Einfach losfahren?

Pfingsturlaub in Bayern? ADAC gibt Tipps für die Ferien

17.5.2021, 15:47 Uhr
Mit stundenlangen Staus ist an der bayerisch-österreichischen Grenze zu rechnen.

Mit stundenlangen Staus ist an der bayerisch-österreichischen Grenze zu rechnen. © dpa

Wenn man ein Ziel im nahen Ausland wie Italien, der Schweiz, Österreich oder Kroatien anvisiert, muss man sich jedenfalls auf einiges mehr an Zeit- und Bürokratieaufwand gefasst machen: Auf Staus vor den Grenzen beispielsweise und auf die Pflicht zur Vorlage negativer Corona-Tests - auch bei der Rückreise.


Aber auch, wer in Deutschland bleibt, muss vorher beim Robert-Koch-Institut und den Landesgesundheitsämtern recherchieren, ob im Zielgebiet die Sieben-Tage-Inzidenz tatsächlich unter 100 liegt. Denn nur dann dürfen Hotels, Pensionen und Campingplätze ihre Dienste anbieten. Im Landkreis Miesbach mit den Regionen Tegernsee und Schliersee beispielsweise lag die Inzidenz gestern bei 141, in Unterallgäu bei 185.


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Der Bayern liebstes Ausland heißt Österreich, dessen Tourismuswirtschaft geradezu nach den Gästen aus Deutschland giert. Da ging in den vergangenen Tagen und Wochen trotzdem einiges durcheinander. Ab 19. Mai wird in der Alpenrepublik der Tourismusbetrieb geöffnet, was aber keinesfalls heißt, dass man einfach dort hinfahren kann. Ohne aktuellen Negativ-Test geht gar nichts und noch gilt bis Ende Mai die österreichische Einreise-Verordnung inklusive der Verpflichtung zu einer Anmeldung ("Pre-Travel-Clearance"). Ob sich daran im Zuge der Öffnungen etwas ändert - wer weiß das schon. Jedenfalls mussten Reisende an der bayerisch-österreichischen Grenze und zurück schon in den vergangenen Tagen zum Teil stundenlang im Stau stehen.

Gruselwetter kann für Entspannung sorgen

Man sollte sich auch nicht unbedingt voll darauf verlassen, dass in Österreich wie angekündigt generell auch schon eine Erstimpfung plus drei Wochen zur Gleichstellung mit vollständig Geimpften, Genesenen und Getesteten ausreicht. Bei der Wiedereinreise nach Deutschland ist das jedenfalls mit Sicherheit nicht der Fall.
Einfach ins Auto setzen und losfahren war jedenfalls gestern. Jetzt sollten Reisende einige Zeit für die Vorbereitung aufwenden, riet ADAC-Tourismusexpertin Miriam Hördegen. Auf Internet-Recherchen über die aktuelle Situation im Zielgebiet könne auf keinen Fall verzichtet werden, schon weil den jeweiligen Regierungen angesichts der volatilen Pandemie-Lage kurzfristig Neues einfallen könnte. Und auch, wenn man am Ferienort ist, kann es unangenehme Überraschungen beim Ausbruch eines Corona-Hotspots geben. Man erinnere sich nur an die chaotischen Zustände in und um Ischgl im Frühjahr 2020.


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ADAC-Verkehrsexperte Alexander Kreibl rechnet trotz dieser Komplikationen ab Freitag vor Pfingsten wieder mit vollen Autobahnen und den klassischen Engpässen auf der A99 um München, der Autobahn A8 München-Salzburg und am Ende der Autobahn A 95 München-Garmisch. Die Reisenden sollten nicht damit rechnen, an der Grenze wie früher üblich einfach durchgewunken zu werden, warnte Kreipl. Bereichert werde das Verkehrsgeschehen durch stolze Neu-Besitzer von Wohnmobilen, die noch nicht alle ihr Fahrzeug voll im Griff haben,


Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met sagt für Pfingsten ohnehin "Gruselwetter" sogar mit Neuschnee bis zu 50 Zentimeter in den Alpen voraus. Da liegt es für diejenigen, die vorab keine Bleibe gebucht haben, nahe, das zu tun, was man schon seit einiger Zeit tun muss: Zuhause bleiben. Wenigstens der massive Tages-Ausflugsverkehr, der in den klassischen Zielregionen der bayerischen Alpen bereits für halbe Volksaufstände sorgte, könnte somit entfallen.