Raus aus der Stadt! Warum das Landleben schöner ist

4.10.2019, 10:52 Uhr
Eine Kuh weidet mit ihren Kälbern unterhalb vom Walberla in Kirchehrenbach. Ein Anblick, wie ihn NN-Redakteur Georg Körfgen nicht missen will, der die Vorzüge außerhalb der Großstadt genießt.

Eine Kuh weidet mit ihren Kälbern unterhalb vom Walberla in Kirchehrenbach. Ein Anblick, wie ihn NN-Redakteur Georg Körfgen nicht missen will, der die Vorzüge außerhalb der Großstadt genießt. © Ralf Rödel

Spätestens im April ist es wieder so weit. Morgens aufs Fahrrad und drei Kurven später radel ich durch das Untere Wiesenttal, links von mir thront das Walberla, neben mir erstrecken sich die Felder der Bauern aus den umliegenden Dörfern. Manche kenne ich. Ah, schön, der baut dieses Jahr mal keinen Mais an, sondern Getreide. Ich bin zwar auf dem Weg zur Arbeit, aber: Wow! Ich wohne dort, wo viele Kollegen am Sonntag – mit Tausenden anderen – hinfahren im Rahmen ihrer wochenendlichen Stadtflucht. Und dann erst das Gefühl, abends denselben Weg nach Hause zurückzulegen, am Rand der Fränkischen Schweiz. Was wohne ich doch schön.

Dabei bin ich kein Landei. Aus Nürnberger Sicht schon, aber nicht aus meiner. Forchheim hat immerhin 33.000 Einwohner. Ich mache mir keine Illusionen über das Landleben. Nicht jedes Dorf hat eine funktionierende Dorfgemeinschaft, die den Zuzügler mit offenen Armen aufnimmt. Schon mancher Großstädter hat es bitter bereut, aufs Land zu ziehen.

Das Erleben der Jahreszeiten

Fünf Jahre habe ich in Nürnberg gewohnt: eine gute Zeit. Ich kenne die Vorteile der Großstadt. Tatsächlich fehlt mir manchmal vor allem der Nahverkehr. Zu jeder Tages- und Nachtzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln heimzukommen, ist ein großes Plus der Großstadt. Und zwischen dem Hin- und Zurückkommen eine Riesenauswahl an Kneipen, Kinos und Bars zu haben sowieso.


Kommentar pro Stadt: Was die Menschen auf dem Land verpassen


Wichtiger ist mir aber zum Beispiel: das Erleben der Jahreszeiten. Wie die selbst gepflanzten Rosen noch im November blühen, weil ihr Platz gut geschützt gewählt wurde. Den Apfelbaum zu ernten, den man vor Jahren selbst gepflanzt hat. Der Katze im Sommer zuzusehen, wie sie erfolglos einem Schmetterling hinterherjagt. Das schwarze und das rote Eichhörnchen zu beobachten, die uns die Haselnüsse klauen. Eben ein grünes Wohnzimmer zu haben und nicht einen Stadtpark, der bei jedem Sonnenstrahl völlig überfüllt ist. Wo es schön ist in der Stadt, sind immer schon hundert andere da. Auf dem Land hat man ein schönes Plätzchen oft für sich alleine.

 

 

 

Gemischter Anteil Stadt- und Landlust

Wichtig ist mir auch: Durchs Städtchen zu gehen und Menschen zufällig zu treffen, ins Gespräch zu kommen, weil man viele kennt. Manche hassen das, sie brauchen die Anonymität der Großstadt. Verstehe ich, ist aber nicht mein Problem.

Ich glaube, jeder hat einen gemischten Anteil Stadt- und Landlust in sich. Bei mir macht der Landanteil so 65 Prozent aus. Unsere Region ist so kompakt strukturiert, dass ich die anderen 35 Prozent jederzeit ausleben kann. Ich schwinge mich aufs Rad und fahre am Walberla vorbei zum Zug nach Nürnberg. Ist doch super.

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