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Polizei fasst gefährlichen Serienbrandstifter

59-Jähriger war mehrfach in Nürnberg aktiv - 25.11.2013 15:48 Uhr

Brandserie © Stefan Hippel


Eine Ermittlungskommission, bestehend aus Beamten aus Nürnberg, Coburg und Altenburg (Thüringen), hat den seit 2008 aktiven mutmaßlichen Täter am Donnerstag im Landkreis Lichtenfels festgenommen. Der 59-Jährige richtete laut Polizei einen Millionenschaden an.

In fast allen Fällen wurden Lastwagen mit Brandbeschleunigern abgefackelt. Wie die Polizei berichtet, begann die Brandserie 2008 thüringischen Landkreis Altenburger Land. und setzte sich bis zum November dieses Jahres fort. Anhand der am Tatort gesicherten DNA-Spuren konnte ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen hergestellt werden.

Die Brandserie begann in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 2008 im Bereich Mockern (Thüringen). Damals brannten nachts in einer Spedition fünf Sattelzüge aus. Einen Tag später erhielt der geschädigte Spediteur einen Drohbrief.

Bei einer Pressekonferenz in Nürnberg gibt die Polizei nähere Details zum festgenommenen Serienbrandstifter bekannt. © Christiane Fritz


Nach offenbar mehr als drei Jahren Pause wurde auf eine Steuerkanzlei in Burgkunstadt (Landkreis Lichtenfels) in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar 2012 ein Brandanschlag verübt. Am nächsten Tag war die Hauswand der Kanzlei mit einer Drohung beschmiert, die einen unmittelbaren Bezug zu dieser Brandstiftung aufwies.

Täter schlug mehrfach in Nürnberg zu

Wenige Tage später, am 12. Februar 2012, nahm die Polizei einen Einbruch in ein Firmengebäude in der Hamburger Straße in Nürnberg auf, bei dem kein Entwendungsschaden registriert wurde. Auch dieser Fall konnte der Serie zugeordnet werden.

Am 1. März 2012 ging ein Beschwerdebrief beim Landratsamt in Lichtenfels ein, der ebenfalls einen Bezug zu der Brandstiftungsserie erkennen ließ.

In der Nacht vom 24. auf den 25. November 2012 wurde in ein Bürogebäude einer Speditionsfirma in der Kirchhoffstraße in Nürnberg eingebrochen und mit einem Brandbeschleuniger vorsätzlich Feuer gelegt. Dazu brachte der Brandstifter zwei Fünfliter-Glyfoskanister, gefüllt mit Benzin, in das Gebäude und legte damit in einem Büro Feuer. Bei der Tat verletzte sich der Brandstifter an einer Fensterscheibe.

Der jüngste Fall wurde im Nürnberger Stadtteil Hafen Anfang November dieses Jahres (2./3. November) angezeigt. Dort waren auf einem Firmenparkplatz in der Mülheimer Straße neun abgestellte Lkw angezündet worden. Der Sachschaden summierte sich auf mehrere zehntausend Euro. Die Berufsfeuerwehr musste mehrere lecke Dieseltanks schließen. An den Lkw waren zudem Scheiben eingeschlagen und Spiegel abgerissen sowie das Büro der geschädigten Firma verwüstet worden.

Mittlerweile verdichten sich die Spuren, dass der Tatverdächtige auch für eine Brandstiftung Mitte November 2013 im Raum Nordrhein-Westfalen mit einem Schaden in Millionenhöhe verantwortlich gemacht werden kann. Außerdem prüfen die Ermittlungsbehörden bundesweit ähnlich gelagerte Fälle.

Verdächtiger bestreitet die Vorwürfe

Der Mann wurde bereits am Donnerstag in seiner Wohnung in Burgkunstadt festgenommen. „Unsere Ermittlungen hatten sich auf den dortigen Raum konzentriert“, sagte der Leiter der Kripo Coburg Bernd Rebhan. Beim Landratsamt in Lichtenfels war im März 2012 ein Beschwerdebrief eingegangen, der im Bezug zu der Brandserie stand. „Der Täter hatte sehr gute Ortskenntnisse“, sagte Rebhan. Etwa 140 Personen, auf die das Täterprofil passte, seien danach aber erfolglos überprüft worden. Erst ein Zeuge des Brandes im Nürnberger Hafen brachte die Ermittler schließlich auf die Spur des 59-Jährigen.

 Trotz der eindeutigen Spuren streite der Mann die Taten ab, sagte
Oberstaatsanwältin Anita Traud von der Staatsanwaltschaft
Nürnberg-Fürth. Das Motiv für die Brände sei deshalb bislang unklar.
Denkbar sei aber, dass es eine persönliche Verbindung des Lkw-Fahrers
zu den Speditionen gebe. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter überstellt. Dieser erließ gegen den Mann Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der Brandstiftung.

Der Artikel wurde am 25. November um 15.49 Uhr aktualisiert.

ajs/wik/brk/dpa

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