Wildpark will Namen ändern

Posse um fränkische Wildsau "Putin": "Eiskalte Schauer über den Rücken"

Tobi Lang
Tobi Lang

Redakteur

E-Mail zur Autorenseite

4.3.2022, 17:49 Uhr

© Wildpark Waldhaus Mehlmeisel

Der kleine Putin war schon immer eine kleine Besonderheit. Fast drei Mal so viel wie seine Artgenossen wog der Keiler in jungen Jahren, was - und da sind sich die Betreiber des Wildparks im oberfränkischen Mehlmeisel sicher - an seiner russischen Abstammung liegt. Warum die Sau also nicht Putin nennen, frei nach dem Machthaber in Moskau? Das hielt man damals, fast genau drei Jahre vor dem Krieg in der Ukraine, der bis zur Hauptstadt Kiew tobt, für eine gute Idee. Spätestens seit den blutigen Bildern aus dem Osten Europas hat sich das geändert.

"Bei den täglich stattfindenden Führungen wird auch unsere 'Schweinebande' namentlich vorgestellt", teilt der Wildpark mit. "Jedoch laufen jetzt dem Betreiber eiskalte Schauer über den Rücken, bei der Nennung des Namens 'Putin' und er kam zu dem Entschluss, dass keine Sau den Namen dieses unmenschlichen Widerlings verdient hat."

"Gorbatschow" und "Iwan der Borstige"

Die Verantwortlichen sprechen von einer "gravierenden Änderung" - und von der ersten Namensänderung eines Tieres in der Geschichte des Wildparks. "Putin hat sich mittlerweile zu einem stattlichen, sozialverträglichen und umgänglichen Keiler entwickelt, welcher fast stolze 200 Kilogramm auf die Waage bringt." Mit dem russischen Präsident hat das nun rein gar nichts mehr zu tun, heißt es aus Oberfranken.

Die Wildsau "Putin" hat nun jedenfalls ihren großen Auftritt. Sogar die Süddeutsche Zeitung berichtet über den Keiler aus Oberfranken. "Putin" soll, ganz basisdemokratisch, übrigens per Votum aus der Bevölkerung seinen neuen Namen erhalten. Der Wildpark bittet um Vorschläge. Laut der Süddeutschen Zeitung gingen bereits die ersten Ideen ein: "Gorbatschow" und "Iwan der Borstige".