 Kilowattstunden und durch die 50 Prozent mehr, komme man auf fünf bis sechs Kilowattstunden.

Rund 20 000 Euro hat ihn die Investition gekostet. Aber das ist nicht alles, was er an seinem Haus geändert hat. So gibt es eine Wärmepumpe, dezentrale Lüftungsgeräte mit Kernbohrungen in der Außenwand und noch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Diese erzeugt 8,82 Kilowattstunden.

Auch die Dämmung des Hauses hat Trautner erhöht, sowohl auf dem Dach, als auch auf den Wänden. Es gibt einen Stromspeicher, dreifach verglaste Fenster, und die Ölheizung hat er entfernt. Außerdem fährt die Familie ein Elektroauto und nutzt einen Akkurasenmäher.

Dann wird noch zusätzlich mit Holz aus dem eigenen Wald geheizt. „Vorher hatte ich 4000 Euro Energiekosten jährlich, jetzt sind es nur noch 1000 Euro“, sagt Trautner. Insgesamt 120 000 Euro haben ihn alle Maßnahmen gekostet, die sich in etwa 50 Jahren amortisiert haben. Für dieses Engagement erhielt er nun ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro.

Lob gab es für Trautner und die Ministranten von Regierungsvizepräsident Thomas Engel. „Die Beispiele zeigen, wie engagiert Oberfranken auf dem Weg der Energiezukunft ist, sie haben Vorzeigecharakter und wir hoffen auf viele Nachahmer.“ Klimaschutz und Energieeffizienz müssten irgendwann für jeden selbstverständlich werden, ergänzte Karl Krapf vom Bayernwerk.

„Sie haben mit dem Umbau ein Zeichen gesetzt“, betonte der stellvertretende Landrat und Pegnitzer Bürgermeister Wolfgang Nierhoff das Engagement von Trautner. Es sei wichtig zu zeigen, dass Klimaschutz nicht immer mit Verzicht und Verboten verbunden sein müsse.

Am Projekt der Ministranten hob Nierhoff besonders die Verknüpfung von sauberer Technik und klimaneutralem Strom mit der sozialen Brücke nach Nigeria hervor. Stolz zeigte sich Ahorntals Dritter Bürgermeister Reinhold Schoberth, dass gerade junge Leute sich mit dem Klimawandel auseinandergesetzt hätten. „Sie haben Weitsicht bewiesen“, stellte Pottensteins Zweiter Bürgermeister Roland Lang zum Elbersberger Projekt fest.

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