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Pflegeskandal in Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf

Chefin und Pflegedienstleiter festgenommen - Mehrere Todesfälle - 24.11.2016 13:42 Uhr

Was hat sich hinter diesen Mauern alles abgespielt? Am Donnerstag wurden die Geschäftsführerin und der Pflegedienstleiter wegen des Verdachts auf Totschlag festgenommen. © NEWS5 / Herse


Im November wurden erstmals Vorwürfe geäußert, wonach es wegen fehlerhafter Versorgung, unterbliebenen ärztlichen Behandlungen oder unterbliebener Einweisung von Heimbewohnern ins Krankenhaus zu Todesfällen gekommen sein soll. In einem Fall soll nach dem Sturz eines Heimbewohners über mehrere Tage hinweg, trotz des sich drastisch verschlechternden Gesundheitszustandes, kein Arzt hinzugezogen worden und der Bewohner deshalb gestorben sein, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Unterfranken am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Verdacht des Totschlags

Nach Prüfung von Zeugenaussagen und umfangreicher Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Bamberg und die Kripo Schweinfurt wurden am Donnerstag die Geschäftsführerin und der Pflegedienstleiter des Seniorenheims wegen des Verdachts des Totschlags festgenommen. Außerdem stellten Polizeibeamte bei mehreren Durchsuchungen unter anderem Behandlungsunterlagen und Dienstpläne sicher.

Ins Rollen kam der Fall bereits im Mai und im Juni. Aufgrund zweier Strafanzeigen wurde seitdem gegen Verantwortliche der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf ermittelt, unter anderem wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen. Weitere Vorwürfe: Austausch von Medikamenten, unangemessene Sanktionen gegenüber Heimbewohnern sowie verschiedene kleinere Vermögensdelikte.

Gegen einen Arzt, der im Seniorenheim tätig war, wurde ein Verfahren wegen Ausstellung unrichtiger Gesundheitszeugnisse eingeleitet. Auch bei ihm gab es eine Razzia, bei der die Patientenunterlagen der betreffenden Heimbewohner sichergestellt wurden. Die Auswertung werde voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen, heißt es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Um den weiteren Fortgang des Verfahrens nicht zu gefährden, könne man derzeit keine weiteren Auskünfte erteilen. 

co, sh E-Mail

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